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Frankfurter Dippemess’ Wildwasser marsch!

 ·  Der Frühling lässt weiter auf sich warten und darunter leiden auch die Schausteller: Frieren und fliegen auf der Frankfurter Dippemess’

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Mit der Wildwasserbahn fahren. Bestimmt, ganz sicher, ist das nur eine leidlich gute Idee bei fünf Grad Celsius und kaltem Ostwind. Aber wann wird wohl die nächste Möglichkeit kommen, die „größte transportable Wildwasserbahn der Welt“ auszuprobieren? Vielleicht ist es der Schausteller-Superlativ, der am Mittwochabend auf der Dippemess’ tatsächlich eine gute Handvoll Besucher in die „Silbermine“, also die Wildwasserbahn, klettern lässt. Vielleicht ist es nur die Unvernunft, der schöne absurde Gedanke. Wird man wohl nass? „A little bit“, ein kleines bisschen, sagt der Mann, der die Kähne sortiert. Also gut: Wildwasser marsch!

Der schöne Spaß ist in den vergangenen Tagen des Öfteren, nun ja, ins Wasser gefallen. Die Wildwasserbahn musste an mehreren Abenden schließen, weil sicherheitsrelevante Stellen der Anlage vereist waren, wie Kurt Stroscher erzählt, der für die Tourismus- und Kongressgesellschaft die Dippemess’ organisiert. Bisher kamen wegen des ausbleibenden Frühlings etwa 40 Prozent weniger Besucher als üblich zum Festplatz am Ratsweg.

Ostwind plus Fahrtwind ergibt sehr kalten Wind

Fünfundfünfzig Meter, das ist ein Wahnsinn, selbst im Sommer. So hoch fliegen die Gondeln von „Alex Airport“, dem, Obacht jetzt: „einzigen durchgängig thematisierten, transportablen Riesenkettenflieger“. Das Gerät ist, weniger schön gesagt, ein mit Flughafenmotiven dekoriertes Kettenkarussell, das den Fahrgast auf Augenhöhe mit der Skyline trägt, gefühlt wenigstens und solange der sich traut, die Augen offen zu halten, im Angesicht des sicheren Todes durch schlichtes Herausfallen (passiert natürlich nicht, allein wegen der Fliehkräfte). Bei „Alex Airport“ jedenfalls, wo Ostwind plus Fahrtwind auf 55 Metern Höhe sehr kalten Wind ergeben, dauert es etwas länger, bis wenigstens zwei Gondeln besetzt sind und das Karussell damit gut ausgeglichen losfahren kann.

Die Frau, bei der man mit einem Luftdruckgewehr so lange auf eine kleine Scheibe schießen kann, bis ein darüber installierter Fotoapparat zurückschießt, hat eine Augenentzündung. Sie kommt schon seit dreißig Jahren aus Aschaffenburg zur Dippemess’. „Wir hatten schon wärmere Jahre“, sagt sie lakonisch und dreht den Kohlendioxid-Hahn an der Gasflasche auf, um das Gewehr neu zu laden. An Ostern jedoch sei ganz gut was losgewesen. Das bestätigt Kurt Stroscher. Am Ostermontag seien rund 80 000 Besucher auf dem Platz unterwegs gewesen. An warmen Ostertagen kommen zwar stets zwischen 100 000 und 120 000 Menschen, aber Stroscher ist trotzdem zufrieden. Erst recht mit der Wetterprognose. „Noch drei Tage durchhalten, dann kommt der Frühling“, sagt er. Wenn das wirklich stimme, könne man es in diesem Jahr noch auf etwa eine Million Besucher bringen. Im vergangenen Jahr zählte Stroscher 1,5 Millionen.

Auch wenn das Wasser in der Wildwasserbahn nicht gefroren ist, kalt ist es trotzdem. Nein, es ist keine besonders gute Idee, den steilen Kanal hinabzurauschen. Aber wenigstens war der Einfall gut, es am Ende eines Dippemess’-Besuchs zu tun.

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