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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Frankfurter Geschäftsleben Die Zeil wird billiger

 ·  Statt S.Oliver wird zukünftig der spanische Filialist Bershka in „My Zeil“ Mode verkaufen. Er zielt wie Zara, H&M und die irische Kette Primark mit Billigware auf ein junges Publikum ab.

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Bershka Nachmieter von S.Oliver

So schnell kann es gehen. In der vergangenen Woche war man noch im S.Oliver-Flaggschiff in „My Zeil“ einkaufen, ein paar Tage später stehen Kunden vor verschlossenen Türen. Ziemlich still hat sich die Modekette von ihrem exponierten Standort mit knapp 1500 Quadratmetern Fläche verabschiedet. Das hat nichts damit zu tun, dass es dem Modekonzern mit Sitz im bayerischen Rottendorf nicht gutgeht. Im Gegenteil. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Haus, zu dem auch die Marken Comma und Liebeskind (50 Prozent) gehören, ein Plus von etwa zwölf Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und wuchs damit das dritte Jahr in Folge. Das Unternehmen, das auch in Frankfurt über Handelspartner gut aufgestellt ist, hatte schon angekündigt, es werde sein Ladennetz unter die Lupe nehmen. „S.Oliver braucht in Frankfurt keinen eigenen Store in der Größe“, meint ein Immobilienmakler. Die Gelegenheit, Fläche vorzeitig an einen Nachmieter abzugeben, habe man mit Sicherheit gern genutzt. Wie das Center-Management des Einkaufszentrums bestätigt, wird die Young-Fashion-Marke Bershka Nachmieter. Sie gehört wie die Kette Zara zur spanischen Inditex-Gruppe und zielt mit Billigware auf ein junges Publikum ab. Bisher gibt es zwei Bershka-Läden in Deutschland.

Primark öffnet erst im November

Manchmal dauert es auch etwas länger. Nicht nur mit dem Vermieten hat es im ehemaligen Woolworth-Haus neben Karstadt an der Zeil etwas länger gedauert. Auch mit dem Umbau der Räume, in die der irische Modediscounter Primark einziehen wird, geht es nicht so richtig voran. Dabei steht bereits seit vergangenem Herbst fest, dass der Modefilialist hier nach dem Start im Nordwestzentrum seine zweite Frankfurt-Filiale eröffnen wird. Erst Ende November wird es so weit sein, wie eine Sprecherin sagt. Mit Problemen im Zuge des Umbaus habe dies allerdings nichts zu tun, sagt eine Sprecherin. So sei es geplant gewesen. „Wir liegen absolut im Timing.“ Aktuell würden zwei Filialen in Berlin und Karlsruhe eröffnet.

Hako wächst

Deutlich flotter geht es mit dem Umbau der ehemaligen Mexx-Filiale an der Zeil voran, wo Plakate an einer auffällig schönen und edlen Schaufenster-Fassade bereits ankündigen, dass das Traditionsschuhhaus Hako demnächst wieder in Frankfurt präsent sein wird. Hako gehört zur Schuhhandelskette Leiser, die zurzeit im Zuge eines Planinsolvenzverfahrens in Eigenregie einen Rettungsplan umsetzt, unter anderem wird ein Viertel der Filialen geschlossen. Von Anfang an hatte es geheißen, an den Plänen für die neue Hako-Filiale werde festgehalten. Der Umzug wurde nötig, weil die bisherigen Verkaufsräume an der Hauptwache abgerissen werden. Die Eröffnung der neuen Hako-Niederlassung ist für den Spätsommer terminiert.

„Kauf Dich glücklich“ bei Sine

Dieses Geschäft wäre auch ein passender Kandidat für das Ardi-Goldman-Projekt „Ma“ in der ehemaligen Diamantenbörse gewesen. „Kauf Dich glücklich“ heißt das Konzept, mit dem die beiden Jungunternehmer Andrea Dahmen und Christoph Munier ein „Berliner Grundgefühl“ auch nach Frankfurt bringen wollen, genauer in die Geschäftsräume des Outdoor-Geschäfts Sine, das im Sommer an der Großen Eschenheimer Straße schließen wird. Schon Ende September soll das Kaufhaus mit 600 Quadratmetern eröffnet werden, von dem es inzwischen zehn Shops in Deutschland gibt. Zu kaufen gibt es, auch online unter www.kaufdichgluecklich-shop.de, Flohmarktmöbel, Waffeln, Eis und Mode, vorwiegend von skandinavischen und Berliner Designern. Seit Herbst gibt es auch eine eigene Damenkollektion. Auf die Inneneinrichtung darf man gespannt sein. Vorzugsweise renovieren die Berliner die Räume mit ihren Mitarbeitern selbst. Zum Berliner Grundgefühl gehöre, mit wenig Geld viel erreichen zu können, so die Unternehmensgründer. Die Stadt sei eine Spielwiese. Das sind mal ganz neue Töne in der Bankenstadt Frankfurt.

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Jahrgang 1964, feste freie Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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