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Frankfurter Jubiläumslauf Weltrekordverdächtig - der Marathon

28.10.2011 ·  Beim Frankfurter Jubiläumslauf kann Titelverteidiger Wilson Kipsang viel Geld verdienen. Eine Bestmarke wird sicher fallen: 10.000 Finisher dürften die Festhalle erreichen.

Von Leonhard Kazda, Frankfurt
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Ob das funktioniert? Wison Kipsang, der Marathon-Mann aus Kenia, nickt und erklärt mit ernster Miene: „Ja, es ist wirklich sehr gut möglich.“ 29 Jahre alt ist der aus der Nähe der kenianischen Stadt Iten stammende Leichtathlet, der an diesem Sonntag beim Frankfurt Marathon das ehrgeizigste aller Ziele erreichen will, das es in dieser Sportart gibt: einen neuen Weltrekord laufen. Kipsang, der die Fachwelt beim Lauf durch die Stadt der Banken schon im vergangenen Jahr mit der Weltklassezeit von 2:04:57 Stunden überraschte, will schneller sein. Schneller als jeder andere Läufer der Welt über die klassische Distanz von 42,195 Kilometer - und vor allem schneller als Patrick Macau. Kipsangs Landsmann stellte am 25. September dieses Jahres beim Marathon in Berlin die neue Bestmarke auf und lief die Zeit, die es nun für Kipsang zu unterbieten gilt: 2:03:38 Stunden.

Die Marathonmacher rund um den Renndirektor Jo Schindler haben vorgesorgt. Christoph Kopp, der „Ressortleiter Topathleten“ beim inzwischen nach Berlin zweitwichtigsten deutschen Marathon, hat Kipsang jene beiden Tempomacher besorgt, die in der Hauptstadt schon Macau beim Rekordlauf unterstützten. Und natürlich haben die Veranstalter einen besonderen Anreiz gesetzt - schließlich ist es mit der 30. Veranstaltung eine Jubiläumsausgabe des Traditionslaufs. Für denjenigen, der es wirklich schafft, einen neuen Weltrekord zu laufen (die reine Einstellung der Zeit reicht nicht), zahlt sich dies in klingender Münze aus: 50.000 Euro gibt es für einen neuen globalen Rekord, bei den Männern wie bei den Frauen (hier steht die Bestmarke bei 2:15:25). Freilich liegt die persönliche Bestzeit der Kenianerin Agnes Kiprop (2:24:07) so weit von der Rekordmarke weg, dass deren Bestand in Frankfurt wohl kaum in Gefahr ist.

„Das müsste doch schon mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht klappen sollte“

Rekorde werden beim Frankfurter Lauf aber ganz sicher gebrochen. Noch nie gab es mehr als 10.000 Finisher. Das wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach der Fall sein. Denn 15.000 Meldungen alleine für die Marathonstrecke machen den neuen Spitzenwert mehr als nur wahrscheinlich. „Das müsste doch schon mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht klappen sollte“, sagt Renndirektor Schindler. Dass beim Preisgeld neue Rekordzahlen auf dem Papier stehen, dafür ist unter anderen auch der neue Hauptsponsor BMW zuständig. 20.000 Euro gibt es jeweils für Sieger und Siegerin, ein neuer Streckenrekord wird mit je 75.000 Euro belohnt. Wer also wirklich in Weltrekordzeit im stimmungsvollen Ziel in der Frankfurter Festhalle ankommt, hat in etwas mehr als zwei Stunden 145.000 Euro verdient.

Für diese stattliche Summe gibt es bei den Männern zudem noch die Bewerber Deriba Merga (Äthiopien/Bestzeit 2:06:38), oder auch den Sieger des Frankfurt Marathon 2008, Robert Kiprono (Kenia/2:05:52). Die deutschen Männer, die am Messeturm um 10 Uhr an den Start gehen werden, haben mit den vorderen Plätzen vermutlich nichts zu tun. André Pollmächer (Düsseldorf) und 10 000-Meter-Europameister Jan Fitschen (Wattenscheid) haben ein anderes gemeinsames Ziel: Schneller als 2:12 zu laufen, was gleichbedeutend wäre mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London. Pollmächer müsste deutlich unter seiner Bestzeit von 2:13:09 bleiben, Fitschen wiegelt ab und setzt sich bei seinem zweiten Marathon die Marke von 2:15 als Ziel. Schnellste Deutsche könnte Sabrina Mockenhaupt werden. Die Siegerin des Jahres 2008 will eine Zeit um die 2:25 Stunden laufen, was gleichbedeutend wäre mit der Olympiaqualifikation, die einen Lauf unter 2:30 von ihr verlangt. Diese Norm im Blick hat auch Susanne Hahn (Saar 05).

Zahlen beschäftigen derweil auch Renndirektor Schindler. Mit der Rekordmarke von 15.000 Starten sieht er den Frankfurt Marathon an einer Grenze angekommen. Man werde sehr genau beobachten, ob und wo es eventuell Engpässe gebe, um dann für das kommende Jahr gerüstet zu sein. Das engste Nadelöhr passieren die Läufer übrigens erst hinter der Ziellinie in der Festhalle. Verschnaufen oder schnell ein Foto machen sollte möglich sein. Aber dann gilt für alle: Platz machen für die anderen.

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Jahrgang 1956, Sportredakteur.

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