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Frankfurter Geschäftsleben Eleganz in der City, Veganz in Bornheim

Moncler hat noch rechtzeitig vor Weihnachten den Sprung an die Goethestraße geschafft. An der Zeil glänzt Juwelier Kraemer neu, und in Bälde kommt der erste vegane Supermarkt. Von Petra Kirchhoff

© Rüchel, Dieter Vergrößern Auf geht‘s: Der Daunenspezialist Moncler hat den Sprung an die Goethestraße geschafft.

Auf und zu an der Goethestraße

Eine gefühlte Ewigkeit war die ehemalige Riffel-Filiale an der Goethestraße verbarrikadiert, inzwischen hat hier der italienische Daunenspezialist Moncler seine zweite Filiale nach München eröffnet, und der Betrachter ahnt, warum es so lange gedauert hat. Die Italiener haben mächtig gewirbelt, der Ladenbau ist vom Feinsten. Besonders abgefahren: zwei Skispringer im Schaufenster, die, cool bekleidet (die Jacke für 2185 Euro) und behelmt, über futuristischer Mondlandschaft schweben. James Bond lässt grüßen. Moncler gab es bisher auch beim Herrenausstatter Möller & Schaar schräg gegenüber. Das exklusive Modegeschäft hat bereits geschlossen. Im Herbst war bekannt geworden, dass höhere Mietforderungen der Grund für die Geschäftsaufgabe sind. Als Nachmieter wird die britische Marke Burberry gehandelt. Das Unternehmen könnte sich aber auch einen Umbau seines bisherigen Geschäfts an der Goethestraße vorstellen, heißt es. Es sei noch nichts entschieden.

Baustelle und Neueröffnung an Zeil

Über viele Monate zieht sich nun auch der Umbau der ehemaligen Woolworth Filiale an der Zeil hin, in die die irische Billigmode-Kette Primark einziehen wird. Im Oktober hatte es geheißen, die Eröffnung sei für Anfang 2013 geplant. Inzwischen lautet die Ankündigung: in der ersten Jahreshälfte. Sieht so aus, als müssten Primark-Fans vorerst weiter im Nordwestzentrum Schlange stehen. Recht flott ist dagegen der Umbau der Juwelier-Kraemer-Filiale an der Zeil über die Bühne gegangen. In drei Monaten, in denen das Geschäft geschlossen war, wurden die Fassade des Hauses erneuert und der Verkaufsraum umgebaut. Das Juweliergeschäft betreibt 30 Filialen in Deutschland und gehört seit 40 Jahren der Gold-Kraemer-Stiftung, nach eigenen Angaben eine der größten, karitativen Stiftungen in Deutschland. In den Frankfurter Umbau sind mehr als eine Million Euro geflossen.

Neues vom Apothekenmarkt

Mit Medizin ist nicht mehr so gut Geld verdienen. Landauf, landab klagen Apotheker, dass sie ihre Betriebe nicht mehr rentabel führen können, unter anderem, weil sie einen höheren Rabatt an die gesetzlichen Krankenkassen abführen müssen. Auch in Hessen haben nach Angaben des hiesigen Apothekerverbandes in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 18 Apotheker ihre Geschäfte geschlossen. In der Frankfurter Innenstadt ist Gegenteiliges zu beobachten. Hier hat die Apotheke Struwwelpeter mit Hauptgeschäft an der Hauptwache inzwischen eine Dependance an der Kaiserstraße. Die Einhorn-Apotheke am Rathenau-Platz hat die leerstehenden Räume eines ehemaligen benachbarten Papiergeschäftes übernommen und sich deutlich vergrößert. Und dann gibt es noch die soeben neu eröffnete Apfel-Apotheke an der Konstablerwache, im sogenannten Bienenkorbhaus. Der Raum hatte sehr lange leergestanden. Die Apotheke ist nicht nur vom Namen her anders, sondern fällt auch wegen ihrer modernen Einrichtung (rot lackierte Schränke) auf. Für Kunden gibt es einen separaten Beratungsraum.

Leipziger Straße ohne Leder Stoll

An diesem Samstag um 16 Uhr schließt das Geschäft Leder Stoll an der Leipziger Straße. 19 Jahre unterhielt Joachim Stoll mit Hauptgeschäft an der Schäfergasse die kleinere Dependance in Bockenheim. Den Schritt begründet der Vorsitzende des Frankfurter Einzelhandelsverbandes damit, dass das Geschäft für heutige Anforderungen zu klein und die Leipziger Straße seit dem Auszug des Kaufhofs ein schwieriger Standort sei. Der Laden war zudem in die Jahre gekommen. Mit „Facelifting“ sei dort nichts mehr zu machen gewesen. „Wir hätten uns einen neuen Standort suchen müssen mit der doppelten Fläche“, sagt Stoll. Der Schritt war lange geplant. Zuletzt sei es noch darum gegangen, eine Mitarbeiterin bis zur Rente durchzubringen.

Maßhemden an der Schillerstraße

Wie angekündigt, hat das Berliner Taschenlabel Liebeskind Ende November an der Schillerstraße (ehemals Peter Gleich) sein erstes eigenes Geschäft in Rhein-Main eröffnet. Das Design House Stockholm in der Nachbarschaft, das neue Räume in der ehemaligen Diamantenbörse, dem Ardi-Goldman-Projekt „Ma“ angemietet hat, wird Ende Januar schließen und vorübergehend in Frankfurt nicht mit einem Geschäft präsent sein. Die Eröffnung des Geschäfts- und Bürohauses „Ma“ an der Stephanstraße ist laut Goldman für August geplant. Nachfolger des Design Houses an der Schillerstraße wird Hans-Peter Marschall mit einem Geschäft für Maßhemden und -Blusen (unter anderem von Emanuel Berg). Bis vor kurzem leitete Marschall die Filiale des deutschen Hemdenspezialisten Van Laack am Roßmarkt. Das Unternehmen betreibt das Geschäft inzwischen in Eigenregie.

Alnatura, die sechste

Seit Anfang Dezember können Büroleute aus dem Bankenviertel Biomilch und Bioeier in der Mittagspause einkaufen. Anfang Dezember hat der Darmstädter Bio-Supermarktbetreiber Alnatura in der Nähe der Alten Oper, an der Bockenheimer Landstraße, eine neue Filiale mit 400 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet. Es ist die sechste in Frankfurt und die fünfzehnte in Hessen. Alles in allem betreibt Alnatura 72 Bio-Supermärkte in Deutschland.

Veganz, die erste

Am 18. Januar eröffnet das Berliner Unternehmen Veganz (Slogan „Wir lieben das Leben“) den ersten veganen Supermarkt in Frankfurt, und zwar in der ehemaligen Schlecker-Filiale am Bornheimer Uhrtürmchen (200 Quadratmeter). Alle Artikel sind frei von tierischen Inhaltsstoffen, mehr als 90 Prozent stammen aus Bio-Produktion. Angekündigt werden unter anderem 77 pflanzliche Käsesorten.

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Quelle: F.A.Z.

 
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