Home
http://www.faz.net/-gzg-6z3bn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Geplante Demonstration Stadt erwägt hartes Vorgehen gegen „Blockupy“

Ordnungsdezernent Markus Frank hat ein härteres Vorgehen gegen die mehrtägige Demonstration angekündigt, die für Mai unter dem Motto „Blockupy Frankfurt“ geplant ist.

© Schmitt, Felix Markus Frank, Frankfurter Ordnungsdezernent, will bei der geplanten Kundgebung der Sicherheit Vorrang geben.

Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) hat ein härteres Vorgehen gegen die mehrtägige Demonstration angekündigt, die für Mai unter dem Motto „Blockupy Frankfurt“ geplant ist. Er sagte am Mittwoch, die Versammlungsfreiheit sei ein hohes Gut, aber nach den Ausschreitungen bei der Anti-Kapitalismus-Demonstration am 31.März sei die Stadt „sensibel“ geworden für die tatsächlichen Anliegen bestimmter Gruppen. „Solche Ausschreitungen wollen wir in Frankfurt nicht noch einmal haben“, sagte Frank weiter. „Die Sicherheit der Bürger geht vor.“

Über ein mögliches Verbot will die Versammlungsbehörde jedoch erst entscheiden, wenn die Anträge der Anmelder „in konkretisierter Form“ vorliegen und Kooperationsgespräche geführt worden sind. Dann werden Polizei und Ordnungsamt das Risiko analysieren. Der Leiter des Frankfurter Ordnungsamts, Jörg Bannach, sagte, die Versammlungsbehörde werde „alles sorgfältig auswerten, was an Erkenntnissen zur Verfügung steht“. Die Veranstaltung soll vier Tage dauern, vom 16. bis zum 19.Mai. Unter anderem sollen öffentliche Plätze besetzt und die Europäische Zentralbank sowie das Bankenviertel „blockiert“ werden. An dem Samstag wollen die Teilnehmer demonstrierend durch die Innenstadt ziehen. Für morgen ist eine „Probebesetzung“ auf der Hauptwache geplant. Allerdings lag dafür gestern noch keine Anmeldung vor.

Mehr zum Thema

Linksextremisten beschäftigen Sicherheitsbehörden

Als Unterstützer für die Aktionen im Mai treten unter anderen die Linkspartei, das Anti-Globalisierungsbündnis Attac, das Erwerbslosen-Forum Deutschland, die Occupy-Bewegung und die Interventionistische Linke auf, ein Netz autonomer linksextremer Gruppen. Auch die Partei Ökolinx, die mit Jutta Ditfurth als prominenter Rednerin die Demonstration am 31.März unterstützt hatte, weist auf ihrer Internetseite auf die Kundgebungen hin.

Sorge bereiten den Sicherheitsbehörden weniger diese Initiatoren, dafür aber umso mehr die bundesweit agierenden Linksextremisten, die mutmaßlich für die Beschädigungen und Körperverletzungen am 31.März verantwortlich waren. So gibt es innerhalb der „Antifa“Szene vermehrt Aufrufe, sich an den Aktionen im Mai zu beteiligen.

Noch kein abschließendes bild über Gewaltpotential

Gestern distanzierten sich erste Gruppen von potentiellen Gewalttätern. Ein Sprecher des Erwerbslosen-Forums sagte, die Veranstaltung, wie sie von den Anmeldern derzeit geplant sei, solle „keine Handschrift der Gewalt“ tragen. Man erwäge derzeit, Gespräche mit jenen Gruppierungen zu führen, von denen Übergriffe ausgehen könnten. Diese wolle man möglichst von den Aktionen ausschließen.

Auch die Sicherheitsbehörden haben derzeit noch kein abschließendes Bild darüber, wie groß das Gewaltpotential bei dieser Veranstaltung sein wird. Fest steht jedoch, dass derzeit gewaltbereite Gruppen ihre Anhänger mobilisieren, sich an der Demonstration zu beteiligen.

Schwere Schäden im März

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Bruchmüller, forderte gestern indirekt die Stadt auf, die Demonstration im Mai zu unterbinden oder zumindest mit scharfen Auflagen zu versehen. Die Ereignisse vom 31.März hätten „eine noch nie da gewesene Gewalteskalation gezeigt“. Friedliche Proteste dürften von Gewalttätern nicht missbraucht werden, die Polizei dürfe „nicht länger der Puffer zwischen politischen Entscheidungen und dem gesellschaftlichen Protest sein“.

Mit Sorge sieht auch der Vorsitzende des Frankfurter Einzelhandelsverbands, Joachim Stoll, die angekündigte Demonstration in der Innenstadt. Er hofft, dass es nicht wieder zu schweren Schäden an Geschäften kommt wie im März. Bürger und Polizei müssten zusammenhalten, „um zu verhindern, dass eine ganze Stadt kaputt gemacht wird, die ein ansonsten gutes Image hat“.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Frankfurt Blockupy ruft zu Soli-Demo für Griechenland auf

Der 18. März ist vielen Frankfurtern und Polizisten noch in schlechter Erinnerung. An jenem Tag gipfelten die Blockupy-Proteste gegen die EZB in Gewalt. Nun ruft Blockupy zu einer Demo für Griechenland auf. Schauplatz: Frankfurt. Mehr

02.07.2015, 14:58 Uhr | Rhein-Main
Blockupy-Proteste Polizei rechnet mit weiteren Ausschreitungen

Bei den Protesten des Blockupy-Bündnisses zur Eröffnung der EZB kam es in den frühen Morgenstunden schon zu schweren Ausschreitungen. Mehrere Personen werden festgenommen, nachdem Aktivisten Autos in Brand stecken und Scheiben einschlugen. Gegen Mittag schien sich die Lage etwas zu beruhigen. Mehr

18.03.2015, 17:05 Uhr | Rhein-Main
Rennbahn-Gelände Frankfurt sucht Ideen für Bürgerpark

Die Rennbahn soll der DFB-Akademie weichen, nun sucht die Stadt Frankfurt Ideen für den Bürgerpark. Dafür gebe es noch kein Konzept, sagte Planungsdezernent Olaf Cunitz. Mehr

22.06.2015, 16:47 Uhr | Rhein-Main
Blockupy-Proteste Frankfurt – Stadt des Aufruhrs

Am Mittwoch will die Blockupy-Bewegung Frankfurt lahmlegen. Die Polizei baut die Europäische Zentralbank, deren neue Zentrale dann offiziell eröffnet wird, zur Festung aus. Mit Rebellion kennt sich die Main-Metropole aus – die Stadt blickt auf eine aufrührerische Vergangenheit zurück. Mehr Von Hans Riebsamen

17.03.2015, 16:58 Uhr | Rhein-Main
Kontroverse Protestaktion Symbolische Begräbnisse vor dem Reichstag

Bei einer umstrittenen Aktion des Zentrums für politische Schönheit haben in Berlin tausende Demonstranten die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung symbolisch zu Grabe getragen. Zuvor war es der Gruppe verboten worden, echte Leichen in die Särge zu legen. Mehr

21.06.2015, 19:16 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.04.2012, 19:22 Uhr

Zu Lasten Dritter

Von Manfred Köhler

Die Stromtrasse „Suedlink“ soll nun auf längeren Strecken unterirdisch verlaufen. Wirtschaftsminister Al-Wazir lobt diesen Plan - zahlen müssen Bürger und Wirtschaft. Die Beschlüsse offenbaren einiges über die hessische Energiepolitik. Mehr 1 7