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Hafen 2 in Offenbach : Kultur am Fluss

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Hier spielt die Musik: Der Hafen 2 ist mittlerweile eine der wichtigsten Konzertbühnen für Pop und Rock in der Region. Bild: schmidtbild.de

Ein Projekt mit Strahlkraft weit über Offenbach hinaus: Der Hafen 2 hat sich zu einem Szenetreffpunkt entwickelt, wie es keinen zweiten im Rhein-Main-Gebiet gibt. Jetzt hat er sich erneuert.

          Die fremden Schiffe aus Hongkong, aus Java, aus Chile und Schanghai werden an diesen Ufern nie festmachen. Doch dessen ungeachtet gibt es auch in der Mitte des Rhein-Main-Gebiets eine ausgeprägte Form der Hafen-Romantik - in Offenbach am Meer. Diese romantischen Anwandlungen sind dabei weniger der Entwicklung des vormaligen Offenbacher Hafengeländes zu einem neuen Wohngebiet zu verdanken, sondern vielmehr einem von wildem Wein überwucherten Backsteingebäude. Dort war in den vergangenen zehn Jahren das Kulturzentrum Hafen 2 untergebracht, das sich in dieser Zeit zu einem Aushängeschild der Lederstadt entwickelt hat. Allerdings war die kulturelle Nutzung der Lokschuppen der früheren Hafenbahn nur ein Interimsprojekt und ein Ende unvermeidlich.

          Doch diese Zwischennutzung war erfolgreicher als anfangs vielleicht vermutet und der von dem Verein suesswasser e.V. betriebene Hafen 2 unverzichtbar geworden. Nicht nur Romantiker hatten die Einrichtung mit ihrem vielfältigen Angebot an Konzerten, Filmvorführungen und Ausstellungen ins Herz geschlossen. Auch im Offenbacher Rathaus war man sich der Strahlkraft des Projekts weit über die Stadtgrenzen hinaus bewusst. Nur fehlte der notorisch klammen Kommune das nötige Geld, um dem Betreiberverein einfach ein Ersatzdomizil bauen zu können. Aber was einer allein nicht kann, schaffen viele gemeinsam.

          Summe war in zwölf Wochen zusammen

          So setzte eine beispielhafte Unterstützeraktion von Bürgern, Vereinen, Institutionen und der Wirtschaft ein, um gut 830.000 Euro einzusammeln, die für den Bau eines neuen Gebäudes auf einem städtischen Grundstück 800 Meter mainabwärts vom alten Hafen 2 nötig waren, um so „den wichtigen Baustein für die Kreativszene“ zu erhalten, wie es nicht nur Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) formulierte.

          Die benötigte Summe dann tatsächlich in nur zwölf Wochen zusammenbekommen zu haben, dürfte allen Beteiligten wie ein kleines Wunder vorgekommen sein. Etwa 230.000 Euro sammelten die Unterstützer, 80.000 Euro nahmen die Betreiber als Darlehen auf, und 500.000 Euro finanzierte die Mainviertel GmbH als Grundstückseignerin des Offenbacher Hafens vor. Das Wunder sollte sogar noch eine Steigerung erfahren: In gerade einmal zehn Monaten entstand am Nordring 129 ein neuer Hafen 2.

          Der Rasen muss noch wachsen

          Dieser Veranstaltungsort ist nach seiner Eröffnung am 1. Mai nun seit gut einem Monat in Betrieb, und Andrea Weiß als treibende Kraft von suesswasser mag es immer noch nicht recht glauben, dass der Bautrubel nun hinter ihr liegen soll. Beim Rundgang über das direkt am Main gelegene Gelände sind zwar noch etliche Flächen abgesperrt, doch braucht es keine ausgeprägte Phantasie, um sich hier eine bald schon blühende Landschaften vorzustellen. Die in Richtung Offenbach gelegene Rasenfläche ist schon angelegt und der einst eigens fürs frühere Gelände angeschaffte Sand herbeitransportiert und zu einem großen Haufen aufgeworfen worden, auf dem bald Kinder herumtollen dürfen, während daneben die Gänse und Schafe grasen.

          Im Eiltempo errichtet: Das jüngst eröffnete Gebäude.
          Im Eiltempo errichtet: Das jüngst eröffnete Gebäude. : Bild: Wohlfahrt, Rainer

          Es könnte allerdings noch eine Weile dauern, bis die Freiflächen hin zum benachbarten Wiking-Vereinsgelände als Sitz- und Liegeplätze genutzt werden können. Hier soll erst der Rasen richtig anwachsen, ebenso wie in dem entfernt an ein Amphitheater erinnernden Halbrund zum Main hin, an dessen Ufer eine kleine, festinstallierte Bühne steht. Hier können Bands auftreten, aber auch eine große Leinwand kann man einhängen, auf der Filme oder aber Fußballspiele gezeigt werden.

          Wenig bekannter Verkehrsknotenpunkt

          Wie Andrea Weiß erzählt, sind die kollektiven Fußballabende bei großen Champions-League-Partien oder den Länderturnieren ein wichtiger Aktivposten im Haushalt des Kulturzentrums. Der dort erzielte Umsatz stützt das Kulturprogramm, zu dem ja auch regelmäßig Konzerte bei freiem Eintritt zählen. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien soll die Freifläche jedenfalls fertig angelegt sein, hoffen Weiß und auch das freundliche junge Paar, das oberhalb der Open-Air-Bühne und direkt am neuen Fahrradweg einen kleinen Imbisswagen installiert hat, an dem es Würstel und Getränke gibt.

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