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Französische Küche : Von Frauen für jedermann

  • -Aktualisiert am

„Man muss es doch versuchen“: die Wirtinnen Jennifer (links) und Natalie Dienstbach in ihrem Restaurant, einer ehemaligen Apotheke Bild: Wonge Bergmann

Sehr weiblich und sehr erfolgreich: das Lokal „Les Deux Dienstbach“. In einer alten Apotheke haben die Zwillinge ein Stück Frankreich in Wiesbaden heimisch gemacht.

          Wenn die Gäste sagen, sie fühlten sich bei uns wie im Frankreichurlaub, ist das das größte Kompliment.“ Seit fast vier Jahren führen die Zwillingsschwestern Nathalie und Jennifer Dienstbach gemeinsam ein Restaurant in Wiesbaden. Benannt haben sie es nach sich selbst: „Les Deux Dienstbach“, zu Deutsch: „Die zwei Dienstbachs“. Die Schwestern mit deutschem Vater und französischer Mutter haben in der holzgetäfelten ehemaligen Apotheke an der Unteren Albrechtstraße ein kleines Stück Frankreich heimisch gemacht, mit Suppen und Tartines, Gallettes und Steaks, mit einfacher, ländlicher Küche, die vielen sehr gut schmeckt.

          Nathalie und Jennifer sind vor 34 Jahren in Wiesbaden geboren und dort aufgewachsen. Ihre Ferien verbrachten sie immer bei der Familie der Mutter in St. Hilaire du Harcouët in der Nähe von Mont St. Michel. Ihre Großeltern betrieben in dem kleinen Ort einen Bauernhof. Ihren Gästen im „Les Deux Dienstbach“ erzählen sie die Geschichte ihrer Familie mit den vielen Fotos, die sie an die Wände gehängt haben: Bilder aus dem Heimatort der Mutter, Hochzeitsfotos der Großeltern, ein Stammbaum, der zeigt, dass der erste dokumentierte Dienstbach im Jahr 1630 Pfarrer in Merzhausen war.

          Eine reine Schwesternsache

          Nach dem Abitur zog Jennifer für ein Jahr nach New York, studierte dann in Lyon Restaurant- und Hotelmanagement und arbeitete als Einkäuferin für die Frische-Paradies-Gruppe. Nathalie verschlug es nach der Schulzeit erst einmal nach Irland. In Frankreich machte sie eine Schreiner-Lehre, ergriff damit den Beruf, den der normannische Großvater hatte. Dabei blieb sie aber nicht. Im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn absolvierte sie eine Ausbildung zur Köchin, trotz warnender Worte ihrer Schwester Jennifer: „Ich hatte ihr davon abgeraten, weil ich wusste, wie es in dem Beruf zugeht.“

          Zusammen selbständig gemacht haben sich die Schwestern 2012. Jennifer entdeckte bei einem Spaziergang durch Wiesbaden einen leerstehenden Laden, die ehemalige Apotheke, in deren Räume schon viele Gastronomen ihr Glück versucht hatten. Die Dienstbachs schrieben einen Businessplan und beantragten einen Gründungskredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau, besuchten ein Existenzgründerseminar. Ihnen sei bewusst gewesen, dass die Gastronomie ein hartes Gewerbe sei, sagt Nathalie. „Aber wir hatten einen Traum. Und man muss es doch wenigstens probieren.“

          Not macht erfinderisch

          Vier Monate lang renovierten sie das Lokal. Zweimal fuhren sie nach Frankreich, um dort Möbel abzuholen. Die Einrichtung im „Les Deux Dienstbach“ hat einen ganz eigenen Charme: Fast das gesamte Interieur besteht aus Erbstücken oder Möbeln vom Flohmarkt. Keine teuren Gläser, kein Edelporzellan, keine Designerware. Kein Tisch, kein Stuhl, kein Messer gleicht dem anderen. Das habe, sagen die Gastronominnen, finanzielle Gründe gehabt, aber es gehöre auch zum Konzept. In zwei Räumen und an der Bar finden 50 Gäste Platz, bei schönem Wetter können sie sich auch in den Innenhof setzen. Durch die umliegenden Häuser ist er geschützt vor Straßenlärm und direkter Sonneneinstrahlung.

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