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Fußball-Weltmeisterschaft Antworten auf die elf wichtigsten Fragen

03.01.2006 ·  Kommt man jetzt noch an Karten? Was machen die, die keine kriegen? Hält das Stadiondach diesmal? Und was ist eigentlich Abseits? Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Fußball-WM.

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Welche Mannschaften spielen in Frankfurt?

Viele Favoriten, nämlich Argentinien, England und die Niederlande. Außerdem kommen Portugal, Paraguay, Südkorea, Togo und Iran für die vier Spiele der Vorrunde. Weil Frankfurt auch ein Viertelfinale bekommen hat, treten hier noch zwei weitere Teams an, die aber natürlich noch nicht feststehen. Gewinnen die Brasilianer ihre Gruppe und überstehen das Achtelfinale, werden sie ebenfalls in Frankfurt auflaufen. Gegner könnte Spanien sein. (trö.)

Kommt man jetzt überhaupt noch an Karten?

Ja. Bis zum 15. Januar läuft die dritte Verkaufsphase im Internet (www.fifaworldcup.yahoo.com). Am 31. Januar werden unter den Bewerbern 250 000 Tickets verlost. Am 15. Februar beginnt die vierte Phase. Sie dauert bis 15. April. Karten werden dann nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" vergeben. Auch eine fünfte Phase vom 1. Mai an ist geplant. Spannend wird es nach der Vorrunde: Wenn feststeht, wer ausgeschieden ist, geben viele Verbände ihre Tickets zurück. Für diese Restkarten soll es in jeder WM-Stadt eine Verkaufsstelle geben. (trö.)

Kann man Karten tauschen?

Jein. Zwar wird es von Februar an eine Tauschbörse auf der Fifa-Internetseite geben, doch dort darf man nur seine personalisierte Karte zum Kaufpreis anbieten oder Kaufwünsche eintragen. Das Organisationskomitee will Angebot und Nachfrage koordinieren. Außerdem erlaubt: eine Weitergabe der Tickets innerhalb der Familie. Tausch mit Freunden oder Weitergabe sind verboten - es sei denn, es liegen "besondere Fälle" vor: Krankheit, Hochzeit, Tod. Dann kostet das Übertragen eine Gebühr. (trö.)

Wie wird am Stadion kontrolliert?

Das Gelände ist weiträumig umzäunt. An diesem äußeren Sicherheitsring werden Fans auf gefährliche Gegenstände hin durchsucht und müssen ihre Eintrittskarten zeigen. In Einzelfällen ist der Personalausweis gefragt, um sicherzustellen, daß der auf dem Ticket aufgedruckte Name mit dem des Zuschauers übereinstimmt. Am inneren Sicherheitsring, das heißt den Eingängen in die Arena, sind die Tickets an ein Lesegerät zu halten, das den Zugang durch ein Drehkreuz freigibt. Bei brisanten Begegnungen könnten die Kontrollen verschärft werden. (ler.)

Hält das Stadiondach diesmal?

Im Prinzip ja. Sportdezernent Joachim Vandreike hat zuletzt bei der Auslosung der WM-Paarungen in Leipzig bekräftigt: Wir haben alles wieder im Griff. Bis Ende März bleibt es bei jener Einzelfallregelung, nach der das Dach, das beim Confederations Cup im Sommer und vor dem Bundesliga- Spiel gegen Schalke Wassermassen auf den Rasen niedergehen ließ, bei entsprechender Wettervorhersage geschlossen werden darf. Allerdings ist dafür die Erlaubnis der Obersten Bauaufsicht nötig. Zur WM soll es dann wieder ohne die Behörde gehen. (bad.)

Was machen die Leute, die keine Karten haben?

Die Spiele mit Freunden schauen, am besten draußen. Frankfurt zum Beispiel verankert eine schwimmende Videowand auf dem Main, auf der die Fans die Partien von beiden Ufern aus sehen können. Der Eintritt ist frei. Außerdem wird es die "Sky-Arena" geben - eine nächtliche Illumination von elf Hochhäusern. Wiesbaden baut eine große Leinwand im Kurgarten auf. Der Eintritt dort ist ebenso frei wie in Darmstadt, wo die Leinwand im Carree stehen wird. In Mainz werden die Spiele in einem eigens errichteten Stadion im Volkspark zu sehen sein - allerdings gegen Entgelt. Offenbach verzichtet auf eine Leinwand: 230 000 Euro für vier Wochen seien zu teuer. (trö.)

Wie ist die Polizei vorbereitet?

Das Frankfurter Stadion sei sicher, heißt es. Die "Main-Arena", in der alle Spiele live auf einer Riesenleinwand gezeigt werden, ist eingezäunt, und auch dort sind Sicherheitskontrollen vorgesehen. Die Polizeipräsenz in der Innenstadt wird während der WM-Wochen deutlich intensiviert, um im Notfall frühzeitig reagieren zu können. Neben den englischen Fans gelten auch die Holländer als potentielle Unruhestifter. Vor dem Spiel Niederlande gegen Argentinien sind daher schon Vorkontrollen auf den Autobahnen vorgesehen. Zudem setzt die Polizei darauf, daß ausländische Gewalttäter ihre Heimatländer erst gar nicht verlassen dürfen. Um die befürchtete drastische Zunahme der Zwangsprostitution in Grenzen zu halten, werden die Kontrollen im Rotlichtviertel verstärkt. Insgesamt gilt für Robert Schäfer, den WM-Einsatzleiter der hessischen Polizei, die Parole: Für Sicherheit sorgen, ohne den Fans den Spaß zu verderben. (ler.)

Wo kommen die Fans unter?

Der Vorschlag, Engländer und Holländer im Technischen Rathaus am Frankfurter Römerberg einzuquartieren, um die Kosten für den geplanten Abriß zu sparen, ist nicht schlecht - tatsächlich werden die zahllosen ausländischen Schlachtenbummler aber wohl eher konventionelle Unterkünfte wählen. Die Bettenkapazitäten in der Region dürften groß genug sein, den erwarteten Ansturm zu bewältigen. Neben Hotels und Pensionen bieten inzwischen auch private Vermieter einzelne Räume oder ganze Wohnungen an, das Angebot auf den verschiedenen Internet-Portalen (etwa www.wm-zimmer-2006.de, www.city-mitwohnzentrale.de oder www.frankfurt-living.com) wird stetig größer. (bad.)

Welche Mannschaften nehmen in der Region Quartier?

Wer wo wohnt, das ist einerseits hochpolitisch (klar, daß die Deutschen in Berlin wohnen) andererseits ist das eine Frage der Finanzen, der Logistik und des Prestiges. In Frankfurt nimmt die Verwaltungsspitze der WM Quartier, drumherum sind, zumindest kurzfristig, Spieler und Trainer untergebracht: In der Stadtmitte, im Hotel Frankfurter Hof, residieren die Fifa-Bosse mit Joseph Blatter an der Spitze und wohnen Repräsentanten der Hauptsponsoren, im Kempinski Gravenbruch sind die Schiedsrichter untergebracht. Im Kempinski-Hotel in Falkenstein übernachten die Brasilianer. Saudi-Arabien hat Zimmer im Hotel Dolce in Bad Nauheim bestellt. Die Mannschaft soll dort wohnen, die VIPs aus dem Wüstenstaat übernachten anderswo, dem Vernehmen nach in Frankfurt. Nicht mehr ganz in der Region, aber nicht sehr weit weg, ist Heidelberg: Dort sollen im Holiday Inn die Fußballer aus Costa Rica untergebracht werden. (jv.)

Wer profitiert in der Region von der WM?

In erster Linie der Flughafen, die Hotellerie und die Gastronomie - schließlich wollen die Besucher nicht nur bequem ankommen, sondern auch ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen und vor allem zu trinken. Aber auch der Einzelhandel hofft auf das große Geld: Der wahre Fan benötigt natürlich Trikots, Fahnen und jede Menge anderen WM-Schnickschnack, und wer nicht ins Stadion kommt, braucht wenigstens einen Flachbildschirm. Für alle, die womöglich aus Langeweile shoppen wollen, gibt die Landesregierung außerdem die Ladenöffnungszeiten frei. Und dann sind da noch die nicht ganz so offensichtlichen Profiteure: Jene Firmen, die als Dienstleister alle möglichen Aufträge rund um die fünf Spiele in Frankfurt anbieten - von der Bewirtung im Stadion bis zur Schulung von Sicherheits- und Servicepersonal. (bad.)

Und was ist eigentlich Abseits?

Ein Spieler steht im Abseits, wenn er beim Paß eines Mitspielers der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball. Ausnahmen: Er ist noch in der eigenen Hälfte oder steht nicht näher zur gegnerischen Torlinie als mindestens zwei seiner Gegner: "Gleiche Höhe" ist keine Abseitsstellung. Strafbar ist das Herumstehen im Abseits aber nur, wenn der Fußballer dort nicht nur steht, sondern auf das Spiel einwirkt oder einen Vorteil erlangt. Alles andere heißt passives Abseits, das aber manchmal wieder aktiv werden kann. Schrecklich kompliziert das Ganze. Fragen Sie lieber Ihre Frau. (trö.)

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