16.12.2012 · Und plötzlich wäre es dunkel. Doch was würde eigentlich passieren, wenn in Frankfurt der Strom ausfiele? Ein Gedankenexperiment.
Von Moritz Mihm, FrankfurtRichtlinien für Lesermeinungen
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Stromausfälle hat es immer gegeben und wird es immer geben.
Den letzte GAU gibts erst wenn kein KKW mehr betrieben wird. Den letzten
Strom aus Kohle und Gas gibts erst, wenn es auf der Welt keine Fossilen
mehr gibt. Beides ist nur eine Frage des WANNS nicht des OBS.
Auch wenn die "Kritiker" der Energiewende so tun als
wüchse Uran und Öl auf Bäumen - es tut es nicht. Und
Three Mile Island, Tschernobyl und Fukushima waren alles "Einzelfälle"...
Versuche mal Dich unabhängig zu machen von Strom und Gas
Wollte einen Holzvergasungskessel installieren lassen und wurde durch
den Schornsteinfeger darauf hingewiesen: Bei häuslichen Holz- und
Kohlefeuerstätten bis einer Gesamtnennwärmeleistung von 50 kW
muss die Schornstein-Mündung einen waagerechten Abstand von min. 15
m einhalten oder die Oberkanten von Lüftungsöffnungen,
Fenster, Türen und Ähnlichem um min. 1 m überragen.
Macht also einen solchen einbau nahezu unmöglich. Auch die
mittlerweile eingetretene Abhängigkeiten von Strom lassen hier
keine wirkliche Alternative zu. Man kann letztendlich nur den Verbrauch
reduzieren und sich immer wieder bewusst Einsparpotentiale
erschließen. So z.B. Abschaffung von Tiefkühltruhen und
solche Artikel nur noch zeitnah zum Gebrauch einkaufen. Das
Einkaufsverhalten soweit optimieren, dass nur noch das direkt zum
Verbrauch benötigte geholt wird und ggf. eine Wochenendplanung im
Kühlschrank landet.
bleiben alle Pumpen stehen, seien es Wasserpumpen, die das Wasser in die
Häuser hochpumpen, seien es Abwasserpumpen oder Benzinpumpen. Der
strombezogene ÖPNV bleibt stehen, die Beleuchtung des
öffentlichen Raumes und aller privaten Wohnungen fällt aus,
alle Fabrikationsbetriebe stehen still, alle Elektrogeräte gehen
nicht, alle Heizungen, außer Holz- und Kohleöfen, fallen aus,
weil nicht mehr steuerbar. Information und Kommunikation funktionieren
nur so lange, wie die Batterien noch gehen. Fahrstühle bleiben
stehen. Die Geschäfte schließen, weil die Türen nicht
mehr automatisch gehen, die elektronischen Kassen nicht funktionieren
und die Kühlung nicht mehr läuft, usw.. Spätestens am
zweiten Tag würde in Großstädten Panik ausbrechen und
die Bevölkerung rebellieren, weil sie null Vorräte hat und
nichts kaufen kann. Wir haben uns im Wachstums- und
Größenwahn gefangen, weil die Mehrheit geglaubt hat,
daß man mit Geld alles kaufen kann.
Die Rechnung wird demnächst präsentiert werden.
@Till Diesing
Und Sie haben vergessen, Herr Diesing, daß auch in abgeschalteten
KKW noch jahrelang
die Brennstäbe gekühlt werden müssen. Deshalb ist Ihre
Aussage zur Zeit leider falsch.
Die Gefährdung wird noch jahrelang anhalten, weil der Ausstieg
nicht ordentlich geplant worden ist.
Die Rechnung wurde schon längst präsentiert.
Sie haben den wichtigsten Punkt nicht aufgezählt: Den Ausfall der
Kühlung von Kernbrennstäben in KKWs. Wenn der Strom wieder da
ist, ist der Lebensraum von Millionen "nachhaltig" verseucht.
Siehe Fukushima, da wurde die Rechnung bereits präsentiert.
Lieber 10 Stromausfälle ohne KKW als einen mit.
Beim Energiegipfel im November hat die Kanzlerin betont, daß es im
bevorstehenden Winter auf die Sicherstellung der Energieversorgung
ankommt. Und sie hat den Eindruck, daß „wir das schaffen
wollen und vielleicht auch schaffen können“.
Man darf annehmen, daß sie damit nicht nur Trinwillershagen
meinte, sondern bestimmt auch Frankfurt. Sollten dort also die Lichter
ausgehen, rufen Sie einfach die Kanzlerin an. Oder schreiben Sie ihr
eine Ansichtskarte.
Der ex-Exportweltmeister Deutschland mutiert zur energetischen "Bananenrepublik"
Abolut zutreffender und damit excellenter Artikel von Herrn Moritz Mihm.
Die FAZ ist eben eine Qualitätszeitung, die dieses politisch und
ökonomisch brisante Thema wenigstens überhaupt anfaßt
und meist kritisch beleuchtet.
Das Einzige, was in dem Artikel fehlt, sind die Kosten, die durch den
Dilettantismus ideologischer Politiker verursacht werden, denn jeder
Netzstabilisierungseingriff verursacht Zusatzkosten, nicht nur der
Blackout. Während ich in D noch nie einen länger andauernden
Blackout erlebt habe, wurde ich bereits 1967 in den USA damit
konfrontiert. Kein Trinkwasser mehr, keine Air-Condition bei 35°C,
kein Licht, kein Herd und die Lebensmittel im Kühlschrank verderben
... .
Nette Aussichten sind das für Deutschland ...
Dafür kostet aber der Strom in Texas nur 7 Cent
Einen Stromausfall habe ich in Erinnerung als der Ausfall des Reaktors Krümmel vor einigen Jahren die Hamburger Innenstadt lahmlegte.
Hä?
Die USA hatten schon 1967 so viele Stromausfälle? Und das mit KKWs?
War denn die USA 1967 eine "Bananenrepublik"?
Irgendwie verstehe ich sie nicht...
Hochrechnung auf das ganze Land
Im Internet kann man sich eine pdf-Datei suchen mit dem
Bundestagsbericht 17/5672 vom 27.4.2011 als 136-seitige
Technikfolgenabschätzung der
Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften –
am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls
der Stromversorgung
Fazit: Nichts wird mehr klappen
Nicht schlecht fuer ein paar Tage..
das waere eine Chance fuer die Bequem-Gesellschaft, mal wieder auf den Teppich zu kommen. Bei unseren laecherlichen Winter-Temperaturen und unseren Wohlstandsbaeuchen erfriert und verhungert keiner, nicht die ersten ein bis zwei Wochen.