Die neue Frankfurter Gesundheits- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) will Kooperationen zwischen Krankenhäusern fördern und mehr für alte Patienten tun. Beispiel sei die gerade beschlossene Verschmelzung von vier Frankfurter Stiftungskrankenhäusern zu einer gemeinsamen Gesellschaft. „Das müssen künftig viele machen“, sagte Heilig, die am Freitag ihr Amt antrat, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Zusammenarbeit zwischen Kliniken sei nicht nur sinnvoll, um Arbeitsgebiete wie Wäsche, Medikamentenversorgung oder Verwaltung zu bündeln, sondern auch im medizinischen Bereich. Teure Einrichtungen wie Strahlentherapie müsse nicht jedes Haus bereithalten. „Die Frage ist, wo ist der beste Standort?“, sagte Heilig. Dabei sei es sinnvoll, auch über die Stadtgrenzen hinaus nach Partnern zu suchen - etwa auch in Offenbach, Hanau und Darmstadt.
„Wir suchen händeringend“
Durch den Zusammenschluss von Bürgerhospital, Clementine Kinderhospital, Hospital zum Heiligen Geist und dem Krankenhaus Nordwest in Frankfurt werde es zwar langfristig einen Stellenabbau geben, aber auf keinen Fall im medizinischen Bereich. Dort fehlten Fachkräfte. „Wir suchen händeringend“, sagte Heilig, die als Dezernentin auch „Seniorin“ der neuen Gesellschaft ist.
Für das neue Krankenhaus in Frankfurt-Höchst, die einzige vollständig städtische Klinik in Frankfurt, wünscht sich Heilig einen geriatrischen Schwerpunkt. „Meine größte Sorge gilt alten Menschen, da haben wir großen Nachholbedarf.“ Die Zahl alter Menschen wachse, und für ihre Versorgung müssten die Kliniken besser aufgestellt werden - auch, um den Patienten einen Umzug ins Heim zu ersparen. Das Krankenhaus in Höchst wird derzeit neu gebaut und soll 2015/16 fertig sein. Im zweiten Bauabschnitt könnte nach Heiligs Vorstellung ein geriatrischer Schwerpunkt entstehen.
„Das Beispiel von Offenbach stachelt da schon an“
In der Umweltpolitik will die 55-Jährige unter anderem für die Verbesserung der Stadtteile sorgen. „In einigen ist die Aufenthaltsqualität noch nicht gut.“ Plätze zum Treffen und Verweilen fehlten, sie seien auch wichtig für den Klimaschutz im Kleinen, denn zwischen nackten Mauern heize sich die Luft im Sommer stark auf. Außerdem will sie sich um das Dauerthema Lärmschutz kümmern - neben Fluglärm gehöre dazu auch der Autoverkehr. In den nächsten Monaten ist in Frankfurt ein Versuch mit Tempo 30 auf wichtigen Verkehrsachsen geplant.
Mehr Lärmschutz sollen auch leisere Kehrmaschinen und Laubbläser bringen, die Heilig nach und nach anschaffen lassen will. „Das Beispiel von Offenbach stachelt da schon an“ - die Nachbarstadt habe schon damit begonnen, leisere Elektro-Laubbläser einzusetzen.
Heilig, die im März bei der Wahl des neuen Oberbürgermeisters als Kandidatin der Grünen ins Rennen gegangen war, löst Manuela Rottmann ab, die nicht für eine zweite Amtszeit kandidiert hatte. Dass ihr erster Arbeitstag ein Freitag der 13. war, stört sie nicht: „Ich bin überhaupt nicht abergläubisch. Außerdem hat der Tag sehr schön begonnen, Blumen und nur fröhliche Gesichter, es war ein sehr herzlicher Empfang“, sagte Heilig.
Ach, liebe Grüne....
Martin Bebel (MaBe1968)
- 13.07.2012, 17:11 Uhr