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Grünen-Abgeordnete Angela Dorn : „Wälder brauchen Windräder“

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Mut machen, statt Ängste zu schüren: Landtagsabgeordnete Angela Dorn (Grüne) fordert bessere Aufklärung in Sachen Windräder. Bild: Röth, Frank

Ein Großteil des Protests gegen Windkraftanlagen ist nach Ansicht der Grünen-Sprecherin für Umwelt, Energie und Klimaschutz auf Fehlinformationen zurückzuführen. Statt Ängste zu schüren, sollte die Politik Mut machen, fordert sie.

          In der Stadt Taunusstein sprechen sich CDU, FWG und FDP ebenso wie einige Sozialdemokraten dagegen aus, auf dem Taunuskamm Windräder aufzustellen, obwohl der Standort zur Energiegewinnung bestens geeignet wäre. Ein Fall von Sankt-Florians-Prinzip?

          Das Beispiel Taunusstein zeigt, dass wir die Menschen mitnehmen und dass gerade Politiker ihrer Verantwortung gerecht werden und richtig informieren müssen. In Taunusstein sind leider viele Fehlinformationen im Umlauf, mit denen den Bürgern Angst gemacht wird.

          Das heißt, wenn die Menschen dort besser informiert wären, wären sie begeistert?

          Dann gäbe es immer noch manche, die nicht begeistert wären, aber sie müssten keine Angst mehr haben. Wenn die Wiesbadener FDP mit brennenden Windrädern auf Facebook polemisiert, dann macht sie den Leuten Angst.

          Finden Sie Windräder ästhetisch?

          Natürlich haben Wälder für sich einen Wert, und genau deshalb sollen 98 Prozent der Landesfläche von Windrädern frei bleiben. Ich finde Windräder durchaus ästhetisch, aber es geht hier nicht um mein persönliches ästhetisches Empfinden, sondern um etwas ganz Großes: die Energiewende. Wenn wir die Wälder langfristig erhalten wollen, brauchen wir Klimaschutz.

          Was bedeutet eine Debatte wie in Taunusstein für die Akzeptanz der Windkraft, der erneuerbaren Energien insgesamt?

          CDU und FDP stellen die Förderung der Windkraft in Frage, indem sie die Menschen gezielt verunsichern. Beim hessischen Energiegipfel vor eineinhalb Jahren herrschte noch Einigkeit darüber, dass die Politik für mehr Akzeptanz werben müsse. Das Gegenteil ist jetzt leider oft der Fall.

          Im Landtag ist es Konsens, dass zwei Prozent Hessens als Vorrangfläche für Windkraft ausgewiesen werden sollen. Wenn man Windräder aber nur dort errichtet, wo sie von der Bevölkerung akzeptiert werden, hat die Politik ein Problem, oder?

          Es gibt durchaus berechtigte Argumente gegen Windräder an bestimmten Standorten. Aber das muss in jedem Einzelfall und vorurteilsfrei geprüft werden. Im Übrigen gab es ja auch schon Bürgerentscheide für Windkraft, beispielsweise in Heidenrod.

          Die Grünen fordern, dass beim Bau von Windrädern im Landesforst Kommunen in der Umgebung an den Pachteinnahmen beteiligt werden sollten. Mit anderen Worten: Sie wollen sich die Zustimmung zu erneuerbaren Energien erkaufen. Das ist für jemanden, der sonst gern von Begeisterung für die Energiewende spricht, doch ein Offenbarungseid.

          Was spricht dagegen, den Bürgern zu zeigen, dass sie von der Energiewende auch materiell und ganz persönlich profitieren können - über Pachtabgaben, Gewerbesteuereinnahmen oder Genossenschaftsmodelle? Warum sollte man die Motivation nicht auch auf diese Weise befördern? Wir wollen die Energiewende in die Hände der Bürger legen.

          Ausgerechnet Ihre Partei schließt Rotoren auch in Naturschutzgebieten nicht grundsätzlich aus. Sorgt das nicht intern für Verdruss?

          Auf dem Parteitag gab es auch kritische Stimmen, aber das war eine kleine Minderheit. Die Grünen wissen: Ohne Klimaschutz gibt es keinen Naturschutz.

          Die Fragen stellte Ralf Euler.

          Quelle: F.A.Z.

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