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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Frauenfußball Die Durchbeißerin

 ·  Dzsenifer Marozsan macht sich beim 1. FFC Frankfurt unverzichtbar. Das nächste Ziel der Kreativkraft ist das Finale der Champions League.

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An dieses Gefühl könnte sich Sven Kahlert durchaus gewöhnen. Ausnahmsweise steht der 1. FFC Frankfurt in der Champions League nicht unter dem Druck, eine Aufholjagd hinlegen zu müssen. Das funktionierte schon gegen Stabaek, zuletzt auch gegen Malmö - an diesem Samstag treten die Frankfurterinnen nun aber mit einem kleinen Vorsprung an. Dank des ersten Auswärtssieges im Wettbewerb, der den FFC vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Arsenal, um 14.15 Uhr, vom erstmaligen Einzug in das Finale der Königsklasse träumen lässt. Durch das 2:1 ist das Selbstvertrauen einer Mannschaft, die sich nach einigen Aussetzern „zusammengerauft“ hat, deutlich gestiegen, wie ihr Trainer mit einiger Genugtuung feststellt. „Wir reden nicht von einem Unentschieden. Wir reden davon, das Spiel zu gewinnen“, sagte Kahlert. Zwar käme schon jedes Remis gegen den englischen Topverein der Qualifikation für das Endspiel in München gleich, aber auf derartige Rechenspiele wollen sich weder der Trainer noch seine Spielmacherin einlassen. „Wenn wir mit der gleichen Einstellung in das Spiel gehen wie in London, dann gewinnen wir auch ein zweites Mal“, sagt Dzsenifer Marozsan mit Überzeugung.

Die jüngste Nationalspielerin des FFC wird dabei so etwas wie die alleinige Kreativchefin sein. Lira Bajramaj fällt nach wie vor aus, sofern kein „Wunder“ (Kahlert) geschieht. Sandra Smiseks Einsatz ist mehr als fraglich und soll sich erst kurz vor Spielbeginn entscheiden. Die Mittelfeldspielerin musste in London schon nach 32 Minuten aufgrund einer Beckenprellung passen, ersetzt wurde sie durch die selbst angeschlagene und daher zunächst auf der Bank zusehende Dzsenifer Marozsan. „Ein kleines Risiko“ sei ihr Einsatz gewesen, sagt Kahlert, „aber sie hat sich durchgebissen.“ Aus der einst vom 1. FC Saarbrücken an den Main gekommenen Spielerin ist mittlerweile eine Kämpferin geworden. In einigen Szenen war ihr das Handicap, eine beim Pokalspiel gegen Duisburg erlittene Blessur am Sprunggelenk, zwar noch anzumerken. Dennoch dirigierte sie die Frankfurter Offensivbemühungen beim Sieg im Londoner Meadow Park und bereitete unter anderem Ana-Maria Crnogorcevics Führungstor mit einem klugen Zuspiel vor. „Meinem Fuß geht es etwas besser. Die Schwellung ist deutlich zurückgegangen, und ich hoffe, dass es noch besser wird“, sagt sie. Das hoffen auch die FFC-Fans, schließlich erfüllt die bei ihnen beliebte Nummer „zehn“ allmählich die hohen Erwartungen, die sie seit ihrem Bundesliga-Debüt im Alter von 15 Jahren selbst geweckt hatte. Athletik, Laufpensum, Defensivarbeit - an ihren Schwächen hat Dzsenifer Marozsan gearbeitet, die Zahl ihrer schöpferischen Pausen während der neunzig Minuten minimiert und sich zudem einen festen Platz im Kader der Nationalmannschaft erkämpft. Sieben Länderspiele hat die Zwanzigjährige für den Deutschen Fußball-Bund absolviert, für den sie nebenbei auch noch in anderer Funktion tätig ist: Zur Zeit macht Dzsenifer Marozsan ihre Ausbildung zur Bürokauffrau in der Otto-Fleck-Schneise, Abteilung „Verbandskoordination“.

Ist der Traum bald schon vorbei?

Auf dem Fußballplatz ist sie für ihren Verein in der Rückrunde zu einer unverzichtbaren Größe geworden, die nahezu alle Positionen in der Offensive übernehmen kann. Bisweilen half Dzsenifer Marozsan aber auch schon im defensiven Mittelfeld aus. Erklärte Lieblingsrolle der ungarischstämmigen Technikerin ist und bleibt natürlich die hinter den Spitzen - dort sollte sie auch gegen Arsenal auflaufen und vor der erwarteten Kulisse von mehr als 5000 Zuschauern im Stadion am Brentanobad eines tunlichst vermeiden: übertriebenen Einsatz in den Zweikämpfen. Denn sie ist - wie Verteidigerin Meike Weber - mit Gelb vorbelastet. Bei einer weiteren Verwarnung wäre ihr Traum vom Endspiel am 17. Mai im Münchner Olympiastadion vorbei, bevor er wirklich begonnen hat.

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