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Frankfurter Flughafen Terminal 3 lässt auf sich warten

 ·  Fraport zögert mit dem Bau des dritten Terminals am Frankfurter Flughafen, weil die Verkehrszahlen weit hinter den Prognosen liegen. Forderungen aus der Politik nach einem Verzicht auf den Ausbau werden laut. Rechtlich hat Fraport noch Zeit.

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Es ist nicht alleine die Zahl der Bahnen, die die Kapazität eines Flughafens ausmacht. Der Platz für die Flugzeuge am Boden, die Zahl der Gebäude- und Vorfeldpositionen also, ist nicht weniger entscheidend. In der Logik des Ausbauplans für den Frankfurter Flughafen bedingt deshalb die vierte Bahn das geplante dritte Terminal. Nur dann lässt sich die mit dem Ausbauvorhaben anvisierte Kapazitätssteigerung auf bis zu 126 Flugbewegungen in der Stunde realisieren. Wenn denn die Nachfrage da ist.

In der Praxis stellt sich das Problem im Moment allerdings nicht, weil die Verkehrszahlen gerade derart hinter den ursprünglichen Prognosen zurückbleiben, dass Fraport den Bau des Terminals 3 einmal mehr auf der Prioritätenliste nach hinten geschoben hat. Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte nennt inzwischen gar keinen Termin mehr für die Inbetriebnahme der Terminalanlage.

Beschränkung der Kapazität

Die politische Reaktion folgt prompt: Die Grünen im Hessischen Landtag fordern schon, das dritte Terminal nicht zu bauen und das Geld in den Lärmschutz für die Anrainer zu stecken. Aus der SPD klingt es bescheidener, von einer kleineren Variante des im Süden des Flughafenareals geplanten Terminals ist da die Rede. In beiden Vorschlägen steckt aber im Grunde eine Beschränkung der Kapazität - durch weniger Platz am Boden.

Rechtlich ist Fraport allerdings auch dann für absehbare Zeit auf der sicheren Seite, wenn das dritte Terminal erst Jahre später als ursprünglich einmal geplant gebaut wird. Denn der dem Ausbau zugrunde liegende Planfeststellungsbeschluss und die relevanten Vorschriften des Luftverkehrsgesetzes für solche Vorhaben der Luftverkehrswirtschaft sehen zwar grundsätzlich eine Frist vor, innerhalb deren der Antragsteller dann auch zur Tat schreiten muss. Die ist aber im Fall des Frankfurter Flughafens gewahrt, beziehungsweise ist sie noch gar nicht angelaufen, wie Karsten Baumann, Referatsleiter Luftverkehr, Genehmigung und Planfeststellung im hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium, erläutert. Grundsätzlich bestehe zwar eine Frist von zehn Jahren, innerhalb deren der Antragsteller das Recht zu bauen wahrzunehmen und mit den Arbeiten anzufangen habe. Die beginne aber überhaupt erst, wenn die „Unanfechtbarkeit“ gegeben sei, wie der promovierte Verwaltungsjurist ausführt. Da aber noch etliche Verfahren in dieser Sache anhängig seien, liege diese Unanfechtbarkeit formal noch gar nicht vor.

Die Frist kommt nach Ansicht des Ministeriums aber ohnehin nicht zum Tragen, weil der Planfeststellungsbeschluss, den der damalige Wirtschafts- und Verkehrsminister Alois Rhiel (CDU) im Dezember 2007 unterzeichnet hat, das gesamte Ausbaupaket umfasst. Mit dem Bau der Landebahn Nordwest hat Fraport also das Vorhaben begonnen, wie vom Gesetz gefordert. Für den Baubeginn von Terminal 3 kann sich die Betreibergesellschaft demnach weiter Zeit lassen und darauf warten, dass wieder höhere Verkehrszahlen absehbar sind.

Schultes bei der Bilanzvorlage vor wenigen Tagen eher entspannt vorgetragene Bemerkung, man lasse sich da lieber etwas mehr Zeit, gehe lieber etwas später als zu früh mit dem dritten Terminal an den Markt, dürfte nicht zuletzt dieser Rechtslage geschuldet sein.

Zudem hat Fraport, wissend, dass das Geschäft mit der Fliegerei großen Schwankungen unterliegt, ohnehin geplant, das dritte Terminal, das einmal die Kapazität des Flughafens auf weit mehr als 80 Millionen Passagiere steigern soll, in Modulen zu bauen, je nach Entwicklung der Nachfrage. Von 2020 ist intern beim Flughafenbetreiber inzwischen die Rede, offiziell bestätigt wurde die Jahreszahl vom Flughafenbetreiber allerdings nicht. Allerdings sprach Vorstandschef Schulte dieser Tage davon, dass von einem Baubeginn fünf bis sieben Jahre nach der europaweiten Ausschreibung auszugehen sei. Da dies noch nicht geschehen ist, erscheint das Jahr 2020 nicht als unrealistisch.

Leitungssysteme schon verlegt

Schon die Passagierrückgänge während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009 veranlassten den Flughafenbetreiber dazu, im Herbst 2009 zu verkünden, dass der Bau, für den Fraport zwischen 900 Millionen und einer Milliarde Euro rechnet, verschoben werde.

Ganz untätig war Fraport auf dem Gelände, auf dem früher die Airbase der amerikanischen Streitkräfte lag, nicht. Das Vorfeld mit einigen Abstellpositionen ist schon weitgehend gebaut, die Leitungssysteme für das Kerosin, das Wasser und die Stromversorgung sind ebenfalls bereits im Boden, wie es bei Fraport heißt. Die Fläche des gesamten Vorfelds des neuen Terminals soll 900.000 Quadratmeter betragen. Das Kanalnetz ist alleine 70 Kilometer lang, wie es weiter heißt. Im ersten Bauabschnitt, so sahen es die Planungen bislang vor, sollen zwei der geplanten Finger (siehe Abbildung oben) gebaut werden sowie zwei Drittel des Zentralgebäudes.

Zu erreichen sein wird das Terminal 3 allerdings nach heutigem Stand nur mit Bus, Auto oder mit dem Skytrain genannten Bahnsystem der Fraport, das bisher schon die Terminals 1 und 2 miteinander verbindet. Ein S-Bahn-Anschluss ist zwar vorgesehen, eine entsprechende Strecke wird es allerdings auf absehbare Zeit nicht geben.

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