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Frauenfußball Wolfsburg zu stark für Frankfurt

Die beste Saisonleistung des FFC Frankfurt reicht nicht, damit der Seriensieger der Vergangenheit noch gut genug ist für den VfL Wolfsburg. Der 4:2-Sieg der Niedersachsen wirkt wie ein Machtwechsel.

© Huebner/Roemer Abgedrängt: Verena Faißt und der Vfl Wolfsburg laufen dem FFC Frankfurt und Kerstin Garefrekes (r.) den Rang ab

Die drei Dutzend mitgereisten Fans des FFC Frankfurt meinten es gut, als sie nach der 2:4-Niederlage des Frauenfußball-Bundesligateams im Spitzenspiel beim VfL Wolfsburg zum Trost einen Gesang anstimmten. „Gegen Wolfsburg kann man mal verlieren“, skandierten die Anhänger. Tatsächlich verliert der FFC mittlerweile aber derart häufig Spiele, dass die Vorreiterrolle im deutschen Frauenfußball mehr denn je in weiter Ferne scheint.

Daniel Meuren Folgen:

In Wolfsburg agierte der FFC vor 1500 Zuschauern dabei nicht einmal wie oft zuvor unter seinen Möglichkeiten. Stattdessen zeigte das Team, in dem neben der aus dem Nationalteam zurückgetretenen Kerstin Garefrekes zehn aktuelle Nationalspielerinnen standen, sogar seine wohl beste Saisonleistung. Dieses Niveau reicht aber aufgrund chronischer Defensivprobleme nicht, um mit dem neuen Frauenfußball-Trendsetter mithalten zu können.

Die Frauen aus Niedersachsen, mittlerweile mit immerhin sieben deutschen Nationalspielerinnen im Kader und als einziges deutsches Team noch in der Champions League vertreten, wirkten individuell und als Team einen Tick dynamischer und bissiger. So muss der FFC nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal nun auch die deutsche Meisterschaft nach nur neun Spieltagen fast abschreiben. Derzeit belegt der FFC punktgleich mit Wolfsburg Rang drei, er hat allerdings zwei Spiele mehr bestritten als der Konkurrent.

Ernüchterung trotz Traumstart

Besonders ernüchternd war die FFC-Niederlage, da der einstige Serienmeister einen Traumstart erwischt hatte. Nach nur drei Minuten landete der Ball erstmals im Netz der Wolfsburger Torhüterin Alisa Vetterlein. Nach einem Freistoß von Dzsenifer Marozsan verlängerte Bianca Schmidt den Ball so gefährlich, dass die Wolfsburger Verteidigerin Luisa Wensing den Ball bei ihrem Abwehrversuch versehentlich ins eigene Tor abfälschte.

Immer wieder aber leistete sich die Frankfurter Abwehr anschließend Unsicherheiten. Eine davon führte in der zehnten Minute zum Ausgleich durch Martina Müller. In der 29. Minute vertändelte die indisponierte Amerikanerin Ali Krieger an der Mittellinie gegen Zsanett Jakabfi den Ball. Die Wolfsburger Offensivspielerin durfte anschließend ungehindert bis zum Fünfmeterraum laufen, von wo aus sie zur Führung einschoss. Der abermalige Ausgleich durch Sandrine Bretigny (34.) nach feinem Zuspiel von Kerstin Garefrekes war Lohn für die ansehnlichen Offensivkombinationen des FFC, er gab dem Team allerdings keine Sicherheit. Stattdessen traf Nadine Kessler nach einer weiteren Nachlässigkeit in der FFC-Abwehr zum 3:2 für Wolfsburg (41.).

„Wir haben in den ersten 25 Minuten viele Zweikämpfe hergeschenkt und damit Wolfsburg signalisiert, dass für sie heute was möglich ist“, sagte Trainer Philipp Dahm. „Wir sind zudem viele Wege im Umschalten auf die Defensive nicht gegangen, die unsere Abwehrkette entlastet hätten.“

Umstellungen bringen nichts

Daran änderten auch die Umstellungen zur Pause wenig. Svenja Huth kam für Ali Krieger. Zum anderen gab Dahm das misslungene Experiment mit Dzsenifer Marozsan in der defensiven Mittelfeldzentrale und Simone Laudehr als hängender Spitze auf, beide kehrten wieder in ihre gewohnten Positionen zurück. Außer zwei glänzend parierten Distanzschüssen von Dzsenifer Marozsan brachte das taktische Revirement indes keine zwingenden Torchancen.

Stattdessen erhöhte die eingewechselte Alexandra Popp in der Nachspielzeit auf 4:2. Immerhin gab sich FFC-Spielführerin Nadine Angerer nach dem Spiel kämpferisch. „Wolfsburg hat heute einmal gewonnen“, sagte die Torfrau. „Aber den Rang haben sie uns noch lange nicht abgelaufen.“ Den Beweis dafür muss der seit 2008 im Kampf um den Meistertitel erfolglose FFC Frankfurt freilich alsbald einmal erbringen.

Quelle: F.A.Z.

 
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