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Rätsel im Prozess in Hanau : Wie alt ist der Gesichtsverstümmeler?

  • Aktualisiert am

Versiegelt: die Wohnung in Schlüchtern, in dem die grausame Tat geschah Bild: dpa

Er soll einem Jugendlichen das Gesicht verstümmelt haben. Nun muss er sich wegen versuchten Mordes verantworten. Derzeit beschäftigt sich das Gesicht aber vor allem mit dem Alter des Angeklagten.

          Dem wegen einer Gesichtsverstümmelung angeklagten Flüchtling droht im Fall einer Verurteilung möglicherweise eine härtere Strafe. Ein Zeuge sagte in dem Prozess am Landgericht Hanau am Dienstag aus, dass der Angeklagte älter sei, als der angegeben hatte.

          Der junge Mann aus Eritrea war mit ihm im Zuge der Flüchtlingsbewegungen von Italien nach Deutschland gereist. Dabei hätten sie beschlossen, ihr Geburtsjahr fortan nicht mehr mit 1993, sondern mit 1997 anzugeben. Sie hätten sich dadurch Vorteile im Asylverfahren erhofft.

          „Bin 1997 geboren“

          Dadurch würde bei dem Angeklagten im Prozess Erwachsenen-Strafrecht greifen. Bislang wird am Jugend-Schöffengericht verhandelt. Der Angeklagte blieb trotz der Aussage des Zeugen dabei, 1997 geboren zu sein. Ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Gutachten soll nun Hinweise auf das Alter des Mannes geben.

          Der nach eigenen Angaben heute 20-Jährige ist wegen versuchten Mordes sowie schwerer und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Er soll einen Freund (18) im Oktober 2016 in Schlüchtern brutal misshandelt haben. Bei der Bluttat unter Flüchtlingen soll er ihm unter anderem mit zwei Messern in den Hals gestochen haben, zudem mit einem Kugelschreiber in beide Augen.

          Quelle: dpa

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          Der Angeklagte wurde bereits in Schweden zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Anfang der 90er Jahre hatte er dort auf insgesamt elf Menschen mit Migrationshintergrund geschossen und dabei einen getötet. Beobachter sehen Parallelen zu den Morden der rechtsextremen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“.

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