Seinen persönlichen Stresstest hat Lex Rijkers eine Woche vor Eröffnung der Aschaffenburger Ausstellung "Raumtransporter" erlebt, als ihn ein Fax der Bayerischen Schlösserverwaltung erreichte. Darin teilte ihm ein Beamter mit, dass Installationen neben dem Schloss nun doch unerwünscht seien. Der Architekt, der als Kurator zusammen mit seiner Frau Nanna Hirsch ein Jahr lang mehr als 1000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit in das Projekt investiert und schon den Transport der Objekte organisiert hatte, fand Fürsprecher im Rathaus. Von dort wurde der Behörde in München mitgeteilt, dass die Ausstellung ein wesentlicher Bestandteil der Aschaffenburger Kulturtage sei.
Und das war nicht übertrieben. Tatsächlich ist es dem 44 Jahre alten Rijkers gemeinsam mit dem Neuen Kunstverein gelungen, eine außergewöhnliche Schau mit Kunst im öffentlichen Raum zu realisieren, die irritiert, provoziert und entzückt. Aber kaum jemanden gleichgültig lässt.
Dass sie überhaupt zustande kam, ist keine Selbstverständlichkeit, weil das Geld knapp war. Ein mageres Budget machte Rijkers durch seine guten Kontakte wett. Ein Dutzend Künstler aus Aschaffenburg, Frankfurt, Berlin und Wien, die seine Ausstellungen, Kunstaktionen, Kurzfilme und Filmabende schätzen, konnte er zum Mitmachen bewegen. In zahlreichen Gesprächen und Treffen wurden Entwürfe, Konzepte und Standorte diskutiert und wieder verworfen. Rijkers nennt es einen Prozess mit Richtungsänderungen.
Besonders anstrengend empfand er die Verhandlungen mit der Schlösserverwaltung. Diese wollte nicht, dass irgendetwas den Eindruck des Ensembles stören könnte. "Aber das ist doch der Sinn der Aktion, dass man neue Deutungsebenen schafft", sagt der Ausstellungsmacher, der am Eröffnungsabend einen weiteren Stresstest überstehen musste: Die sechs Planschbecken für die Rakete seiner Frau ließen sich plötzlich nicht mehr mit dem Blasebalg aufpumpen. Da half nur noch die eigene Puste.
Das hat ihn mitgenommen. Doch inzwischen sieht Rijkers die Aktion positiv: Das Werk sei jetzt noch besser, weil es mit der Luft der Künstlerin und des Kurators "beseelt" sei.
as.

