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Frankfurter Eintracht Die Eintracht sucht sich selbst

28.01.2012 ·  Eine Woche vor dem ersten Ligaspiel nach der Winterpause gegen Braunschweig baut Trainer Veh um - mal freiwillig, mal nicht.

Von Josef Schmitt, Frankfurt
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Am nächsten Sonntag startet die Frankfurter Eintracht mit dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig in den zweiten Teil der Saison. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir weiter sind“, sagte Armin Veh vor dem Test an diesem Sonntag (14 Uhr) in der WM-Arena gegen den Schweizer Erstligaverein FC Lausanne. Der Frankfurter Trainer hat in vielen Mannschaftsteilen mit Problemen zu kämpfen und wird in allen Mannschaftsteilen, mal freiwillig, meist aber unfreiwillig, Veränderungen vornehmen.

Tor

Wie zu Beginn der Saison und wie am Ende des vergangenen Jahres wird Thomas Kessler spielen. Eine Wadenverletzung zu Beginn der Vorbereitung hat Routinier Oka Nikolov zurückgeworfen und erst einmal den Stammplatz gekostet. Besteht Kessler den Härtetest gegen Lausanne, dann wird er auch gegen Braunschweig auflaufen.

Abwehr

Kessler wird sich auf eine neue Abwehr einstellen müssen. Bei der „Generalprobe“ spielen in der Zentrale nebeneinander Habib Bellaid und Heiko Butscher. Bellaid war eigentlich schon ausgemustert, hat aber keinen neuen Verein gefunden und wird nun gebraucht. Butscher wurde neu verpflichtet, um Stabilität in die Defensive zu bringen. Er soll als ehemaliger Kapitän der Breisgauer auch bei den Hessen seine Führungsqualitäten einbringen. „Er kann eine Mannschaft mitreißen“, sagt Sportdirektor Bruno Hübner. Die Stammbesetzung aus der Vorrunde, Bamba Anderson und Gordon Schildenfeld, ist aktuell nicht auf der Höhe. Anderson hat sich nach einer Meniskusoperation kurz vor Weihnachten immerhin so weit herangekämpft, dass er zu einem Kurzeinsatz kommen könnte. Schildenfeld plagen Rückenprobleme, auch er wird bald wieder spielen können. Kontinuität herrscht auf der rechten und linken Seite der Abwehrkette, dort sind weiter Sebastian Jung und Constant Djakpa erste Wahl.

Mittelfeld

Der Ausfall von Pirmin Schwegler wegen eines Bruchs des linken großen Zehs hat die Eintracht tief getroffen. Der Kapitän ist nicht nur als Spielmacher, sondern auch als Führungspersönlichkeit nicht zu ersetzen. Schweglers Fehlen zumindest in den ersten beiden Spielen führt sogar dazu, dass der Trainer das gesamte Spielsystem ändern will. Statt des in der Vorrunde bevorzugten 4-4-2 mit Schwegler als alleinigem Spieler direkt vor der Abwehr will Veh nun in einem 4-2-3-1 spielen lassen. Die Aufgaben des Schweizers bei der Balleroberung und Ballverteilung sollen sich Sebastian Rode und Matthias Lehmann teilen. Dessen spielerische Klasse können sie sicher nicht erreichen, womöglich aber kann Lehmann mit körperlicher und Rode mit läuferischer Präsenz für einen Ausgleich sorgen. Auf den offensiven Mittelfeld-Positionen sind die Frankfurter nach wie vor gut und ausgeglichen besetzt. Erste Wahl sind aktuell Karim Matmour, Alexander Meier und Ümit Korkmaz, aber auch der nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrte Sonny Kittel, Caio und Benjamin Köhler sind Alternativen.

Angriff

Der Sturm ist die größte Baustelle. In Theofanis Gekas und Mohamadou Idrissou stehen jene beiden Angreifer nicht mehr oder noch nicht wieder zur Verfügung, die in der Vorrunde mit jeweils sieben Treffern erfolgreich waren. Gekas wurde für 300 000 Euro zu Samsunspor in die Türkei verkauft, Idrissou hat sich von einer Knöcheloperation im alten Jahr noch nicht erholt. Beide werden fehlen, auch wenn Veh auf den Abgang von Gekas aus zwischenmenschlichen und teaminternen Gründen gedrängt hatte. Idrissou ist einer der wenigen Spieler, dem der Trainer den „absoluten Willen“ attestiert, den Aufstieg auch zu schaffen. Der Kameruner ist, in bester körperlicher Verfassung, die Personifizierung des Frankfurter Selbstvertrauens und des Anspruchs, wieder aufzusteigen. Ihn - mindestens für die ersten beiden Spiele - zu ersetzen wird die schwerste Aufgabe sein. In Rob Friend und Erwin Hoffer stehen noch zwei weitere prominente Stürmer im Aufgebot. Doch Hoffer sieht der Trainer nur als wichtige Ergänzung - Friend offenbar nicht mehr. „Ich brauche unbedingt noch einen Stürmer“, sagt Veh. Patrick Helmes vom VfL Wolfsburg soll es sein, doch die Verhandlungen sind ins Stocken geraten. Und so will Veh gegen Lausanne zu einer ungewöhnlichen Maßnahme greifen. Der Brasilianer Caio, gelernter - und höchst umstrittener - Mittelfeldspieler, soll sich ganz vorne in der Spitze versuchen. Ein wenig erfolgversprechendes Experiment, aus dem fast schon ein wenig Verzweiflung spricht.

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