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Hanau Eine Tiefgarage für den Freiheitsplatz

 ·  Eingezäunt ist der zentrale Platz in Hanau schon seit Monaten. Nun endlich sollen die Bauarbeiten für die neue Innenstadt auch beginnen.

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Die Winterpause der Bauarbeiten auf dem Freiheitsplatz geht zu Ende. Jetzt soll mit den Arbeiten zur Umschließung der Grube begonnen werden, die nach Angaben der Stadt die größte werden soll, die es nach dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg in Hanau gegeben hat. In der vergangenen Woche entschied man sich für das genaue Konzept des sogenannten Verbaus und für das Unternehmen, die diesen erstellen wird, teilte die städtische Pressestelle mit.

Entstehen soll auf dem Freiheitsplatz das „Forum Hanau“, ein von Gassen durchzogenes mehrteiliges Einkaufszentrum, in dessen Obergeschoss ein städtisches Medienzentrum eingerichtet werden soll. Vorgesehen ist nach Angaben von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) eine Investitionssumme von 200Millionen Euro, die der Siegerinvestor des Planungswettbewerbs zum Umbau der Innenstadt, die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), in das Projekt fließen lassen wird. Bisher hat die HBB laut Kaminsky 32Millionen Euro ausgegeben, einschließlich des Kaufs und des Abrisses des ehemaligen Karstadthauses und der benachbarten Gebäude. Die Arbeiten rund um die Baugrube schlügen mit weiteren sieben Millionen Euro zu Buche.

Kein Wasser in der Grube

Die künftige Baugrube soll bis zu acht Meter in die Tiefe reichen, um Raum für die künftige Tiefgarage unter dem Einkaufszentrum zu schaffen. Auf einer Gesamtlänge von rund 600 Metern muss das Erdreich an allen vier Seiten durch einen „Verbau“ gesichert werden. Bei der Wahl des Verfahrens war nach Darstellung von HBB-Projektleiter Henning Christiansen darauf zu achten, dass die Grube vor dem Eindringen von Wasser geschützt wird.

Außerdem hätten die Beschaffenheit des Baugrundes und das Entstehen von Lärm und Erschütterungen eine Rolle gespielt. Zu den Möglichkeiten hätten die Bildung einer Bohrpfahlwand mit rund 850 Betonpfählen mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern sowie der Bau einer Spundwand gezählt, bei der einzelne Metallelemente in den Boden gepresst worden wären. Mit dem nun ausgewählten Verfahren, dem Bau einer sogenannten Dichtwand, wolle man versuchen, die Vorteile beider Methoden zu vereinen. Der Bau dieser Art von Sicherungswand sei deutlich leiser.

Im Juli soll mit dem Hochbau begonnen werden

Zudem ermögliche das Vorgehen mehr Spielraum bei der Tiefe. Sowohl auf 13Metern als auch auf 17 Metern Tiefe werde eine wasserundurchlässige Trennschicht geschaffen, erläuterte Tobias Möllers, der von HBB beauftragte Projektsteuerer vom Berliner Büro GKK. Sie bestehe aus einem wannenähnlichen Gebilde mit wasserdichten Wänden. Während das Erdreich - rund 100000 Kubikmeter - von 40 bis 60 Lastwagen täglich auf wechselnde Deponien abgefahren werden soll, wird eine oberirdisch verlaufende Wasserleitung das abgepumpte Grundwasser direkt in die Kinzig pumpen. Diese Trasse soll im Mai in Betrieb gehen, weshalb im Laufe des Frühjahrs die dafür notwendigen Rohre verlegt werden müssen.

Die wasserrechtliche Genehmigung erlaubt das Abpumpen von bis zu zehn Kubikmeter Wasser pro Tag. Die Baufachleute gehen davon aus, dass mit dem Wachsen der Bauten die Wassermenge sinken wird. Von etwa Mitte Juli dieses Jahres an soll dann zumindest stellenweise mit dem Hochbau begonnen werden. Vorgesehen ist die Fertigstellung des Forums Hanau für das Frühjahr 2015.

Immissionsschutz wird überwacht

Nach den Vorarbeiten, die sich überwiegend mit logistischen und statischen Aspekten befassen, soll nach Aschermittwoch die sichtbare Bautätigkeit auf dem Baufeld beginnen. Von der ersten Märzwoche an werden Großgeräte und neue Silos das Bild auf dem Platz bestimmen, kündigt die Stadt an. Die Anwohner müssten sich auf Störungen durch Lärm, Erschütterungen und Staub einstellen. Die Stadt bemühe sich aber, alle technischen Mittel auszuschöpfen, um die Belästigungen so gering wie möglich zu halten.

Vor allem der Immissionsschutz werde vom Main-Kinzig-Kreis als zuständiger Behörde während der gesamten Bauzeit durchgängig überwacht. Anwohner und Eigentümer am Freiheitsplatz sollen in den nächsten Tagen in Briefen über den Beginn der Erdaushub- und Verbauarbeiten informiert werden. Die Mitarbeiter des Projektbüros am Freiheitsplatz stünden ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung.

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