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Hadayatullah Hübsch : Für immer jung

In Fulda war Hübsch auch in der Sendung "Die Stunde des Islam" des dortigen Offenen Kanals zu sehen. Bild: ddp

Beat-Lyriker, Kommunarde, Hippie, Drogenfreak, Gründer des „Heidi loves you“-Headshops,unermüdlicher Schreiber und Autor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung - das war Hadayatullah Hübsch.

          Beat-Lyriker, Kommunarde, Hippie, Drogenfreak, Gründer des „Heidi loves you“-Headshops, dann Konvertit, Leiter des Freitagsgebets an einer Moschee in Sachsenhausen, achtfacher Vater und unermüdlicher Schreiber mit mehr als hundert Buchveröffentlichungen - wenn der einige Jahre auch für Frankfurter Allgemeine Zeitung tätige Frankfurter Autor Hadayatullah Hübsch etwas anpackte, dann konsequent. Am 4. Januar vorigen Jahres endete sein scheinbar ruheloses Leben. Der am 8. Januar 1946 in Chemnitz als Paul-Gerhard „Pidschie“ Hübsch geborene Schriftsteller erlag einer schweren Krankheit.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zu Hübschs erstem Todestag erinnerten Freunde und Bewunderer nun in der Frankfurter Batschkapp an den Autor, der als einer der Wegbereiter alternativer Literaturformen wie Poetry Slam oder Social Beat gilt. Hübschs lyrisches Werk war von einer großen Liebe zur Musik durchdrungen, was bei seinen Lesungen spürbar war, die eher an explosive Rockkonzerte als an gepflegte Salonkultur erinnerten. Die Batschkapp war deshalb ein mehr als geeigneter Ort für den Gedenkabend, zumal Hübsch dort selbst während der Buchmesse einige Male eigens für diese Gelegenheit verfasste Gedichte vortrug, übrigens ausgerechnet bei der beliebten Disco-Veranstaltung „Idiot Ballroom“. Die mit Musik unterlegten Performances sollen zwar nicht für einhellige Begeisterung gesorgt haben, mündeten aber in Hübschs Buch „Die Batschkapp-Gedichte“, die der Autor, Musiker und Verleger Robsie Richter in seinem Verlag „Kopfzerschmettern-Medien“ veröffentlichte.

          Gedenken mit Poesie, Rap und Short Story 

          Richter, der den Gedenkabend mit seinem Punk-Trio „Jonny hates Rock“ beschloss, war einer von fünf Autoren, die nicht nur mit dem Vortrag einiger Hübsch-Werke, sondern auch mit eigenen Arbeiten die Lebendigkeit der Poetry-Szene demonstrierten und einen Einblick in deren stilistische Vielfalt gaben. Ob nun Richters eher an das sehr amerikanische Genre der Short Short Story als an Gedichte erinnernde Texte, Kersten Flenters funkelnde, groovige Verse, Alexander Pfeiffers fast schon Rap-ähnliche Zeilen, Theo Köppens kunstvolle Poesie oder Dirk Hülstrunks Experimente mit Sprache und Loop-Technik - Hübsch hätte seine Freude an diesen Rhythmen gehabt.

          An den schrägen „Double Dylans“ erst recht, die auf ihrer soeben erschienenen neuen Platte nicht mehr „Devilish“ sein, sondern „im Namen des Herrn singen“ wollen. Möglicherweise also auch ein Erweckungserlebnis bei diesen drei beinharten Dylan-Fans, die ihre Verehrung für His Bobness mit Hübsch teilten und wie er keine Scheu vor skurrilen Übersetzungen haben. Textlich konkreter ging es da bei der gelungensten musikalischen Darbietung des Abends zu. Tom Ripphahn, einst Frontmann bei „Hands on the Wheel“, ist noch immer ein bemerkenswerter Sänger, der seine Stimme nun der Band „Abendroth“ leiht, die die Erinnerung an den Frankfurter Rockmusiker Jocco Abendroth aufrechterhält. Der war gleichfalls ein Poet, der Geschichten von der Straße erzählen konnte und wahrscheinlich deshalb in Hübsch einen Fan hatte. Ripphahns seelenvoller Gesang, begleitet vom Abendroth-Gitarristen Muli Müller, unterstrich den Sinn des Abends: Ein gutes Gedicht und ein guter Song bleiben immer jung, selbst wenn ihre Schöpfer nicht mehr da sind.

          Gedenkfeier

          An Hadayatullah Hübsch erinnert am Samstag von 17 Uhr an auch eine Lesung in der Frankfurter Klosterpresse, Paradiesgasse 10.

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