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FSV Frankfurt Micanskis Abschiedsgeschenk

 ·  Der Stürmer war der entscheidende Faktor für den Klassenverbleib des FSV. Auch beim 1:1 gegen Dresden trifft er. Dynamo-Fans zünden Rauchbomben.

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Am Schluss zeigte er noch einmal seine Muskeln: Ilian Micanski lief vor die Tribüne, zog das Trikot nach oben und rief die Mannschaft zur gemeinsam Feier zusammen. Sein Treffer (73. Minute) zum 1:1-Endstand gegen Dynamo Dresden, Zlatko Dedic hatte die Sachsen in Führung gebracht (58.), markierte am Sonntag den Schlusspunkt einer aufregenden Saison für den FSV Frankfurt. Es war der neunte Treffer des Sechsundzwanzigjährigen für die Bornheimer, und es war so etwas wie sein Abschiedsgruß. „Der Spieler hat sich hier in bester Manier gezeigt und seinen Marktwert entsprechend untermauert“, sagte Uwe Stöver, der Geschäftsführer Sport, und widersprach Spekulationen, wonach Micanski nach der Sommerpause wieder das Trikot des FSV überstreift: „Wenn der Spieler Kaiserslautern mal verlassen sollte, wird sicher auch wieder eine Ablöse im Raum stehen, und wir können keine Ablöse zahlen.“

Das Leihgeschäft mit Micanski hat sich auch so gelohnt - für beide Seiten. Der Angreifer war der entscheidende Faktor dafür, dass die Frankfurter auch im kommenden Jahr wieder in der Zweiten Fußball-Bundesliga spielen dürfen. „Das Wichtigste war, dass ich spielen und zeigen konnte, dass es kein Problem für mich ist, Tore zu schießen“, sagte Micanski. Bis auf Tabellenplatz dreizehn ist der FSV so dank der Hilfe des Bulgaren geklettert, und das zahlt sich aus: Im Vergleich zu dieser Saison gibt es in der neuen Spielzeit rund 330.000 Euro mehr Fernsehgeld, zudem qualifizierte sich der Verein im DFB-Pokal für den Lostopf der Bundesligavereine und geht damit einem schweren Spiel wie gegen Bayern München oder Borussia Dortmund zumindest in der ersten Runde aus dem Weg. „Ilian wird nicht einfach ihn zu ersetzen, er hatte hier eine tolle Trefferquote“, sagte Stöver. Doch der Gelobte selbst hält sich zumindest in der Öffentlichkeit noch viele Wege offen: „Nicht nur Kaiserslautern und der FSV sind Optionen für mich“, sagte er. „Ich kann nur betonen, dass ich spielen möchte.“ Zu den Verantwortlichen des FSV habe er seit vier, fünf Monaten keinen Kontakt mehr.

Aus eigener Kraft

Als der letzte Abpfiff der Saison ertönt war, wollten Spieler und Verantwortliche mit den Anhängern feiern. Immerhin rund 8000 Zuschauer waren in das Stadion am Bornheimer Hang gekommen, doch die äußeren Umstände waren alles andere als gut. Zunächst fing es an zu regnen, dann drängten viele der 2700 Dynamo-Anhänger auf den Stehplätzen, manche von ihnen vermummt, auf den Platz. Sie zerstörten Werbebanden, zündeten Rauchbomben und Bengalo-Feuer und schmissen einige davon über den Rasen. Polizei und Ordnungskräfte postierten sich an der Mittellinie. Nach etwa einer Viertelstunde zogen sich die Anhänger zurück in ihrem Block. Zweifelhaft war, was der Dresdner Trainer Ralf Loose kurz danach in der Pressekonferenz sagte: „Ich möchte mich recht herzlich bedanken bei den Fans, die uns phantastisch unterstützt haben.“ Die Verantwortlichen des FSV sahen das anders: „Ich gehe davon aus, dass das eine oder andere zerstört worden ist. Das wird man aufnehmen, das wir man sich anschauen und dann wir man entsprechende Dinge klären“, sagte Stöver. „Das ist sehr ärgerlich. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas schon mal am Bornheimer Hang gab. Das hat mit Fußball nichts zu tun.“

Es war der letzte Eindruck, der von diesem Spiel blieb. Während der neunzig Minuten hatten beide Mannschaften wenig Elan gezeigt, ihnen war anzumerken, dass es für kein Team mehr um etwas ging. Dedic traf nach dem Seitenwechsel mit einer Bogenlampe aus dreißig Metern, die linke Abwehrseite des FSV zeigte sich in dieser Szene indisponiert. Doch danach war der Mannschaft von Trainer Benno Möhlmann anzumerken, dass es doch noch etwas zu verlieren gab: Kein Heimspiel hatte der FSV in diesem Jahr verloren, und dabei sollte es bleiben, weil Micanski nach einem Doppelpass mit Michael Görlitz erfolgreich war. Den möglichen Siegtreffer von Mickael Poté erkannte Schiedsrichter Christian Fischer nicht an, der Angreifer soll Torwart Patrick Klandt gefoult haben. Loose hatte eine andere Meinung: „Nichts gesehen - und doch gepfiffen.“

Es war nicht das Entscheidende in diesem Jahr. Der FSV hat den Klassenverbleib aus eigener Kraft geschafft, er musste nicht - wie Alemannia Aachen - zur Eintracht nach Karlsruhe schauen und bangen. Auf ihre Unterstützung wäre auch kein Verlass gewesen. So bleibt die Erinnerung an zwei Stadtderbys und an eine Saison in einer Liga mit dem großen Nachbarn. Das wird es in der kommenden Spielzeit nicht mehr geben, und doch geben einigen die Hoffnung auf eine Wiederholung nicht auf. In der U-Bahn schickten Bornheimer Fans einige musikalische Grüße los: „In einem Jahr, in einem Jahr ist die Eintracht wieder da!“

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Jahrgang 1981, Sportredakteur.

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