Home
http://www.faz.net/-gzg-753n4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

FSV Frankfurt Einfach übertölpelt

Der FSV Frankfurt verspielt binnen drei Minuten eine Führung und verliert 1:2 bei Hertha BSC.

© dpa Vergrößern Gute Ansätze: Nils Teixeira ist dabei, den Berliner Ramos zu stören.

Atmosphärisch war es ein ziemlich einzigartiges Fußballspiel im Berliner Olympiastadion. Die Hertha-Fans präsentierten zum Anpfiff der letzten Bundesligapartie des Jahres ein Transparent, um ihre Forderung nach Mitsprache in Sicherheitsfragen zu dokumentieren („DFL: Vor lauter Dialogbereitschaft habt ihr vergessen mit uns zu reden“). Was danach über neunzig Minuten gegen den FSV Frankfurt folgte, war Schweigen. Und so kam es, dass zeitweilig das Klingeln des Brezelverkäufers durch das mitunter mucksmäuschenstille Stadion hallte und von allen 30.000 Zuschauern zu hören war. Aber auch die vierzig, fünfzig FSV-Anhänger konnten sich so immer wieder Gehör verschaffen, von einem Auswärtsspiel im eigentlichen Sinne konnte also für die Bornheimer in Berlin nicht die Rede sein.

Michael Horeni Folgen:  

Wie sich der FSV dann auch sportlich sehr lange präsentierte, war ebenfalls nicht dazu angetan, Stimmung im Olympiastadion aufkommen zu lassen. Bis zur 82. Minuten führten die Frankfurter völlig überraschend, aber nicht ganz unverdient durch einen Treffer von Michael Görlitz in der 55. Minute 1:0. Aber eine Unachtsamkeit nach einem blitzschnell ausgeführten Freistoß von Ronny, den Marcel Ndjeng zum kaum mehr erwarteten Ausgleich nutzte, brachte den FSV von seinem erfolgreichen Weg ab. Keine 100 Sekunden später hatten die Frankfurter ihre gesamte Vorarbeit verspielt, als sie bei einem schnellen Berliner Gegenangriff ungewohnt unsortiert den entscheidenden Treffer durch Ronny (84. Minute) hinnehmen mussten. Mit einem Sieg beim nun neuen Tabellenführer hätte der FSV als Vierter sogar in der Nähe der Aufstiegsränge überwintert. „Wenn man nach 19 Spielen mit 27 Punkten dasteht, wäre normalerweise jeder zufrieden“, sagte FSV-Torhüter Patric Klandt: „Doch so, wie es zuletzt in einigen Spielen gelaufen ist, bin ich persönlich nicht zufrieden, weil wir einfach mehr Punkte hätten holen müssen.“

Mehr zum Thema

Trainer Benno Möhlmann sagte: „Wir haben absolut unnötig das 1:1 bekommen, auch wenn man wie meine Spieler meint, dass der Freistoß nicht berechtigt war.“ Der eingewechselte Sandro Wagner war eher selbst als durch seinen Gegner zu Fall gekommen. „Man muss einfach aufpassen und eine schnelle Ausführung nicht zulassen oder die Außen zumachen“, sagte Möhlmann über den Frankfurter Sekundenschlaf in der Abwehr, den Ronny zu seinem Zuspiel auf den völlig freistehenden Ndjeng nutzte, der allein vor Torwart Klandt keine Mühe mehr hatte, den Ausgleich zu erzielen. „Einfach übertölpelt“, schimpfte der FSV-Trainer über den entscheidenden Moment des Tages, „und wenn man dann kurz danach das zweite Tor durch einen guten schnellen Gegenangriff bekommt, dann tut das weh. Denn wir haben eine gute Mannschaftsleistung gezeigt und hatten uns ein Unentschieden verdient.“

Quelle: F.A.S.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
S-Bahn in Frankfurt Ein Tunnel und zwei neue Bahnhöfe

Die Pläne für die Nordmainische S-Bahn werden konkreter und noch nie war die Chance so groß, dass das Millionen-Projekt umgesetzt wird. Doch alles hängt von der Frage ab, als wie dringlich das Projekt einzustufen ist. Mehr Von Hans Riebsamen, Frankfurt

23.01.2015, 10:04 Uhr | Rhein-Main
Griechenland Ziegenbock stört Fußballspiel

Da hätten weder Torlinien-Technik noch Freistoß-Schaum geholfen: Ein äußerst sturer Ziegenbock hat massiv in ein Fußballspiel auf Kreta eingegriffen. Mehr

06.12.2014, 10:04 Uhr | Sport
Australian Open Julia Görges siegt sich ins Achtelfinale

Nach einem hart errungenen Sieg erreicht Julia Görges das Achtelfinale von Melbourne. So weit war sie schon lange nicht mehr gekommen. Dagegen scheitert Carina Witthöft. Mehr

23.01.2015, 03:44 Uhr | Sport
Wir müssen die zweite Liga halten

Das Ziel für den FSV Frankfurt in dieser Saison ist klar: Abermals will der Klub aus Bornheim in der zweiten Bundesliga bleiben. Trainer Benno Möhlmann hat aber noch einen anderen Wunsch. Mehr

05.09.2014, 10:30 Uhr | Sport
Eintracht Frankfurt Zambrano soll an die lange Leine

Carlos Zambrano arbeitet im Trainingslager hart an sich und seiner Form. Der Defensivspieler will in Frankfurt bleiben – wenn ihm die finanziellen Bedingungen zusagen. Mehr Von Marc Heinrich

22.01.2015, 06:01 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.12.2012, 20:12 Uhr

K.-o.-Sieg ohne Gegner für den Eintracht-Präsidenten

Von Marc Heinrich

Peter Fischer bleibt Präsident von Eintracht Frankfurt. Er ist ein Präsident, der vieles richtig gemacht hat, um das anhaltende Wachstum des Klubs zu fördern. Sein Herausforderer schaffte es nicht, für Wechselstimmung zu sorgen. Mehr 1