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Frankfurter Eintracht Kein Grund zur Demut

Eintracht-Trainer Armin Veh sieht seine Mannschaft im Spitzenspiel beim FC Schalke 04 als Außenseiter - aber einen mit Chancen.

© Wonge Bergmann Freut sich über das Tor: Alexander Meier von der Eintracht Frankfurt nach der Begegnung gegen den FC Augsburg.

Für Belehrungen aus dem Duden ist Armin Veh der falsche Mann. „Davon halte ich nichts.“ Für das Stichwort Spitzenspiel, dem Aufeinandertreffen zweier Spitzenmannschaften, hat der Trainer der Frankfurter Eintracht denn auch ein kurzes und griffiges Beispiel parat. „Wenn am dreizehnten Spieltag der Zweite gegen den Dritten spielt, dann ist das ein Spitzenspiel.“ Punkt. Aus. Fertig. Und es stimmt ja auch. Der FC Schalke 04 ist Tabellenzweiter in der Fußball-Bundesliga, die Eintracht, die an diesem Samstag (15.30 Uhr) in der Gelsenkirchener Arena Gegner ist, wird seit Wochen schon als Dritter im Klassement geführt. Für den Aufsteiger ist das bislang eine beachtliche Ausbeute, und auf die Frage eines Reporters, ob die Frankfurter jetzt nicht doch bitteschön den Sprung auf Platz zwei machen könnten, fand Bastian Oczipka mit feinem Unterton die richtigen Worte. „Wir können jetzt endlich mal einen Schritt höher kommen. Wir sind jetzt schon recht lange auf Platz drei.“

Ralf Weitbrecht Folgen:

Punktgleich mit Schalke, in der Tordifferenz nur um einen Treffer schlechter - wie schon vor zwei Wochen in München hat der Bundesligaspielplan wieder und wirklich eine Spitzenpartie mit Frankfurter Beteiligung im Angebot. Die Freude darüber ist groß, auch bei Bruno Hübner. „Es wird ein offener Schlagabtausch“, glaubt der Sportdirektor der Eintracht. „Seine Empfehlung, die vermutlich auf fruchtbaren Boden fallen dürfte: „Wir dürfen keine Angst haben und müssen versuchen, unser Spiel durchzuziehen.“

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Kritik gegen „die schwachsinnige Frankfurter Lösung“ 

Vor dem FC Schalke 04, so wie sich die Mannschaft von Trainer Huub Stevens in diesen grauen Novembertagen präsentiert, braucht sich die Eintracht wirklich nicht zu fürchten. Der knappe 1:0-Sieg in der Champions League gegen Olympiakos Piräus war mehr Pflicht als Kür. Die „Königsblauen“ haben das getan, was sie tun mussten: Sie haben die Griechen auf Distanz gehalten.

Mit der Rolle der Griechen wollen sich die Frankfurter nicht begnügen. Sie wollen konsequent das Spiel durchziehen, das sie in der Bundesliga bislang so stark werden ließ. „Hinten reinstellen und einmauern, das wollen wir nicht und das werden wir nicht“, versprach Trainer Veh am Freitag. Der Frankfurter Fußballlehrer freut sich gleich in mehrfacher Hinsicht auf den Dienstausflug in den Westen. Erstens: Er trifft seinen alten Kumpel Horst Heldt. Mit dem einstigen Eintracht-Profi machte Veh gemeinsame Sache im Schwabenland und führte den VfB Stuttgart zur deutschen Meisterschaft - Veh wirkte als Trainer, Heldt als Manager. In gleicher Funktion ist er nun bei Schalke tätig. Zweitens: Für die Eintracht ist es ein Spitzenspiel. Und drittens: Veh und seine Leute haben bei möglichem Regen ein Dach über dem Kopf. Während nämlich in der Frankfurter Arena das faltbare Dach von November bis April nicht geschlossen werden darf, gibt es in Gelsenkirchen bedeutend mehr Freiheiten. In der Arena auf Schalke sind Fußballspiele auch deshalb zumeist Hallenveranstaltungen, um die Lärmbelästigung in Grenzen zu halten. Konfrontiert mit der großzügigen Gelsenkirchener Hallendachlösung, sah sich Eintracht-Trainer Veh zum wiederholten Male bemüßigt, „die schwachsinnige Frankfurter Lösung“ heftig und mit Unverständnis zu kritisieren.

Um sportlich eine Lösung für die schwere Aufgabe beim FC Schalke 04 zu finden, hat Veh seine Profis wie vor allen vorausgegangenen Spielen auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren lassen. Personelle Überraschungen dürften nach den Beobachtungen der vergangenen Tage nicht zu erwarten sein. Karim Matmour, fleißig und ballgewandt, aber zuletzt nicht über die Maßen torgefährlich, dürfte als vorderste Spitze in der Stammelf stehen. Überhaupt hat Veh keine Veranlassung, seine eingespielte, zuletzt gegen Augsburg siegreiche Mannschaft zu verändern. Lediglich auf der Bank könnte mit Heiko Butscher ein Mann sitzen, der sportlich eigentlich keine Rolle mehr bei den Hessen spielt. Doch da Ersatz-Innenverteidiger Vadim Demidov wegen Leistenbeschwerden auszufallen droht, wäre Backup Butscher ein Abwehrmann für alle (Not-)Fälle. „Wir wissen, dass wir der Außenseiter sind“, sagte Veh. „Aber wir rechnen uns durchaus Chancen aus.“ Warum auch nicht? Die Eintracht fährt schließlich als Dritter zum Zweiten - zum Spitzenspiel des Tages.

Quelle: F.A.Z.

 
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