Projekte in Planung, andere kurz vor der Fertigstellung, Neueröffnungen und Umbauten: Die Hotelszene in Frankfurt ist in Bewegung. Etliche Betriebe im gehobenen Segment werden für viel Geld renoviert, im sogenannten Budget-Bereich kommen neue Häuser hinzu. Gleichzeitig wird der Markt nach Worten von Branchenkennern immer stärker fragmentiert. Inzwischen konkurriere nicht mehr ein Innenstadthotel mit einem am Flughafen, sondern die Innenstadt selbst bestehe inzwischen aus vielen unterschiedlichen Quartieren mit eng beieinanderstehenden Hotels, sagt Eduard Singer, Vorsitzender des Kreisverbands Frankfurt im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).
Als am 1.März 2006 im früheren Gebäude des Frankfurter Max-Planck-Instituts für Biophysik die Villa Kennedy eröffnet wurde, ein72Millionen Euro teures Luxushotel im historisierenden Stil des späten 19.Jahrhunderts, waren dem Jahre der Diskussionen vorangegangen: darüber, ob die Stadt und die Region so ein Haus bräuchten und vertrügen. Nein, sagten jene, die um ihre Pfründe fürchteten. Ja, sagten die, die glaubten, ein Mitbewerber mit hohen Preisen werde diese insgesamt nach oben ziehen. Jetzt gibt es wieder ein Hotel, das die Phantasie beflügelt, lange bevor es Gäste hat: Von der zukünftigen Luxusherberge an der Alten Oper, wo der Accor-Konzern 2014 ein Fünf-Sterne-Haus seiner Marke Sofitel eröffnen will, ist noch nichts zu sehen außer einer riesigen Baugrube. Und doch hat das Projekt wohl einiges zu Umwälzungen in bestehenden Hotels beigetragen.
Auf 900 Quadratmetern entsteht ein Spa
„Wir alle wissen, was in Frankfurt passiert“, sagt Eduard Singer, der auch Generaldirektor des Hessischen Hofs gegenüber der Messe ist. Sein Hotel, das im Besitz der Hessischen Hausstiftung ist, wird gerade umfassend erneuert. 28Zimmer bekommen neue Bäder. Das Hotel wird künftig eine Präsidentensuite haben, die Bauanträge für ein auf den Gebäudekörper aufgesetzten Spa- und Wellnessbereich sind verschickt. Sechs Millionen Euro werden die Eigentümer ausgegeben haben, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. „Allein auf 150Metern entlang der Friedrich-Ebert-Allee wird es bald vier Hotels geben“, sagt Singer. An der Beethovenstraße entsteht zur Zeit ein 34-Zimmer-Boutique-Hotel der Luxusmarke Ameron aus dem Portfolio von Thomas Althoff, in unmittelbarer Nähe soll ein neues Haus der Preiswert-Kette B+B-Hotels eröffnen, ein Haus der spanischen Kette NH Hoteles nur einen Steinwurf entfernt vom Hessischen Hof gibt es schon seit einem Jahr. Hinzu kommen das Maritim neben der Festhalle und das Marriott-Hochhaus ihm gegenüber, dessen Waschbetonfassade der amerikanische Hotelkonzern unlängst mit dunklem Naturstein hat erneuern lassen.
Ausgetauscht wird auch im Fischerfeldviertel. Das ehemalige Steigenberger-Hotel Lange Straße wird gerade ein Fleming’s de luxe, Eröffnung ist am 20.August. In der Innenstadt werden im noblen Frankfurter Hof am Kaiserplatz momentan die Zimmer im Friedensflügel und das Hofgarten-Restaurant umgebaut; auf 900 Quadratmetern entsteht ein Spa. Das Westin Grand an der Konstablerwache, ebenfalls ein Luxusbetrieb, hat ein neugestaltetes Restaurant im Atrium und renoviert ein zweites. Nahe dem Hauptbahnhof entsteht ein Toyoko Inn, das günstige Zimmer anbieten soll. Das alles, wie Singer sagt, auf einem Markt, auf dem wie seit vielen Jahren das Angebot größer ist als die Nachfrage; auch zu Messezeiten und selbst während der Buchmesse sei heute jederzeit ein Hotelzimmer in Frankfurt zu bekommen.