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Gegen die Schulden : Bad Vilbel setzt auf Investoren aus China

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In der Stadt soll ein Großhandelszentrum entstehen. Mit dem Erlös aus Grundstücksverkäufen könnte die Kommune ihre Schulden tilgen.

          Die Stadt Bad Vilbel könnte im nächsten Jahr mit Millionenzahlungen chinesischer Investoren alle ihre Schulden tilgen. Nach Angaben von Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) betragen die Verbindlichkeiten der Kämmerei derzeit knapp 67 Millionen Euro. Mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition und der Freien Wähler und gegen die Stimmen von SPD, Grünen und der von den Grünen abgespaltenen „Neuen Fraktion“ hat die Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend beschlossen, der BCT International Investment GmbH bis Ende September nächsten Jahres eine Kaufoption für die Flächen westlich der Main-Weser-Bahn und des Bad Vilbeler Bahnhofs einzuräumen. Dabei handelt es sich um Gewerbe- und Mischgebietsflächen sowie Wohnbau- und Gemeinbedarfsflächen, die für Quadratmeterpreise zwischen 225 und 450 Euro verkauft werden sollen.

          Während Sprecher der Koalition und der Freien Wähler dafür warben, die Chance zu nutzen, den Chinesen das Angebot zu machen, kritisierten Sprecher von SPD, Grünen und der Neuen Fraktion, dass bislang von der Stadt Fragen ungenügend beantwortet worden seien. Die „unnötige Eile“ sei „eine Schande für ein demokratisch gewähltes Gremium“; insofern habe man „schon viel von China gelernt“, sagte der SPD-Stadtverordnete Christian Kühl.

          Die derzeit größte chinesische Investition in Deutschland

          Bei dem Projekt handelt es sich derzeit um das größte chinesische Investitionsprojekt in Deutschland. Nach Angaben von Stadtrat Klaus Minkel (CDU) könnte die Investitionssumme sogar rund eine Milliarde Euro betragen. Minkel verhandelt seit dem Frühjahr mit dem chinesischen Investor Changqing Lu über den Verkauf der städtischen Grundstücke. Die Stadt hat die Flächen für rund 93,8Millionen Euro angeboten. Lu fungiert zusammen mit Shuping Huang als Geschäftsführer der Firma BCT International Investment, die ihren Sitz in einem Bürogebäude am Dortelweiler Platz hat.

          Die Chinesen können nun bis zum 30.September 2013 Fragen zum Bau und zur Erschließung klären und das Angebot juristisch prüfen. Nach Angaben von Stöhr und Minkel will der Investor auf einer Fläche von 27,5 Hektar vor allem „ein chinesisches Großhandelszentrum mit nationaler und europäischer Bedeutung“ schaffen, um dort Waren für Großabnehmer präsentieren zu können. Der Logistikanteil werde „eher niedrig“ sein, weil von dort Waren in der Regel nicht ausgeliefert werden sollen. Produktionsbetriebe seien nicht geplant. Zudem sollen Büros für Firmenzentralen gebaut werden. Möglich sind auch die Ansiedlung eines Hotels, eines Konferenzzentrums, Gaststätten und Einzelhandel. Die rund 1000 Wohnungen sollen vor allem an chinesische Firmeninhaber verkauft werden, die nach Bad Vilbel ziehen würden.

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