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Fraport Skyliners Killer unterm Korb

Gegen den FC Bayern schlagen sich die Fraport Skyliners in der Abwehr beachtlich, können aber mit den Münchner Reboundern und Schützen nicht mithalten.

© Huebner/Celikci Vergrößern Der harte Weg: Danilo Barthel versucht sich unter dem Korb der Bayern durchzusetzen.

Es war ein Abschied aus dem Basketballjahr, der typisch war für das, was die Fraport Skyliners derzeit durchmachen. Gut gespielt, dennoch verloren. Und dies gegen eine Mannschaft, die in der Bundesliga aktuell auf Höhenflug ist: den FC Bayern München. 59:73 unterlagen die Frankfurter am Samstagabend. Damit waren die Hessen viel besser als die vier Mannschaften, die es zuvor mit den von ihrem neuen Trainer Svetislav Pesic beflügelten Münchnern zu tun bekommen hatten. Weder Bremerhaven noch Hagen, Tübingen oder Bonn waren in der Lage, die Schützen der Bayern unter 100 Punkten zu halten. Der letzte Klub, dem dies glückte, ist Alba Berlin. Dort kamen die Münchener auf 70 Punkte - Pesic war da freilich noch nicht der Trainer. Es gibt noch einen Unterschied zum Spiel in Frankfurt: Alba hatte die Partie gewonnen. Dies blieb den Hessen trotz einer tollen Leistung in der Abwehr versagt. So wusste auch Skyliners-Cheftrainer Muli Katzurin nicht, ob er sich freuen oder nur ärgern sollte. „Natürlich sind wir traurig, dass wir verloren haben“, sagte er, „aber ich bin auch stolz auf meine Mannschaft.“

Leonhard  Kazda Folgen:  

Katzurins Lob bezog sich vor allem auf die Abwehr der Frankfurter, die den Münchener Ausnahmekönnern das Leben unter dem gegnerischen Korb überaus schwer gemacht hatte. Im ersten Viertel kamen die Bayern so bei Würfen aus der Zone auf eine bedenkliche Trefferquote von 22 Prozent. Am Ende steigerten sie sich zwar noch auf 39 Prozent, aber die Mühe bei der Ernte der Früchte war ihnen deutlich anzumerken. Im Wirbel der Frankfurter Defense verloren die Bayern 15 Mal den Ball. „Mit so vielen Turnovers kann man eigentlich nicht gewinnen“, sagte Pesic. Dass seine Profis es dennoch taten, lag vor allem an einem im Wortsinne großen Vorteil: ihrer körperlichen und spielerischen Überlegenheit unter dem Korb, wo sie sich immer wieder die Bälle des Gegners schnappten. 17 Offensiv-Rebounds erbeuteten die Münchner, insgesamt fingen sie 43 Abpraller vom Brett. Die Skyliners schnappten sich nur insgesamt 28. „Die Rebounds waren der Killer“, sagte Danilo Barthel. Dieser Meinung war auch der Chef: „Dass München die Rebounds kontrolliert hat, war der Hauptfaktor im Spiel“, befand Katzurin.

Die Frankfurter werden weiter kämpfen müssen

Immerhin war mit Zachery Peacock einer der großen Frankfurter Spieler mit 15 Punkten bester Werfer, bei den Rebounds (2) konnte der Amerikaner aber nicht mithalten. Hier hatte meist ein Hesse das letzte Wort - freilich einer, der für die Bayern spielt. Robin Benzing gelang eine außerordentlich gute und souveräne Vorstellung. 8 Rebounds und 21 Punkte waren Indizien dafür, wer an diesem Abend vor 5000 Zuschauern in der ausverkauften Ballsporthalle der beste Spieler war.

Die Frankfurter werden weiter kämpfen müssen, um ihren Verbleib in der Bundesliga zu sichern. Gut gegen den aktuellen Liga-Tausendsassa gespielt zu haben, dafür können sich die Skyliners nichts kaufen. Pesic, der Trainerfuchs, formulierte diplomatisch einen Satz, der für die Hessen noch zu einem Problem werden könnte: „Natürlich ist es einfacher, gegen uns so eine Leistung zu zeigen als gegen Mannschaften wie Hagen oder Bayreuth.“ Dass den Profis von Trainer Muli Katzurin Basketball auf höherem Niveau mehr liegt als der triste Kampf ums Überleben, liegt vielleicht auch an der Handschrift des Trainers, der es gewohnt ist, Teams der Eliteklasse zu coachen. Ob Katzurin und die Skyliners auch Abstiegskampf können, wird sich in die kommenden Spielen andeuten. Am Samstag, 5. Januar, treten sie bei den krisengeschüttelten Gießen 46ers an, eine Woche danach beim MBC in Weißenfels. Dort gibt es sie, die wichtigen Punkte, mit denen man eine Eintrittskarte ins Mittelfeld gewinnt.

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Quelle: F.A.Z.

 
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