Mitte Juni ist beim FSV Frankfurt Trainingsstart in die neue Saison - sofern die Bornheimer in der zweiten Liga bleiben. Ansonsten wäre der Auftakt für die Mannschaft vor der Drittliga-Spielzeit früher. Durch das 0:1 am Dienstag beim Aufstiegsanwärter Fortuna Düsseldorf ist bei Trainer Benno Möhlmann offenbar die Befürchtung gewachsen, dass der FSV sein Klassenziel verfehlt. Er sagte: „ Ich wäre schon froh, wenn wir es am letzten Spieltag über die Relegation hinkriegen und die Liga halten.“ So aufgewühlt haben sie ihn in Frankfurt noch nicht erlebt. „Er war enttäuscht“, sagte Sportchef Uwe Stöver am Mittwoch. „Er will vor Augen führen, dass wir noch nichts erreicht haben.“ Trotzdem war es womöglich das falsche Signal an seine Spieler. Denn die blieben zuvor fünf Spiele ohne Niederlage. Doch bei der Fortuna, der ein Treffer von Jovanovic (55.) reichte, vermisste Möhlmann den Willen seiner Profis, aus der anfänglichen Verunsicherung des Gegners Kapital zu schlagen. „Ich hatte das Gefühl, dass einige meinen, wir sind schon durch, weil wir einen schönen Zwischenspurt eingelegt haben. Wir müssen aber konsequent um den Erfolg fighten und an die Grenzen gehen.“
Vor den abschließenden vier Spieltagen spitzt sich die Situation zu. Stöver warnt auch vor Fehlverhalten. „Es gilt, die Konzentration hoch zu halten und Emotionen positiver und negativer Art zu unterdrücken.“ Und weiter: „Wir haben alle Berechtigung, den Kopf hoch zu tragen. Wir haben die Qualität, an diesem Freitag in Rostock zu gewinnen.“ Das Team von Trainer Wolfgang Wolf entschied drei Spiele nacheinander für sich und verkürzte so den Abstand auf den Fünfzehnten Frankfurt auf vier Punkte. Deswegen sollten die Bornheimer einen Misserfolg an der Ostsee vermeiden. Für Stöver kommt der Rostocker Aufwärtstrend „schon ein bisschen überraschend“. Möhlmann hingegen sagt: „Man braucht nicht überrascht zu sein. In der zweiten Liga gibt keiner freiwillig den Löffel ab und geht runter.“ Das Rostocker Restprogramm ist ähnlich schwer wie das der Frankfurter. Diese empfangen zu Hause Fürth und am letzten Spieltag Dresden. Zuvor müssen sie noch in Paderborn antreten. Nach dem Duell mit dem FSV hat Hansa zwei Auswärtsspiele gegen St. Pauli und Union Berlin, bevor es vor eigenem Publikum zum Saisonfinale gegen Fürth kommt. Auch auf den hinter dem FSV liegenden Karlsruher SC warten im Abstiegskampf noch schwere Aufgaben.
Möhlmann setzt auf einen Lerneffekt bei seiner Mannschaft
Macauley Chrisantus fehlte in Düsseldorf im Frankfurter Kader. Mit dem Stürmer ist Möhlmann unzufrieden, setzt er doch die Vorgaben auf dem Platz nicht um. Ob Chrisantus in Rostock eine Bewährungschance erhält, ließ sein Trainer am Mittwoch offen. „Wir haben nicht die Qualität, die Gegner vom Sockel zu hauen“, sagte er. Die Rostocker sieht Möhlmann „von der Papierform her auf Augenhöhe“. Ohne „ harten Kampf“ werde es aber auch dort nicht gehen. „Das müssen wir begreifen.“
Möhlmann setzt auf einen Lerneffekt bei seiner Mannschaft. Seinen Urlaub hat er dennoch erst für die Zeit nach den Relegationsspielen gebucht.