http://www.faz.net/-gzg-7z8xn

Nach interner Kritik : Hessischer CDU-Bildungspolitiker Irmer tritt zurück

  • Aktualisiert am

Umstrittener Kopf: Hans-Jürgen Irmer ist von seinen Ämtern in der CDU zurückgetreten. Bild: dpa

Der hessische CDU-Politiker Hans-Jürgen Irmer ist zurückgetreten, nachdem er intern abermals scharf attackiert worden ist. Der Zündstoff dieses Mal: Eine von ihm herausgegebene Publikation zu Islamismus.

          Hessens umstrittener CDU-Politiker Hans-Jürgen Irmer legt seine Ämter nieder. Irmer werde seine Posten als stellvertretender Fraktionsvorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion zur Verfügung stellen, teilte die CDU am Samstag in Wiesbaden mit. Seinen Sitz im Landtag wolle er allerdings behalten.

          Auslöser für diesen Schritt sind laut Mitteilung ein Grundsatzartikel und eine daneben stehende Anzeige in der von Irmer herausgegebenen Publikation „Wetzlar-Kurier“. Neben einem von Irmer verfassten Artikel zum Thema Islamistischer Terror und Christenverfolgung wurde eine „von dritter Seite“ in Auftrag gegebene Anzeige abgedruckt.

          „Insbesondere diese Anzeige hat zu deutlicher Kritik in der CDU-Landtagsfraktion geführt“, begründete Irmer seinen Schritt. „Ich habe mich deshalb dazu entschieden, meine Ämter als bildungspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion zur Verfügung zu stellen, um das Klima innerhalb meiner Fraktion nicht weiter zu belasten.“

          Irmers Entscheidung akzeptiere er „ausdrücklich“, sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Michael Boddenberg. Die Anzeige habe „zu erheblicher Kritik“ und „großem Unmut“ in der Fraktion geführt, weil sie mit den Grundsätzen der Partei unvereinbar sei.

          Irmer stand bereits im Herbst im Kreuzfeuer der Kritik, weil er sich in einem Interview abfällig über Homosexuelle geäußert hatte. Er sagte: „Homosexualität ist nicht normal. Wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt.“ Nach heftigem Widerstand selbst aus den eigenen Reihen hatte sich Irmer kurz darauf von seiner Aussage distanziert. Er sprach von einer missverständlichen Formulierung.

          Topmeldungen

          Schlechte Stimmung im Kreml: Russlands Präsident Wladimir Putin.

          FAZ Plus Artikel: Sinkendes Vertrauen : Russischer Putin-Verdruss

          In manchen Regionen sind dem Kreml in diesem Jahr die Fäden regelrecht entglitten. Auch das Vertrauen der Russen in ihren Präsidenten hat dadurch einen nicht unerheblichen Schaden genommen.
          Giuseppe Conte (links), Ministerpräsident von Italien, hält eine Rede bei einer Veranstaltung der Fünf-Sterne-Bewegung.

          Haushaltspolitik in Rom : Italienischer Test

          Man hat den Eindruck, dass das Links-Rechts-Bündnis in Rom derzeit seinen Spielraum an den Finanzmärkten austestet. Politisch lässt sich das Leben knapp über Ramschniveau ja auch bestens ausschlachten. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.