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Kommentar zur Volksbank : Nicht die letzte Bankenfusion

Gemeinsam: Eva Wunsch-Weber und Armin Pabst wollen die Volksbanken aus Frankfurt und Griesheim fusionieren. Bild: Frank Röth

Die Volksbank Griesheim wollte selbständig bleiben. Aber die Regulierungsauflagen machen das unmöglich. Deshalb fusioniert sie nun mit der Frankfurter Volksbank.

          Ob die obersten Bankenaufseher schon einmal in Griesheim waren? Eher unwahrscheinlich. Aber sie sollten darüber nachdenken. Es wäre eine Bildungsreise. Denn die kleine Volksbank im Frankfurter Westen droht im Würgegriff der seit der Finanzkrise massiv angestiegenen europäischen Regulierungsauflagen zu ersticken und hat deshalb den lange tapfer geführten Kampf um die Eigenständigkeit nun aufgegeben. Wie soll eine Bank mit 40 Mitarbeitern die Flut an Briefen, Aufgaben und Auflagen allein bewältigen? Gar nicht, lautet die Antwort der Volksbank Griesheim, die deshalb mit der deutlich größeren Frankfurter Volksbank fusioniert.

          Bei aller Anerkennung für den Wunsch nach Selbständigkeit ist der Zusammenschluss für Kunden, Eigentümer und Mitarbeiter der Volksbank Griesheim aller Wahrscheinlichkeit nach keine schlechte Nachricht. Die Frankfurter Volksbank hat bei früheren Fusionen bewiesen, dass man ihr vertrauen kann. Es gab keine betriebsbedingten Kündigungen, die Geschäftsstellen wurden nicht geschlossen.

          Bankenlandschaft wird sich verändern

          Die Kunden behalten ihre Bank mit Präsenz am Ort, die Mitarbeiter bekommen im größeren Konzern vielseitigere Perspektiven. Und die Eigentümer müssen nicht befürchten, dass die Bank irgendwann im Markt abgehängt wird, weil sie des Papierkrams und der Digitalisierung nicht mehr Herr wird.

          Dennoch geht auch mit dieser wenn auch kleinen Fusion ein Stück Vielfalt verloren. Der von dieser Vielfalt getragene Wettbewerb ist eine tragende Säule der Marktwirtschaft und darüber hinaus ein Motor für Innovation und Kreativität. Wettbewerb führt zu niedrigeren Preisen und zu höherer Qualität.

          Das ist aber eine eher abstrakte Überlegung für die Verantwortlichen in den überwiegend kleinen Volksbanken. Sie werden sich regelmäßig fragen, ob eine Fusion zu einer größeren Einheit nicht zum eigenen Vorteil ist. Betriebswirtschaftlich kann man den Managern für solche Überlegungen keinen Vorwurf machen, volkswirtschaftlich bleibt die Entwicklung bedauerlich. Dass die Fusion von Frankfurt nicht die letzte sein wird, steht jedenfalls fest. Die Bankenlandschaft wird sich in den nächsten Jahren massiv verändern.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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