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Frankfurter Flughafen : Lärmpausentest am Flughafen beginnt

Hoffnungsschimmer: Weht es von dort, wo die Abendsonne steht, könnte es für die Nachbarn des Flughafens etwas leiser werden. Bild: dpa

Von den vier Bahnen des Frankfurter Flughafens werden nun stundenweise nur drei genutzt. Anrainer sollen so im Wechsel eine Stunde mehr Ruhe gewinnen. Vorerst aber nur bei Westwind.

          Morgen soll es zum ersten Mal zusätzliche Lärmpausen am Frankfurter Flughafen geben. Ganz sicher ist das allerdings nicht. Denn das stunden- und wechselweise Herausnehmen einer der vier Bahnen aus dem Betrieb am Morgen und am Abend wird nur dann erprobt, wenn der Wind aus Westen kommt.

          Jochen Remmert

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Ostwindvariante wird erst einmal nicht geprüft, die Fluglärmkommission hatte sich dagegen ausgesprochen. Der Wind komme am Flughafen ohnehin meistens aus dem Westen, heißt es aus dem Ministerium. Ganz zu vernachlässigen ist die Ostwetterlage allerdings nicht. Im langjährigen Durchschnitt herrscht immerhin rund 30 Prozent der Zeit sogenannte Ostwetterlage. Die Testphase ist auf ein Jahr angesetzt.

          Wie die Bezeichnung Betriebsrichtung West nahelegt, starten und landen die Flugzeuge in Richtung Westen. Denn in der Regel brauchen Flugzeuge Gegenwind, um sicher aufsetzen oder abheben zu können. Die landenden Maschinen fliegen also von Osten an und überqueren dabei unter anderem Offenbach, den Frankfurter Süden und Neu-Isenburg.

          Abends früher ruhig, dafür morgens später

          Um dort Anrainern mehr Ruhe zu verschaffen, soll nun morgens die Südbahn eine Stunde nach dem Ende des Nachtflugverbotes, das heißt, erst um 6 und nicht schon um 5 Uhr, für den Betrieb freigegeben werden. Der Wegfall der Anflüge aus Richtung Osten in dieser einen Stunde auf die Südbahn soll in Neu-Isenburg rund 11.000 Anwohnern eine siebenstündige Nachtruhe verschaffen. Die Entlastung für Neu-Isenburg bedingt aber auch, dass morgens alle Landungen auf der Nordwestbahn und der Centerbahn gebündelt werden. In deren Einflugschneisen wird es daher tendenziell lauter.

          Am Abend sieht das Modell als Ausgleich eine Entlastung des am Morgen stärker belasteten Nordens vor: Weder auf der Nordwestlandebahn noch auf der Centerbahn sollen zwischen 22 Uhr und 23 Uhr Flugzeuge laden. Die neue Piste im Nordwesten wird also dem Lärmpausenkonzept nach schon eine Stunde vor Beginn des Nachtflugverbotes aus dem Flugbetrieb genommen. Davon sollen die Anwohner in der Einflugschneise dieser Piste profitieren, beispielsweise die Bewohner des Frankfurter Südens.

          Entlastung für 40.000 Anrainer

          Alle Landungen werden nun am Abend auf der Südbahn gebündelt – allerdings nun zu Lasten vor allem der Bewohner von Neu-Isenburg und Hanau. Die Centerbahn wird nicht mehr für Landungen, nun aber für Starts genutzt. Im Saldo sollen nach Angaben des Verkehrsministeriums trotzdem rund 40.000 Anrainer eine Lärmentlastung erfahren im Vergleich zum Flugbetrieb ohne Lärmpausen.

          Unter der Anfluglinie der Nordwestlandebahn könnte die Pause tatsächlich zu einer Entlastung am Abend führen. Was die Centerbahn betrifft, ist zu bedenken, dass sie bislang ohnehin nur selten für Landungen genutzt wird, vornehmlich aber für Starts. Wenn also das Lärmpausenmodell nun die Centerbahn zwischen 22 und 23 Uhr für Landungen sperrt, wird die Entlastungswirkung im Vergleich zur Nordwestpiste sehr viel geringer ausfallen. Denn 2014 fanden – alle Betriebsrichtungen zusammengenommen – nur 7,8 Prozent aller Landungen in Frankfurt auf der Center-Bahn statt.

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