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Veröffentlicht: 29.04.2004, 19:22 Uhr

Architektonisches Glanzstück: "Cafe im Holzhausenpark"

Sage noch einmal einer, Ortsbeiräte seien überflüssig. Sie arbeiten einfach nur genauso langsam wie alle anderen Institutionen. Vor fünf Jahren prüfte der Ortsbeirat3 (Nordend), ob ein Cafe im Holzhausenpark eingerichtet werden kann.

Sage noch einmal einer, Ortsbeiräte seien überflüssig. Sie arbeiten einfach nur genauso langsam wie alle anderen Institutionen. Vor fünf Jahren prüfte der Ortsbeirat3 (Nordend), ob ein Cafe im Holzhausenpark eingerichtet werden kann. Im März 2000 hieß es, schon im Sommer werde ein Cafe öffnen. Vor drei Jahren gab der Ortsbeirat bekannt, es gebe eine Investorin (Ingrid Walther) und ein Konzept. Im nächsten Sommer sei es soweit. Vor zehn Tagen - wir schreiben mittlerweile das Jahr 2004 - verkaufte Sebastian Walther das erste Bier in seiner schlicht "Cafe im Holzhausenpark" genannten Holzbox, zu der auch Tische und bequeme Stühle gehören.

Was nach einer weiteren Trinkhalle klingt, ist ein architektonisches Glanzstück: Auf neun Betonpfeilern ruht eine fünf mal fünf Meter große Betonplatte mit hölzernen Seitenwänden. Dafür wurden extra dunkelrote Siebdruckplatten aus Finnland geholt. Geöffnet und geschlossen wird der Kubus durch verschiebbare Edelstahlelemente. In einer Ecke gibt es Kaffee und Eis, in einer anderen Ecke Bier, Wein und Apfelwein sowie Sandwiches und Wiener. Mutter und Sohn Walther, die die paar Quadratmeter Holzhausenpark gemeinsam gepachtet haben, hatten einen Wettbewerb unter Architektur-Studenten der Fachhochschule ausgeschrieben. Den ersten Preis gewann ein Trio, das sich "Studio Mitazi" nennt. Und nachdem Grünflächen- und Denkmalschutzamt zugestimmt hatten, konnte sich Sebastian Walther an die Umsetzung wagen.

Der gelernte Automechaniker, der einige Jahre lang nicht nur Rennwagen reparierte, sondern - als Caterer - an Europas Rennstrecken auch seine Arbeitskollegen mit Essen und Getränken versorgte, ist im Nordend groß geworden. So weiß er genau, auf was er sich eingelassen hat und was von ihm erwartet wird. Der Anfang war vielversprechend, sein Projekt paßt bestens in den Holzhausenpark mit seinem wunderschönen Schlößchen. Und wenn der Ortsbeirat ein Einsehen hat, kann Walther vielleicht schon bald länger als nur bis 22Uhr öffnen. Seine Gäste verhalten sich bisher jedenfalls so vorbildlich und leise, daß es Neuankömmlingen beinahe schwerfällt, das Cafe in der eigentlich doch kleinen Grünanlage auszumachen.

PETER-PHILIPP SCHMITT

("Cafe im Holzhausenpark", Nordend. Geöffnet Montag bis Freitag von 11 bis 22Uhr, Samstag und Sonntag von 10Uhr an.)

Die Quittung

Von Manfred Köhler

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