http://www.faz.net/-gzg-8j06w

Uni-Klinikum Marburg : Frühchen-Krankenschwester aus U-Haft entlassen

  • Aktualisiert am

In Marburg hat eine Krankenschwester drei Babys Narkose- und Beruhigungsmittel verabreicht - unerlaubt. Nun wurde sie aus der U-Haft entlassen. (Symbolbild) Bild: dpa

Eine Krankenschwester soll Babys unerlaubt Narkosemittel gegeben haben. Ein Tötungsdelikt können die Ermittler ihr aber nicht nachweisen. Nun geht es um andere Vorwürfe.

          Fünf Monate nach ihrer Festnahme kommt eine in Verdacht geratene Marburger Frühchen-Krankenschwester wieder auf freien Fuß. Wegen neuer Ermittlungsergebnisse sei die Aufhebung des Untersuchungshaftbefehls beantragt worden, berichtete die Staatsanwaltschaft am Montag. Grund: Es gebe derzeit keinen dringenden Tatverdacht auf ein Tötungsdelikt mehr.

          Die Krankenschwester des Uni-Klinikums Marburg war im Februar in Haft gekommen, weil sie mindestens einem Frühchen unerlaubt Narkosemittel verabreicht und es so beinahe getötet haben soll. Rasch kamen weitere Verdachtsfälle auf - die Ermittler ließen sogar ein auf der Frühchenstation der Klinik gestorbenes Baby exhumieren.

          Suche nach dem Motiv läuft weiter

          Die Ermittler gehen nun nach dem Ergebnis eines Gutachtens davon aus, dass die Krankenschwester insgesamt drei Frühchen Narkose- oder Beruhigungsmittel gab. Allerdings könne ihr kein Tötungsdelikt nachgewiesen werden. Zwei Kinder überlebten, bei dem dritten handelte es sich um das exhumierte Baby. Es sei unwahrscheinlich, dass die Mittel zum Tod führten, sagte eine Sprecherin der Marburger Staatsanwaltschaft.

          Der Krankenschwester „ging es nicht um den Tod der Kinder“, erläuterte die Sprecherin weiter. Nach der Verabreichung der Arzneien habe sie Schritte unternommen, das Leben der Kinder zu retten. Warum sie den Babys überhaupt die Mittel gab, blieb zunächst unklar. Die Suche nach dem Motiv laufe weiter, sagte die Sprecherin.

          Bei den weiteren Ermittlungen soll auch geprüft werden, ob nun Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie gefährliche Körperverletzung in Betracht kommen. Die Krankenschwester war nach einer nicht zu erklärenden „Krisensituation“ bei einem Baby auf der Marburger Frühchen-Station in Verdacht geraten.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bringen die SPD wieder voran? Martin Schulz (vorne), Stephan Weil und Thorsten Schäfer-Gümbel.

          SPD : Der wahre Sieger der Bundestagswahl

          So ein bisschen freuen sich die Sozialdemokraten über das katastrophale Ergebnis der Bundestagswahl. Endlich sind sie die Union los. In der Opposition soll alles besser werden.

          Weinstein und die Folgen : Man sagte mir, keiner würde mir glauben

          Warum schweigen Frauen, wenn sie sexuell belästigt wurden? Sie täten es nicht, wenn sie daran glauben würden, dass es einen anderen Weg gäbe, den Launen der Männer ohne Beschädigung zu entgehen. Ein Gastbeitrag.
          Christine Hohmann-Dennhardt, ehemals Daimler und VW.

          Absprachen-Verdacht : Die doppelte Kronzeugin im Autokartell

          Hinter den Selbstanzeigen von Daimler und VW steckt offenbar ein und dieselbe Person: Christine Hohmann-Dennhardt war an beiden Tatorten. Der Gelackmeierte im Spiel ist BMW.
          Im Alter jeden Cent umdrehen zu müssen - das befürchten viele Arbeitnehmer.

          Sinkendes Rentenniveau : Vorsorgen kann jeder

          Mit der gesetzlichen Rente kommen Pensionäre nicht mehr weit. Jeder zweite Single in Deutschland sorgt sich, seinen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Dabei ist das gar nicht so schwer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.