Home
http://www.faz.net/-gzg-77v6i
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Hessen-CDU zur Bundestagswahl Ministerin Schröder keine Spitzenkandidatin

Eine Bundesministerin ohne Rückhalt in ihrem Landesverband: Kristina Schröder wird nicht Nummer eins der Hessen-CDU zur Bundestagswahl. Durfte sie nicht oder wollte sie nicht?

© dpa Vergrößern Darf sie nicht oder will sie nicht? Kristina Schröder wird wohl bei der diesjährigen Bundestagswahl nicht als Spitzenkandidatin ins Rennen gehen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird nach dpa-Informationen nicht Spitzenkandidatin der Hessen-CDU bei der Bundestagswahl. Nach Angaben aus der Partei will Landeschef Volker Bouffier erneut Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung als Nummer Eins der Landesliste vorschlagen. Bouffier habe die Kandidatur zunächst Schröder angeboten. Der Spitzenplatz hätte ihr als Ministerin zugestanden, doch nach langen Gesprächen habe sie verzichtet.

Eine Rolle soll dabei gespielt haben, dass Schröder für eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften eintritt, die Homo-Ehe aber von der CDU in Hessen wie im Bund abgelehnt wird. Sie wolle sich im Wahlkampf nicht verbiegen, hieß es.

„Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen“

Ein Sprecher des hessischen Landesverbandes wollte die Angaben am Freitag in Wiesbaden nicht bestätigen: „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen.“ Die zuständigen Gremien würden dem Parteitag rechtzeitig einen Vorschlag machen. Die Hessen-CDU stellt ihre Bundestagswahlliste am 25. Mai in Alsfeld auf.

Die 35-jährige Schröder ist zwar als Bundesministerin formal das ranghöchste hessische CDU-Mitglied. Doch in dem von Bouffier und früher von Roland Koch beherrschten Landesverband gilt sie als Außenseiterin. Kanzlerin Angela Merkel machte die Wiesbadenerin 2009 an Koch vorbei zur Bundesministerin. Ihre Spitzenkandidatur ist in der hessischen Union seit Monaten umstritten. Dem Vernehmen nach hat sich der Landesvorstand mehrfach mit der Frage beschäftigt.

Konservativer Kurs gegen die Favoritin?

2009 hatte Jung als damaliger Bundesverteidigungsminister die CDU-Liste angeführt - wenig später musste er wegen des Bombardements bei der afghanischen Stadt Kundus als Minister zurücktreten. Mit dem 64 Jahre alten Jung an der Spitze würde die hessische CDU im Wahlkampf einen eher konservativen Kurs einschlagen. Schröder hat ihren Wiesbadener Wahlkreis 2009 direkt gewonnen und gilt auch diesmal als Favoritin.

Mehr zum Thema

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Jochen Riebel Der Klartextredner

Ein Konservativer, der gerne aneckt und den ehemaligen Bischof von Limburg öffentlich angriff: Jochen Riebel, vormals Chef der Staatskanzlei in Hessen, ist auch im Ruhestand ein streitbarer Mann. Mehr Von Heike Lattka, Mainz

06.12.2014, 10:25 Uhr | Rhein-Main
Bahnstreik Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Hessen

Die Bahn versucht, den Streik gerichtlich zu stoppen. Doch das Amtsgerichts weist die Klage ab. Die Bahn klagt nun vor der nächsten Instanz, dem Landesarbeitsgericht in Hessen. GDL-Chef Claus Weseslky zeigte sich zuversichtlich, auch hier recht zu bekommen. Mehr

07.11.2014, 14:57 Uhr | Wirtschaft
Manuela Schwesig Ministerin auf den dritten Blick

Heute hat das Kabinett die Frauenquote für Unternehmen beschlossen. Für Manuela Schwesig ist das ein Erfolg - aber einer von wenigen. Ihre Nettigkeit dient der Kontrolle, Kritik perlt an ihr ab. Ihre Bilanz nach einem Jahr als Familienministerin ist bescheiden. Mehr Von Mehmet Ata

11.12.2014, 11:20 Uhr | Politik
Trailer Die Spur der Bombe

Der Journalist Egmont R. Koch hat neue Spuren zum RAF-Mord an Alfred Herrhausen ausfindig gemacht. Die Täter der dritten Generation der RAF wurden bis heute nicht gefasst. Mehr

01.12.2014, 13:16 Uhr | Feuilleton
Vor dem CDU-Parteitag Eine Dame ohne Unterleib

Auf dem CDU-Parteitag in Köln entscheidet sich, ob die Partei einen Generationenwechsel wagt – und ob Angela Merkel noch in allen Details die Parteilinie bestimmt. Mehr Von Günter Bannas, Berlin

08.12.2014, 10:34 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.03.2013, 13:08 Uhr

Keine Brandmauer

Von Helmut Schwan

Die Stadt Frankfurt kann verdeckte Bordelle in Wohngebieten untersagen. Das bestätigt das Bundesverwaltungsgericht. Eine Brandmauer zwischen den Stadtvierteln wird es deshalb nicht geben - aus einem einfachen Grund. Mehr