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Fußball-Leistungszentrum DFB favorisiert Frankfurt

Die Stadt Frankfurt kann sich konkrete Hoffnungen machen, Standort des geplanten DFB-Leistungszentrums zu werden. Die Entscheidung über das 40 Millionen Euro-Projekt fällt voraussichtlich im Herbst.

© Wresch, Jonas Vergrößern Zukunftsvision: In der Nähe des Stadionbads könnte bald das DFB-Leistungszentrum stehen.

Die Stadt Frankfurt kann sich konkrete Hoffnungen machen, Standort des geplanten DFB-Leistungszentrums zu werden. Wie der Deutsche Fußball-Bund gestern mitteilte, favorisiert das Präsidium Frankfurt. Als Gründe werden die Nähe zum Sitz des DFB an der Otto-Fleck-Schneise neben der WM-Arena im Stadtwald und die infrastrukturellen Rahmenbedingungen genannt.

Allerdings ist noch nicht entschieden, ob das Zentrum tatsächlich gebaut wird. Wie der DFB weiter mitteilt, soll nun ein Projektplan erstellt werden, „der alle inhaltlichen und wirtschaftlichen Parameter zusammenfasst“. Mit der Leitung einer entsprechenden Arbeitsgruppe wurde Generalsekretär Helmut Sandrock beauftragt. Er soll dem Präsidium ein Konzept vorlegen. Erst dann wird laut Mitteilung eine Grundsatzentscheidung über den Bau des Zentrums getroffen. Einen Termin nennt die Mitteilung nicht. Laut Insidern könnte es jedoch auf dem DFB-Bundestag im Oktober in Nürnberg so weit sein.

Ein Fitness- und Rehazentrum für die Profis

Innerhalb des DFB gilt vor allem Oliver Bierhoff, Manager der Nationalmannschaft, als treibende Kraft des Vorhabens, dessen Kosten auf 40 Millionen Euro geschätzt werden. Das Zentrum soll nach Bierhoffs Vorstellungen unter anderem mehrere Fußballplätze sowie ein Fitness- und Rehazentrum umfassen. Es soll von allen Nationalmannschaften des DFB, also auch jenen der Frauen und der Junioren, und zur Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern genutzt werden.

Auch Präsident Niersbach soll sich intern für das Zentrum einsetzen, hat allerdings eine öffentliche Festlegung bisher vermieden. Hintergrund sind dem Vernehmen nach Bedenken von Landes- und Regionalverbänden, die um den Status ihrer eigenen Sportschulen bangen.

Außer Frankfurt hatten sich nach Angaben von Bierhoff rund zehn Städte in Deutschland beworben, darunter Köln, Duisburg, Hamburg und München. Auf Betreiben von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) hatte Frankfurt das Planungsbüro Albert Speer & Partner (AS & P) mit einem ersten Konzept beauftragt und dies Bierhoff präsentiert. Die Stadt ist offenbar bereit, dem DFB die Fläche unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Eine neue Geschäftsstelle für die Eintracht

Das Gebäude des Trainingszentrums soll in der Nähe des Stadionbads entstehen. Ihm würden auch die Trainingsplätze zugeschlagen, die östlich der Straße liegen, die auf die Haupttribüne der Arena im Stadtwald zuführt. Zudem müsste dem Zentrum die Tennisanlage weichen.

Nach Angaben der Stadt ist die Planung mit der Eintracht abgestimmt, die ihrerseits neben dem Stadion eine neue Geschäftsstelle bauen will. Stadtrat Frank äußerte sich gestern sehr erfreut über die Mitteilung des DFB. Man werde alles tun, „damit sich Jogi Löw und seine Jungs in unserer Stadt wohl fühlen“.

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Quelle: F.A.Z.

 
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