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Friedberger Römerbad Altes Gemäuer erstrahlt in bunten Farben

 ·  Das sanierte Römerbad in der Friedberger Burg kann als Teil des Unesco-Welterbes Limes wieder besichtigt werden.

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Die römische Badeanlage in der Friedberger Burg, die zu den am besten erhaltenen römischen Ruinen in Hessen zählt, kann nach einer einjährigen Sanierungsphase wieder besichtigt werden. Die verhältnismäßig gut konservierten Überreste des Römerbads, das Teil der Unesco-Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reichs“ ist, befinden sich in einem Keller des Burggymnasiums.

Die Sanierungsarbeiten wurden vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft des Wetteraukreises in Zusammenarbeit mit dem Wetterauer Kreisarchäologen Jörg Lindenthal und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen koordiniert. Die für die Sanierung erforderlichen rund 112.000 Euro wurden zu gut zwei Dritteln aus dem Etat der Landesarchäologie gezahlt.

Moderne Beleuchtungsanlage installiert

So wurden in dem Kellerraum auch eine neue Wand eingebaut, die Außenfenster ausgewechselt und ein Heizkörper umgebaut. Um verschiedene Abschnitte und Funktionsräume des archäologischen Denkmals in verschiedenen Farben effektvoll anstrahlen zu können, wurde auch eine moderne Beleuchtungsanlage installiert. Der einstige Warmbaderaum, die ehemalige Heizanlage und die Reste der Fußbodenheizung können zum Beispiel in Rot, der frühere Kaltbaderaum und das damalige Kaltwasserbecken hingegen in Blau illuminiert werden.

Die Badeanlage liegt innerhalb des früheren römischen Kastellplatzes Friedberg. Die Römer nutzten einst die strategische Lage des geschützten Burgberges für militärische Zwecke. Ab etwa 89 nach Christus lag auf der Anhöhe eine 1000 Mann starke Einheit mit Reitern und Bogenschützen. Das römische Kastell wurde durch den Bau der mittelalterlichen Burg fast vollständig zerstört. Erhalten ist nur das kleine Badegebäude, das 2005 mit in das Unesco-Welterbe Limes aufgenommen wurde.

Die Reste der Badeanlage, die überwiegend aus Basaltbruchsteinen errichtet wurde, waren mehrere Jahrhunderte lang verschüttet. Im Zuge der Bauarbeiten für das Burggymnasium wurde das Römerbad erst 1963 wieder entdeckt und in das Schulgebäude integriert. Es kann nun wieder bei Stadtführungen besichtigt werden, die sonntags um 14 Uhr am Wetterau-Museum, Haagstraße 16, beginnen. Führungen für Gruppen und Schulklassen können unter der Rufnummer 0 60 31/8 82 61 vereinbart werden.

Im Mittelalter erbaute Mikwe

Nur morgen bietet die Natur- und Kulturführerin Annette Miksch eine Themenführung zur zweitausendjährigen Geschichte der Badekultur in Friedberg an. Verkleidet als mittelalterliche Bademagd, wird Miksch über fünf verschiedene Bäder aus längst vergangenen Epochen informieren. Bei der Führung werden auch das Römerbad, die im Mittelalter erbaute Mikwe und das seit 1980 geschlossene Jugendstil-Hallenbad besichtigt, dass nur selten für Führungen geöffnet wird. Der abendliche Spaziergang beginnt um 19 Uhr am Burgtor an der Kaiserstraße. Die Teilnahme kostet fünf Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder.

Informationen und Anmeldung unter Telefon 0 60 47 / 9 77 01 93.

Quelle: F.A.Z.
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