Home
http://www.faz.net/-gzg-74jc3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankfurter Eintracht Immer diese Gegentore

 ·  Die Eintracht hat zwar den drittbesten Angriff der Liga, kassiert aber in fast jedem Spiel Treffer. Dies will Trainer Veh ändern. Am liebsten schon am Samstag bei Schalke.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

In der Königsklasse bleibt die Vereinsbrille außen vor. „Es freut mich, dass alle drei Vereine weiter sind. Das sagt mir: Die Bundesliga ist einfach gut.“ Für Armin Veh ist der Mittwochabend ein guter Abend gewesen. Doch nicht nur der Trainer der Frankfurter Eintracht hat ihn genossen. Auch die unmittelbar beteiligten Vereine tief im Westen haben alle selbstgesteckten Erwartungen erfüllt. Borussia Dortmund? Steht nach dem 4:1-Coup bei Ajax Amsterdam schon jetzt als Gruppensieger fest und hat den Einzug in das Achtelfinale der Champions League geschafft. Schalke 04? Hat ebenso wie der westfälische Rivale dank des 1:0 gegen Olympiakos Piräus die Gruppenphase überstanden und darf sich auf zwei K.-o.-Spiele freuen. Dass die Schalker gegen die Griechen nicht gerade ein fußballerisches Feuerwerk gezündet haben, verwundert Veh nicht. „Sie haben genau das getan, was nötig war. Sie haben das Spiel gewonnen.“

Spiel gewonnen, eine Runde weiter - und den Blick frei für die Alltäglichkeiten in der Bundesliga. Der Grund für Vehs besonders intensives Fernsehstudium ist offenkundig: Am Samstag misst sich die Eintracht mit dem FC Schalke 04. Die Arena in Gelsenkirchen, das Ziel von 5000 Eintracht-Anhängern, wird ausverkauft sein, wenn von 15.30 Uhr an das Topspiel des Tages ausgetragen wird. Zweiter gegen Dritter, Champions-League-Achtelfinalist gegen Bundesliga-Rekordaufsteiger. Innerhalb von nur zwei Wochen gibt es also schon wieder ein Spitzenspiel mit Beteiligung der Eintracht. „Das haben wir uns verdient“, sagt Pirmin Schwegler. Nach der Partie bei Branchenführer Bayern München (0:2) ist das Spiel „auf“ Schalke nun schon das zweite, das aufgrund der Tabellenkonstellation herausragt. Schwegler, der Kapitän und Anführer der Frankfurter Fußballprofis, sieht sich und seine Mannschaftskollegen bestens vorbereitet. Um Stimmung und Spannung hoch zu halten, hat Trainer Veh am neblig-kalten Donnerstagvormittag zu einer geschickten Maßnahme gegriffen: Er hat seine Spieler lustbetont aus allen Lagen schießen lassen. „Das mache ich meistens zwei Tage vor einem Bundesligaspiel“, sagte er. „Flanken, Torschüsse und Kopfbälle, das alles brauchen wir.“

„Endlich wieder zu null spielen“

Die Stimmung ist gut. Aber das ist auch kein Wunder. Mit 23 Punkten steht Vehs Mannschaft Seite an Seite mit Schalke, getrennt nur durch die marginal schlechtere Tordifferenz. Das Plus der Eintracht: Sie stellt den drittbesten Angriff der Liga, hat schon 25 Tore erzielt und mit Alexander Meier (9 Treffer) den aktuell Führenden der Torjägerliste in ihren Reihen. Was andererseits verbesserungsfähig ist: endlich einmal ohne Gegentor zu bleiben. Ein einziges Mal nur ist dies geglückt, und es liegt gefühlt schon eine halbe Ewigkeit zurück. Am zweiten Spieltag konnte sich Kevin Trapp zwar in der Anfangsphase nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Doch am Ende wurde der Frankfurter Torhüter beim furiosen 4:0 in Hoffenheim nicht überwunden. „Endlich wieder zu null spielen.“ Diesen Wunsch äußerte der 22 Jahre alte Trapp nach dem jüngsten Heimsieg gegen den FC Augsburg. Der Tabellenletzte schaffte es dabei, gegen die gewohnt offensiv ausgerichteten Frankfurter zwei Tore zu erzielen. „Vielleicht sollten wir uns auf Schalke mehr hinten reinstellen und verteidigen“, sagte Veh am Donnerstag. Doch das war nicht wirklich ernst gemeint. Der Eintracht-Trainer weiß nur zu gut, dass die Frankfurter gerade wegen ihres ausgeprägten Angriffsfußballs derzeit eine so starke Rolle in der Bundesliga spielen.

Übrigens: Um sich auch atmosphärisch den beiden Champions-League-Vereinen aus dem Westen zu nähern, wird der Eintracht-Tross an diesem Freitag etwas ganz Besonderes machen. „Wir übernachten im langjährigen Dortmunder Mannschaftshotel.“ Ein Hauch von Meisterluft für die Eintracht.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Zwischen Zuckeln und Rasen

Von Mechthild Harting

Der FDP-Verkehrsminister Florian Rentsch will kein Tempo-30-Limit nachts auf Frankfurter Hauptverkehrsstraßen. Das ist nun offensichtlich und nicht per se verwerflich. Seine Begründung hingegen klingt kurios. Mehr 1 3