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Frankfurter Osthafenfest Keine Spur von den Hafenarbeitern

 ·  Die brütende Hitze bremst den Besucherzustrom zum Frankfurter Osthafenfest.

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Der Oberbürgermeister schwitzt nicht. Es sind an diesem Samstagnachmittag 32 Grad im Schatten, den umstehenden Männern und Frauen rinnt der Schweiß über die Gesichter, nur Peter Feldmann (SPD) bleibt in Anzug und Krawatte trocken. Er zupft die silberne Schleife noch einmal zurecht, dann zieht er sie auf, und betrachtet die darunter liegende Tafel mit Relief. „So sah der Osthafen also vor 100 Jahren bei seiner Eröffnung aus“, kommentiert er das gerade enthüllte Schaubild.

Was inzwischen aus dem Hafen geworden ist, bestaunen die Besucher des Osthafenfestes am Wochenende. Sie laufen an den bunten Containern und Kränen an der anderen Seite des Hafenbeckens vorbei, blicken mit gereckten Hälsen zu den neuen Türmen der EZB hinauf, die scheinbar über Nacht aus dem Boden gewachsen sind und den Hafen an einer Seite begrenzen. Manche reiben sich erstaunt die Augen. War hier nicht vor kurzem noch platte Brache? Und jetzt das. Grässlich. Wunderschön. Die Meinungen der Besucher des Osthafenfestes gehen auseinander.

Auch der Wind bringt keine Kühlung

Da es aber viel Neues am und um den Osthafen herum zu entdecken gibt, hat sich die Stadt etwas einfallen lassen: das Brückenquiz. Am Stand des Amtes für Straßenbau wird heiter daneben geraten, die Honsell- mit der Flößerbrücke verwechselt. Egal, einen Preis gibt es trotzdem. Zur Wahl stehen ein USB-Stick und eine Eintrittskarte ins Goethe-Haus. Mutter und Sohn entscheiden sich für den USB-Stick. Der Moderator beruhigt über Mikrofon: „Keine Angst, es sind noch genug USB-Sticks da.“

Für ein Straßenfest gibt es wohl nur eine Sache, die noch schlimmer ist als schlechtes Wetter: zu gutes Wetter. Deshalb ist an den heißesten Tagen des Jahres beim Beachvolleyball, dem Tango-Kurs und sogar beim Outrigger-Rennen, einem Boot mit Ausleger, nicht viel los. Auch der leichte Wind an der Hafenkante bringt keine Kühlung.

Als sich herumspricht, dass kurz zuvor ein Ruderer auf dem Main bei Offenbach während einer Trainingsfahrt kollabiert und gestorben ist, legen einige Besucher die Rettungswesten wieder ab und verschwinden vom Anlegesteg der Paddler. Beim Poetry-Slam wird der Sieger der Worte müde per Beifall gekürt. Erst am Abend ist die Kaimauer belegt, weil sich alles plaziert zur großen Hafeninszenierung, bei der viel getrommelt und getanzt wird. Eine musikalische Reise durch die verschiedenen Weltkulturen wird geboten, bunte Feuertänzer hüpfen überall herum und erschrecken kleine Kinder. Was das alles mit dem Osthafen zu tun hat, bleibt unklar. Denn so geht es hier normalerweise nicht zu. Mit groben Sicherheitsschuhen und Blaumann sieht man an den beiden Tagen aber niemanden. Ein Besucher in kurzer Hose vermutet: Die Hafenarbeiter haben wohl alle ein Wochenende frei genommen.

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Von Matthias Alexander

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