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Frankfurter Flughafen : Fraport soll Bedarf für Terminal 3 noch einmal prüfen

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Der Plan steht: Die dunklen Abschnitte der Gebäudesimulation zeigen den ersten Bauabschnitt des dritten Terminals. Bild: dpa

Obwohl Fraport das Baurecht schon hat, soll der Flughafenbetreiber den Bedarf für das dritte Terminal noch einmal überprüfen. Das fordert die Landesregierung. Die SPD sieht ein Ablenkungsmanöver.

          Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) empfiehlt dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, den Bedarf für ein geplantes drittes Terminal noch einmal zu überprüfen. Al-Wazir stellte am Mittwoch im Wiesbadener Landtag die Ergebnisse von drei Gutachten im Auftrag der Regierung vor.

          Sie sollten feststellen, wie plausibel die Prognosen der Fraport AG zum künftigen Zuwachs an Passagieren und Flugbewegungen sind. Fraport hat Baurecht für ein drittes Abfertigungsgebäude an Deutschlands größtem Flughafen und will im Sommer mit den Arbeiten beginnen.

          Fraport sieht sich bestätigt

          Die Fraport-Prognosen seien fachlich korrekt, sagte Al-Wazir. Allerdings wachse der Flugverkehr langsamer als erwartet. Eine Alternative sei, befürchtete Engpässe bei der Abfertigung zunächst durch Erweiterung des Terminals 1 abzuwenden. Die Kosten dafür bezifferte der Minister auf etwa 860 Millionen Euro, während das Terminal 3 mit mehr als zwei Milliarden Euro zu Buche schlagen wird.

          „Bereits in der Vergangenheit hat Fraport den Bedarf für eine Erweiterung der Kapazitäten kontinuierlich und sorgfältig auf den Prüfstand gestellt und dabei auch alle denkbaren Alternativen zu einem Terminalneubau berücksichtigt“, ließ der Flughafenbetreiber wissen. Er sieht sich durch die neuen Prüfergebnisse bestätigt. „Fraport wird nun die Prüfgutachten im Detail durcharbeiten und die Erkenntnisse in seine abschließende Bewertung einfließen lassen.“

          SPD sieht „Ablenkungsmanöver“

          Hessen-SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel wertete die Aussagen des Ministes als Ablenkungsmanöver. „Der Verkehrsminister hat vor der Wahl verkündet, dass es Terminal 3 mit ihm nicht geben werde. Jetzt versucht er mit Bekenntnissen, Prüfungen und Gutachten abwägendes Regierungshandeln vorzutäuschen, das von der Rechtslage längst überholt ist.“

          Mit seiner heutigen Vorstellung wecke er abermals Hoffnungen bei den Menschen in der Region, die er nicht einhalten könne. „Der Tiefpunkt dieser Rechtfertigungsinszenierung ist, dass er das weiß“, meint der Sozialdemokrat.

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