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Frankfurter Tech Quartier : Die Brutstätte platzt aus allen Nähten

Kein Holzweg: Im Tech Quartier in Frankfurt treffen sich seit einem Jahr Start-ups und knüpfen Kontakte. Bild: Cornelia Sick

Das Frankfurter Tech Quartier ist die zentrale Anlaufstelle für Fintechs in Frankfurt. Schon ein Jahr nach seiner Gründung stößt das Projekt an Grenzen.

          Tim Thabe kommt das alles schon viel älter vor. „Ich war mir sicher, das Tech Quartier gibt es schon seit zwei Jahren, so viel ist seit dem ersten Tag passiert“, sagt er. Thabe ist Geschäftsführer des Frankfurter Start-ups Creditshelf und damit Teil einer Szene, die in Frankfurt seit einigen Jahren wächst und seit genau einem Jahr einen zentralen Anlaufpunkt hat. Morgen feiert das Frankfurter Tech Quartier sein einjähriges Bestehen. Thabe und das von ihm mitgegründete Unternehmen, das als Online-Kreditmarktplatz das klassische Bankangebot ergänzen und Kredite zwischen Investoren und Unternehmen vermitteln soll, sind gleich am ersten Tag in das Hochhaus „Pollux“ am Platz der Deutschen Einheit eingezogen. Dem Chef kommt es schon länger vor. Aber dieses Gefühl ist in der digitalen Welt ja nicht ungewöhnlich.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sebastian Schäfer hat wenig Zeit: 15 Minuten in der Mittagspause, mehr ist derzeit nicht drin. „Es läuft gut“, sagt der Geschäftsführer des „TQ“, wie es sich gerne abkürzt. Ursprünglich hatte die Betreibergesellschaft des Technologiezentrums für Gründer, dem die Wi-Bank als Förderbank des Landes, die TU Darmstadt, die Frankfurter Goethe-Universität und künftig auch die Stadt Frankfurt angehören, ein Stockwerk in dem Gebäude gemietet.

          Platzt aus allen Nähten

          Doch schon beim Einzug war klar: Die zum Start vorgesehenen 1800 Quadratmeter im zweiten Stockwerk würden nicht reichen. Eine weitere Etage wurde angemietet. Und auch die platzt schon aus allen Nähten. Nach nur einem Jahr sind 65 Startups fest im Tech Quartier eingemietet, 96 Prozent der 214 Arbeitsplätze sind vergeben, berichtet Schäfer. Schon jetzt ist klar: Es wird eine dritte Etage geben. Und auch die wird sehr schnell voll sein.

          Während in den vergangenen drei Jahren die Fintech-Szene in Frankfurt stetig wuchs, fehlte es lange Zeit an einer zentralen Anlaufstelle. Die Initialzündung für das Projekt, eine solche zu schaffen, fand bei einem Besuch von Tarek Al-Wazir (Die Grünen) in London statt. Mit glühenden Augen berichtete der hessische Wirtschaftsminister später vom Besuch des dortigen „Level 39“, einem im 39. Stock eines Büroturms im Londoner Finanzviertel Canary Wharf gelegenen Fintech-Zentrums, in dem über 200 junge Unternehmen an neuen Geschäftsmodellen feilen. Innerhalb eines knappen Jahres setzte Al-Wazir mit Unterstützung der Stadt und privaten Partnern die Idee auch in Frankfurt um.

          Wichtiger ist die Plattform an sich

          Auch wenn Creditshelf mit 25 Mitarbeitern bereits zu groß für das Quartier ist: Thabe wollte bei diesem Projekt auf jeden Fall dabei sein, mietete sich im Coworking-Space einen Arbeitsplatz an, Dort teilen sich derzeit laut Schäfer 40 Leute neun Arbeitsplätze. Die Entscheidung von Creditshelf zeigt die Logik des Tech Quartiers: Die Arbeitsplätze vor Ort sind das eine. Wichtiger ist die Plattform an sich, wie Schäfer hervorhebt. „Die Unternehmen müssen gar nicht fest hier sitzen“, sagt er. Das Konzept des Hauses sieht eine Vielzahl von Veranstaltungen und Programmen vor, die das Fintech-Zentrum zu einem Durchlauferhitzer junger Finanz-Start-ups machen sollen.

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