Home
http://www.faz.net/-gzg-773zq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.02.2013, 11:39 Uhr

Hells Angels-Verbot Prozessauftakt in Kassel

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat am Donnerstag in Kassel die Verhandlungen über das Verbot der Hells Angels-Charter „Westend“ und „Frankfurt“ begonnen. Ein Urteil wird heute nicht gefällt.

© dapd Rocker-Vertreter: Die Rechtsanwälte der Charter „Frankfurt“ und „Westend“ im Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat am Donnerstag in Kassel seine Verhandlung über das Verbot der beiden Frankfurter Rockergruppen der Hells Angels begonnen. Innenminister Boris Rhein (CDU) hatte Ende September 2011 die beiden Charter (Ortsgruppen) „Westend“ und „Frankfurt“ verboten. Rhein wirft den Motorradrockern Gewalttaten, Drogenhandel, Prostitution und Menschenhandel vor. Er sprach von „lupenreinem organisierten Verbrechen“. Die Rockergruppen gehen gegen das Verbot juristisch vor und halten es für unrechtmäßig.

Der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Höllein kündigte zum Auftakt des Verfahrens an, dass am ersten Prozesstag noch kein Urteil fallen wird. Das Gericht wollte in diesem komplexen Fall ohne Zeitdruck entscheiden. Die nächste Verhandlung vor dem VGH ist für den 28. Februar geplant.

Der mächtigste Rockerclub der Welt

Die Hells Angels gelten als mächtigster und mitgliederstärkster Rockerclub der Welt, sie sind zumeist in lokalen Vereinen organisiert. Bei einer Durchsuchung der Clubräume Anfang November 2011 in Frankfurt hatte die Polizei nach eigenen Angaben Vermögensgegenstände konfisziert und Beweismittel sichergestellt. Verbote von Gruppen der „Höllenengel“ gab es auch schon in anderen Bundesländern. In mehreren Ländern laufen dazu Gerichtsverfahren.

Der Rechtsanwalt der gegen das Verbot klagenden Hells Angels erklärte vor der Verhandlung, die erhobenen Vorwürfe seien nicht belegt. „Es gibt derzeit einen politisch motivierten Verbotsaktivismus“, sagte Michael Karthal der Nachrichtenagentur dpa. Mit Verboten von Motorradclubs solle der Verdacht erweckt werden, dass sie kriminell seien.

Das Bundeskriminalamt hat die Rocker deutschlandweit seit langem im Visier. Die „Höllenengel“ werden immer wieder mit Straftaten in Verbindung gebracht. In Deutschland geraten auch immer wieder rivalisierende Clubs aneinander und liefern sich heftige Konflikte mit Waffengewalt.

Mehr zum Thema

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Aufzug von Rechtsextremen Richter verbieten Aufmarsch mit Fackeln in Büdingen

Neonazis wollten in Büdingen einen Fackelmarsch durch die Stadt organisieren. Nun verboten Richter die Fackeln - durch die Stadt ziehen, dürfen die Rechtsextremen weiterhin. Auf der Strecke des Umzugs liegen auch Flüchtlingsunterkünfte. Mehr

29.01.2016, 19:07 Uhr | Rhein-Main
Amerika Google und Ford verhandeln über Fertigung selbstfahrender Autos

Google testet bereits Prototypen seiner Roboterautos in den USA. Der Autohersteller Ford hinkt den Konkurrenten auf dem Gebiet bisher hinterher. Mehr

04.02.2016, 09:05 Uhr | Wirtschaft
Islamisten-Prozess Frankfurt Angeklagter eng in Salafisten-Szene verstrickt

Hat der mutmaßliche Islamist aus Oberursel einen Anschlag auf das Radrennen am 1. Mai im Taunus geplant? Jedenfalls hatte er eine tödliche Bombe im Keller, berichtet ein Experte des LKA vor Gericht. Mehr

25.01.2016, 17:27 Uhr | Rhein-Main
Drogenboss Guzman Festnahme von El Chapo" wird besungen

Ein ganzes Musikgenre widmet sich in Mexiko dem Drogenhandel und dem Leben der Drogenbosse; nach der erneuten Festnahme von Joaquín Guzmán hat die Band La Ventaja" mit dem Titel La Gente llora en la Sierra" (Die Menschen weinen in den Bergen) einen Hit gelandet. Mehr

24.01.2016, 16:51 Uhr | Gesellschaft
Steigende Schülerzahlen Frankfurt bekommt zehn neue Schulen

Der hessische Kultusminister stimmt dem Schulentwicklungsplan für Frankfurt zu und leitet damit das Ende der reinen Hauptschulen ein. Denn die Wünsche der Eltern gehen in eine andere Richtung. Mehr Von Matthias Trautsch, Frankfurt

07.02.2016, 08:10 Uhr | Rhein-Main

Pflicht zur Information

Von Ralf Euler

Vertuscht Hessens Polizei gezielt Straftaten von Flüchtlingen? Eine Reihe von Fällen erweckt diesen Eindruck. Den Finger in die Wunde zu legen, ist hilfreich. Mehr 47

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen