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Fraport Skyliners Auf Tauchstation

Nach der Niederlage in Braunschweig sind die Skyliners tief gesunken. Und der Weg nach oben wird immer mühsamer.

© Wonge Bergmann Vergrößern Vier Punkte trennen die Skyliners derzeit vom Abstiegsplatz: Trainer Muli Katzurin bei einem Spiel 2012.

Es war ein bitterer Abend für die treuesten Freunde des Frankfurter Basketballs. Das wackere Dutzend Anhänger der Fraport Skyliners war für die Mühen der langen Reise nach Braunschweig nicht belohnt worden. 66:73 verloren die Frankfurter am Mittwochabend gegen die Phantoms und verschlechterten damit ihre schon vor dem Spiel bedenkliche Situation in der Bundesliga noch weiter. Nach der zehnten Niederlage in den vergangenen zwölf Spielen und der fünften in Serie liegt das Team von Trainer Muli Katzurin nun schon vier Punkte hinter dem Drittletzten Ludwigsburg. Eine fatale Lage für die Skyliners, die auch in Braunschweig vor lediglich 2576 Zuschauern ihrem nicht gerade erfreulichen Ruf treu blieben, die offensiv schwächste Mannschaft der Bundesliga zu sein. Mit nur 66 Punkten unterboten sie den Ligaschnitt von 69,5 Zählern sogar noch knapp und leisteten sich die erste Niederlage in Braunschweig seit dem 11. März 2006.

Leonhard  Kazda Folgen:  

Die Abstiegsgefahr wird immer größer für die Skyliners nach dieser bitteren Niederlage gegen den direkten Konkurrenten um einen Platz in der gesicherten Zone. Zwölf Spiele sind es nur noch bis zum Schluss der Hauptrunde, an deren Ende der Abstieg der Skyliners stehen könnte. Ob der Klub dann auch wirklich den Gang in die zweite Liga antreten wird, muss sich freilich noch zeigen. Denn die Bundesliga würde mit den Hessen einen wirtschaftlich solide aufgestellten Klub verlieren. Dass er mit einer Wildcard erstklassig gehalten werden soll, erscheint keineswegs ausgeschlossen. Gunnar Wöbke, Manager, Geschäftsführer und Sportdirektor der Skyliners in Personalunion, hat aber noch immer andere Vorstellungen: „Wir werden alles dransetzen, den Klassenerhalt sportlich zu sichern, damit sich die Frage nach der Wildcard nach der Saison gar nicht erst stellt.“ Doch dazu müssten sich die Frankfurter erheblich steigern. „Wir müssen aus den verbleibenden zwölf Spielen fünf oder sechs gewinnen“, rechnet Wöbke vor. Was gar nicht so einfach ist. Denn von den zurückliegenden zwölf Spielen haben die Frankfurter gerade einmal zwei gewonnen. Und die nächste Partie bringt mit dem Tabellenneunten aus Tübingen am Sonntag (Ballsporthalle, 15 Uhr) einen starken Gegner, der um einen Platz in den Play-offs kämpft. Die Skyliners hingegen sind in der Liga auf Tauchstation gegangen. Insofern ist es nachvollziehbar, dass Wöbke zweigleisig plant. „Wir werden zum 15. März Lizenzanträge für die BBL, die Pro A und die Pro B stellen“, sagt er. „Alles andere wird nach der Saison unter den dann vorherrschenden Bedingungen gemeinsam mit unseren Partnern entschieden.“

Sichtlich geknickt und mit hängenden Schultern

Am Abend zuvor war es ein schwerer Gang gewesen, den Trainer Katzurin nach der Niederlage gegen Braunschweig antrat. Sichtlich geknickt und alles andere als Aufbruchstimmung vermittelnd, kam er mit hängenden Schultern und mit einer Trainingsjacke anstelle des üblichen Sakkos gekleidet zur Pressekonferenz. Der Frankfurter Headcoach wirkte betroffen, einige seiner Worte waren kaum zu verstehen. Tatsächlich wird sich der Israeli Sorgen um seinen Job machen müssen. Aus Frankfurt waren am Donnerstag zu diesem Thema wieder die gleichen, stereotyp wirkenden Worte von Wöbke zu hören: „Derartige Personalfragen werden wir weder heute noch in Zukunft öffentlich diskutieren noch kommentieren.“ Rückendeckung klingt jedenfalls anders.

Hoffnung war für die Skyliners während der Partie nur zwischenzeitlich aufgekommen, als Johannes Voigtmann zu Beginn des zweiten Abschnitts mit dem 22:21 einen Minimalvorsprung erkämpft hatte. Dann schickte Phantoms-Coach Kostas Flevarakis seinen Youngster Dennis Schröder aufs Feld. Dass der 19 Jahre alte All-Star-Spiel-Teilnehmer in der Bundesliga inzwischen zu den starken Männern zählt, schien bis Frankfurt noch nicht vorgedrungen zu sein. Schröder konnte fünf Minuten lang machen, was er wollte - die Skyliners wussten keine Antwort.

Was fehlt, ist ein Führungsspieler

Der blitzschnelle Aufbauspieler, an dem Alba Berlin schon Interesse geäußert hat, drehte mit 13 Punkten bei einem 15:2-Lauf der Phantoms das Spiel zugunsten der Niedersachsen. Was in den bis zur Halbzeit folgenden Minuten passierte, kam aus Frankfurter Sicht Auflösungserscheinungen gleich. Allein Spielmacher Devin Gibson stemmte sich gegen die Phantoms, die auch nicht unbedingt besser, aber präziser im Abschluss agierten. Eher enttäuschend war der Auftritt von Zachery Peacock, immerhin der Fünfte in der BBL-Scorerwertung. Einer von den wenigen Spielern, die einen positiven Eindruck vermittelten, war Johannes Voigtmann. Insgesamt aber war wieder einmal zu sehen, dass bei den Skyliners die Mischung in dieser Saison nicht stimmt.

Was fehlt, ist ein Führungsspieler, der die Mannschaft zu mehr bewegen kann als nur zu kurzen Leistungsspitzen. Eine solche war dann im letzten Viertel zu bewundern. Diese war sicher der forscheren Frankfurter Spielweise im Angesicht der drohenden Niederlage, aber auch der aufkommenden Schludrigkeit der Phantoms geschuldet. Die Chancen, dass die Frankfurter sich in dieser Saison noch durch weitere Verpflichtungen Stabilität verschaffen könnten, stehen freilich bei null. „Klar ist: Neue Spielerverpflichtungen sind grundsätzlich nicht mehr möglich“, sagt Wöbke, „alle vier Nachverpflichtungslizenzen sind vergeben.“

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Quelle: F.A.Z.

 
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