Home
http://www.faz.net/-gzg-791c6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Frankfurter Zoo Gideons Nachfolger kommen aus Österreich-Ungarn

Von Juli an werden im Frankfurter Zoo wieder Erdmännchen leben. Der vorherige Bestand war im Dezember umgekommen, als durch einen Erdrutsch ihre unterirdischen Höhlen einstürzten.

© Lisowski, Philip Klein und possierlich: Erdmännchen im Frankfurter Zoo.

Noch ist die Erdmännchenanlage im Frankfurter Zoo verwaist. Nichts erinnert mehr daran, dass noch vor sieben Monaten Herdenvater Gideon mit seiner Familie tief unter der Erde meterlange Gräben buddelte - bis es Ende Oktober dann plötzlich einen Erdrutsch gab, der die Tiere im Schlaf überraschte und die Sippe begrub.

Mehrere Wochen hatte es damals gedauert herauszufinden, was das Unglück hervorgerufen hatte. Dann folgte eine Art Trauerzeit. Nun aber werden bald neue Erdmännchen im Zoo zu sehen sein. Zwei Männchen und ein Weibchen sind schon da - allerdings befinden sie sich derzeit noch in Quarantäne.

Voraussichtlich Anfang Juli werden sie ihr Quartier beziehen. Das muss allerdings erst einmal neu hergerichtet werden. Weil damals ein sogenanntes Rüttelverfahren, mit dem das Substrat im Gehege bearbeitet wurde, zum Erdrutsch geführt hatte, soll nun auf Rüttelplatten verzichtet werden, um ein weiteres Unglück zu verhindern, teilte gestern eine Sprecherin mit. Auch das Substrat selbst wurde vorsichtshalber gegen ein anderes ausgetauscht. Im Lauf der nächsten Woche sollen die Bauarbeiten der neuen Anlage beginnen.

Kunststoffmatten sollen Höhlen sichern

Das Risiko eines Erdrutsches könne bei Tieren, die tief in der Erde grüben, niemals ausgeschlossen werden, sagte die Sprecherin weiter. Die neue Anlage solle aber so gestaltet werden, dass die Gefahr minimiert werde. So sollen die drei neuen Erdmännchen zwar graben können, wie es ihrem natürlichen Verhalten entspricht, aber nicht mehr 40 Zentimeter tief, sondern nur noch bis zu 30 Zentimeter. Außerdem werden Kunststoffmatten verlegt, die die unterirdischen Höhlen stabilisieren. Ansonsten soll die Anlage wie auch zuvor wieder mit Klettersteinen und Wärmelampen versehen werden, so dass sich die Tiere, die ursprünglich in Afrika beheimatet sind, wohl fühlen. „Und natürlich hoffen wir auch auf Nachwuchs“, so die Sprecherin.

Mehr zum Thema

Der Zoo hat in ganz Europa nach geeigneten Erdmännchen gesucht. Fündig geworden ist er in Wien und dem ungarischen Szeged. Die Tiere verstehen sich schon jetzt prächtig, wie die Sprecherin sagt. „Es ist eine österreichisch-ungarische Liebesgeschichte, die sich da anbahnt.“

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Flüchtlinge in Ungarn Über die grüne Grenze

Alle Wege führen über Szeged - die ungarische Stadt an der Grenze zu Serbien ist zu einem Zentrum der Wanderung nach Europa geworden. Gegen den Flüchtlingsstrom baut die Regierung einen Zaun. Wird er etwas ändern? Ein Besuch im Süden Ungarns. Mehr Von Stephan Löwenstein, Szeged

25.07.2015, 18:44 Uhr | Politik
Orbán in der Kritik Kampf gegen die Korruption in Ungarn

In den letzten Monaten haben Tausende Ungarn immer wieder gegen Korruption und Vetternwirtschaft demonstriert. Der ungarische Präsident Viktor Orbán steht im Zentrum der Kritik. Im Internet werden immer mehr Details von Korruptionsfällen veröffentlicht. Angeblich beteiligt sind Parteifreunde und die Verwandtschaft des Regierungschefs. Mehr

18.02.2015, 11:44 Uhr | Politik
Thomas de Maizière Bundesinnenminister will weniger Asylbewerber vom Balkan

Thomas de Maizière will die Zahl der Asylbewerber vom Balkan drastisch reduzieren. Dafür würden Bund und Länder ohne Scheuklappen auch das Taschengeld für Asylbewerber von 143 Euro monatlich prüfen. Mehr Von Julian Staib

18.07.2015, 08:39 Uhr | Politik
Kölner Zoo Erdmännchen-Babys vorgestellt

Der Kölner Zoo hat seinen Erdmännchen-Nachwuchs vorgestellt. Die vier Tiere sind bereits zwei Monate alt. Mehr

06.03.2015, 10:09 Uhr | Gesellschaft
Formel 1 Ein Sieg fehlt Vettel noch zum Paradies

Ferrari in Feierlaune: Nach dem Triumph in Ungarn schweben Sebastian Vettel und sein Team schnell wieder im siebten Himmel. Der italienische Rennstall träumt aber bereits von mehr. Mehr

27.07.2015, 12:52 Uhr | Sport

Veröffentlicht: 10.05.2013, 21:30 Uhr

Schwieriger Rollenkonflikt

Von Rainer Schulze

Die Mietpreise sind Streitthema zwischen dem Frankfurter Wohnungsunternehmen ABG und dem Oberbürgermeister. ABG will die Miete moderat anheben, Feldmann den Preisstopp. Die ABG sollte nicht Opfer politischer Machtspiele werden. Mehr 0