Staatsanwälte müssen sich zunehmend mit Internet-Kriminalität befassen. Dafür wurde 2011 eine hessische Zentralstelle bei der Generalstaatsanwaltschaft eingerichtet. Dort seien im vergangenen Jahr 576 Verfahren eingegangen, sagte Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt in Frankfurt. „Das Internet ist der größte Tatort der Welt geworden.“ Die Strafverfolger beschäftigten sich unter anderem mit einem Kinderporno-Ring in Südhessen sowie dem Betreiber einer Internet-Seite, auf der sich Schüler anonym beleidigend über Mitschüler äußern konnten.
Insgesamt verzeichneten die hessischen Staatsanwaltschaften 2011 erstmals seit 2000 einen Rückgang bei den Strafverfahren. 372 083 Verfahren seien von der Polizei an die Anklagebehörden weitergeleitet worden, 3,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor, sagte Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP).
Nur in gut einem Fünftel wurden die Verfahren an ein Gericht weitergeleitet, und es kam zum Urteil oder einem Strafbefehl. Fast die Hälfte aller Verfahren wurde ohne Auflagen eingestellt - entweder wegen fehlenden Tatverdachts oder geringer Schuld.

