Am Uni-Klinikum Gießen und Marburg wechselt der Mehrheitseigentümer Rhön Klinikum AG zum zweiten Male binnen Jahresfrist die Spitze aus. Wie das 2006 privatisierte Uni-Klinikum mitteilte, scheidet Irmgard Stippler als Vorsitzende der Geschäftsführung ebenso aus wie die kaufmännische Geschäftsführerin am Standort Marburg, Doris Benz. Stippler war erst vor knapp einem Jahr aus dem Rhön-Vorstand in Bad Neustadt in Franken an die Lahn gewechselt und dem Schweizer Klinikmanager Joseph Rohrer gefolgt.
Rohrer hatte das Groß-Klinikum gut zwei Jahre lang geführt und zu seinem Dienstantritt Benz mit nach Gießen gebracht, wo die Ärztin und Ökonomin sich zuerst um die Öffentlichkeitsarbeit kümmerte. Vor Rohrer stand Gerald Meder, seinerzeit auch stellvertretender Rhön-Chef, an der Spitze des Klinikums, das nach der Ankündigung eines geplanten Stellenabbaus seit Wochen in der Kritik steht.
„Komplett neue Mannschaft“
Nach Angaben aus Gießen soll Martin Menger auf Stippler folgen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens werde in der nächsten Woche darüber entscheiden. Wie es weiter hieß, ist Menger seit elf Jahren in leitender Position für den Konzern tätig, der 95 Prozent am mittelhessischen Großklinikum hält; fünf Prozent liegen weiter beim Land Hessen. Der 52 Jahre alte Manager hatte demnach im Anschluss an das Studium der Betriebswirtschaftslehre seine Karriere ehedem beim Landesverband der Innungskrankenkassen Westfalen-Lippe begonnen, bevor er in das Management privater Kliniken wechselte.
„Wir werden nun in der kaufmännischen Geschäftsführung eine komplett neue Mannschaft aufstellen und kontinuierlich weiter daran arbeiten, das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Patienten, der Klinikdirektoren, des Betriebsrates, des Personalrates, der Dekane und Universitätspräsidenten und der niedergelassenen Ärzte zurückzugewinnen“, wird Menger in der Mitteilung aus Gießen zitiert. Dieser Prozess sei unter Stippler, die Menger einstweilen beraten wolle, schon eingeleitet worden. Stippler geht offenbar aus freien Stücken: Sie habe „ihr Ausscheiden aus der Geschäftsführung angekündigt“, hieß es. Gleiches gelte für Benz.
Die politische Entscheidung von Roland Koch (CDU),
Frank Badenstein (Badenstein)
- 03.04.2012, 22:11 Uhr