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Frankfurter Geschäftsleben Die Frankfurter Innenstadt bleibt gefragt

 ·  An der Goethestraße steht kein Geschäft lange leer, und auch andernorts wird flott gewechselt. Das Stuttgarter Modehaus Breuninger sucht indes noch.

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Tag Heuer an der Goethestraße

An der Goethestraße ist einiges in Bewegung. Das Modehaus Pfüller baut zurzeit seine Filiale für Damenmode um. Derweil hat der Mode-Discounter More for Less, der bisher in zwei Filialen an der Goethestraße die Prozentzeichen groß schrieb und damit nicht so recht in die Straße mit all ihrem Luxus passt, seine Filiale zum Rathenauplatz hin aufgegeben. Kaschmirpullover und Krawatten zu Outlet-Preisen werden demnächst an der Kleinen Bockenheimer Straße um die Ecke verkauft. Nachmieter wird der Schweizer Uhrenhersteller Tag Heuer, der dort nach München seine zweite Deutschland-Filiale betreiben wird. Das 1860 gegründete Unternehmen, das seit 1999 zum französischen Luxusgüterkonzern LVMH (Louis Vuitton, Givenchy, Moët & Chandon) gehört, ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Chronographen in der Preisklasse zwischen 3000 und 5000 Euro. Die Eröffnung ist nach Angaben des Maklerunternehmens BNP Paribas für den Herbst geplant. Auch der Nachmieter für die ehemaligen Geschäftsräume von Möller&Schaar steht fest. Wie bereits spekuliert, wird die britische Marke Burberry ihre bisherige Filiale an der Goethestraße aufgeben und ein paar Häuser weiterziehen.

Hunkemöller mit Vorzeigefiliale

Dessous-Geschäfte sind im Kommen. Auch der niederländische Wäschefilialist Hunkemöller, nach eigenen Angaben die am schnellsten wachsende Dessous-Kette in Europa, expandiert; 74 neue Geschäfte sind 2013 geplant. In einem ehemaligen Textilgeschäft im Haus Kaiserstraße 3-5 hat der Wäschespezialist jetzt sein erstes deutsches Flaggschiff eröffnet und zeigt hier auf 230 Quadratmetern sein komplettes Wäschesortiment, Nachtwäsche und Bademode inklusive. Mit BH-Preisen zwischen knapp 18 und 35 Euro liegt Hunkemöller im Mittelfeld. Zielgruppe sind vor allem junge Frauen. Hunkemöller hat weltweit knapp 600 Filialen, davon rund 150 in Deutschland.

Breuninger sucht 1-A-Lage

Das Stuttgarter Modehaus Breuninger, das bisher zehn Häuser in Deutschland betreibt, davon eines im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach, sucht neue Standorte in Großstädten, „sehr konkret“ auch in Frankfurt, wie ein Unternehmenssprecher sagt. Das Konzept für die sogenannten Department-Stores, die mehr verkaufen als nur Mode, sei auf 15000 Quadratmeter in 1-A-Lage ausgerichtet. Möglich sei sowohl der Bau mit einem Projektentwickler als auch eine Lösung in Eigenregie. Das jüngste Breuninger-Haus entsteht zurzeit an der Königsallee in Düsseldorf. Im Herbst soll die Eröffnung sein. Gleichzeitig will das Unternehmen seinen Verkauf über das Internet vorantreiben - ein Fünftel der Umsätze sollen in den nächsten fünf Jahren online erzielt werden. Die Zukunft liege in der Verbindung von Online-Geschäft und stationärem Handel, sagte der Sprecher.

Hoodies am Rossmarkt

An die „gegenseitige Befeuerung“ beider Vertriebskanäle glaubt nach einem Bericht der „Textilwirtschaft“ auch der Geschäftsführer des Münchner Skater- und Snowboarder-Spezialisten Planet Sports. Den Online-Anteil am Umsatz beziffert er auf 80 Prozent, zu den vier bestehenden Geschäften sollen jedoch weitere Filialen hinzukommen. Eine davon wird am 20.April am Rossmarkt eröffnet. Anders als in München verkauft Planet Sports in Frankfurt Sportmode und Skateboards unter einem Dach.

A/X Classic’s statt Mandarina Duck

Mieterwechsel am Steinweg: In die ehemaligen Räume des Taschenlabels Mandarina Duck ist die Frankfurter A/X Classic’s Group AG gezogen. Das Unternehmen betreibt damit im Rhein-Main-Gebiet sieben Filialen für Damenmode. Das Frankfurter Hauptgeschäft befindet sich am Opernplatz. A/X Classic’s verkauft nach eigenen Angaben modische, aber tragbare Label, unter anderem Kaschmirpullover von Allude und FTC. Die Preise sind gehoben.

Bahnhof bekommt neue Markthalle

Im Hauptbahnhof wird Mitte Mai die neue „Frankfurter Markthalle“ (ehemals „Markt am Bahnhof“) eröffnet. Wie bisher sind rund 1000 Quadratmeter Fläche für Gastronomie-Geschäfte reserviert. Das Angebot reicht von Sushi über die klassische Metzgertheke bis zu Pizza, Kaffee, Obst und Gemüse. Im Moment wird noch kräftig umgebaut. Die Deutsche Bahn hatte die Fläche, die nach Angaben eines Sprechers in die Jahre gekommen war, ausgeschrieben, dies auch mit dem Ziel, künftig nur noch einen Betreiber und Ansprechpartner zu haben. Den Zuschlag bekam das auf Flughäfen und Bahnhöfen spezialisierte Unternehmen LS Travel Retail Deutschland mit Sitz in Wiesbaden, das von einem „Investment in Millionenhöhe“ spricht. LS Travel ist eine Tochter der weltweit tätigen Lagardère Services-Gruppe und betreibt an deutschen Bahnhöfen und Flughäfen rund 100 Geschäfte.

Ono Koon zieht um

Vor sechs Jahren hat der Selfmade-Modedesigner Ono Koon aus Bruchköbel seine erste Filiale am Sandweg eröffnet - ein Prototyp für fünf weitere Geschäfte, deren Damenmode sich dadurch auszeichnet, dass viel gerafft und gerüscht wird und es auf ein Pfund mehr oder weniger nicht ankommt. Anfang April will Koon an die Berger Straße ziehen, in das ehemalige Geschäft des Taschenlabels Crampler. Statt 170 Quadratmeter wird Koon nur noch 100 bespielen. Das Geschäft am Sandweg sei wegen verkehrsberuhigender Maßnahmen zuletzt nicht mehr so gut gelaufen, sagt der Geschäftsmann, der hervorhebt, dass er nicht in Billiglohnländern, sondern vielmehr in der Wetterau, in Mühlheim und in Frankfurt nähen lässt. Damit wolle er in Zukunft stärker werben.

Hugendubel pusht das E-Book

Bisher wurden Lesegeräte für elektronische Bücher beim Buchhändler Hugendubel eher stiefmütterlich behandelt. Inzwischen hat die Frankfurter Filiale am Steinweg, eine von acht in Hessen, einen eigenen E-Book-Shop für Lesegeräte und Tablets. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um ein Pilotprojekt, das künftig auf andere Standorte ausgedehnt werden soll. „E-Books spielen eine wichtige Rolle im Rahmen unserer Multi-Channel-Strategie. Dementsprechend räumen wir diesem Thema jetzt und in Zukunft in allen Filialen den dafür angemessenen Platz ein“, heißt es. E-Books sind im Schnitt rund 20 Prozent günstiger als gedruckte Bücher.

„My Zeil“ mit mehr Spielzeug

Das Einkaufszentrum „My Zeil“ teilt mit, dass das Geschäftsjahr 2012 bei Frequenz und Umsatz die Erwartungen übertroffen habe. Rund 13,5 Millionen Kunden hätten das Center im vergangenen Jahr aufgesucht. Im Dezember habe die Frequenz 18 Prozent über dem Vorjahr gelegen. Dies wird auch auf die neu eröffnete Bershka-Filiale (1200 Quadratmeter) zurückgeführt. Zu den „erfolgversprechenden Plänen“ für dieses Jahr gehört nach Angaben des Center-Managers Olaf Deistler, dass die seit langem leerstehende Fläche am Hintereingang des Erdgeschosses - früher war hier eine Apotheke - vermietet werden konnte, und zwar an einen Anbieter von „hochwertigem Spielzeug“.

Saturn verlässt Filiale an der Berger Straße

Der Elektronikmarkt Saturn an der Berger Straße wird zum Jahresende seinen Betrieb voraussichtlich einstellen. Ob er diesen nach dem Umbau des Areals wiederaufnehmen wird, steht noch nicht fest. Der Mietvertrag läuft Ende 2013 aus, wie der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung auf eine Anfrage von Bernhard Ochs (Römer-Fraktion) hin bestätigt hat. Der Hausbesitzer habe ein Konzept für ein neues Wohn- und Geschäftshaus eingereicht. Weil Saturn ein „Ankermieter“ an der Berger Straße sei, habe die Stadt ein hohes Interesse daran, dass der Elektronikmarkt nach dem Umbau wieder einziehe. Er habe deshalb Kontakt mit der Saturn-Konzernzentrale in Ingolstadt aufgenommen, berichtete der Stadtrat. (rieb.)

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Jahrgang 1964, feste freie Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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