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Frankfurter Bauvorhaben : Bund bekennt sich zu Romantik-Museum

Vorhaben: Neben dem Frankfurter Goethehaus ist auf dem ehemaligen Börsenvereinsareal der Bau des Romantikmuseums geplant Bild: Fricke, Helmut

Der Bau des Romantikmuseums in der Frankfurter Innenstadt rückt näher: Die Bundesregierung ebnet den Weg für einen Planungswettbewerb am Großen Hirschgraben.

          Das politische Berlin hat sich abermals zum Bau des Romantik-Museums in Frankfurt bekannt. Und es ebnete überdies den Weg für den Planungswettbewerb, der die Bebauung des entsprechenden Areals am Großen Hirschgraben betrifft. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts und Leiterin des Goethehauses, zeigte sich

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          erleichtert über die Nachricht aus der Hauptstadt, dass von seiten des Bundes keine Bedenken bestehen, den Architektenwettbewerb einzuleiten.

          Die Zustimmung aus dem Amt des Staatsministers für Kultur und Medien Bernd Neumann (CDU) sei nötig gewesen, um die Dinge in Gang zu bringen, sagte die Literaturwissenschaftlerin auf Anfrage. Dies hängt mit den Förderrichtlinien des Bundes zusammen: Ohne die schriftliche Unbedenklichkeitserklärung, die jetzt vorliegt, wären juristische Schwierigkeiten zu erwarten gewesen, falls man mit dem Wettbewerb begonnen hätte, obwohl der versprochene Zuschuss des Bundes noch nicht in den Haushalt eingestellt worden ist.

          In einem von Ministerialdirektor Günter Winands unterzeichneten Brief vom 3. September an Bohnenkamp-Renken, der dieser Zeitung vorliegt, heißt es, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, wie Neumanns Behörde offiziell heißt, habe Verständnis dafür, dass der Wettbewerb so rasch wie möglich beginnen solle. Erst durch ihn könne geklärt werden, ob das Romantik-Museum innerhalb der Gesamtplanungen für das Gelände zu verwirklichen sei. In dem Schreiben wird klargestellt, dass die „mit dem Wettbewerb verbundenen Kostenrisiken ausschließlich beim Auslober, der ABG Frankfurt Holding“, lägen. Dazu äußerte Frank Junker gestern auf Anfrage, die von ihm geleitete Gesellschaft werde ohnehin die Kosten für den Wettbewerb tragen, da es ja um die Gesamtbebauung des Areals gehe, die auch Wohnungen einschließe.

          Junker zeigte sich ebenfalls erfreut über die Zustimmung des Bundes und sagte, nun könne innerhalb von vierzehn Tagen der Wettbewerb ausgeschrieben werden. „Die Unterstützung aus Berlin gibt dem Freien Deutschen Hochstift sicherlich Aufwind, weil sie ein Signal an potentielle Sponsoren ist.“ Laut Bohnenkamp-Renken fehlen noch etwa zwei Millionen Euro aus privaten Spenden, um das Vorhaben voranzubringen. Insgesamt müssen vier Millionen zusammenkommen, um den Ausfall der städtischen Mittel auszugleichen.

          Die schwarz-grüne Stadtregierung hatte im Zug ihrer Sparpolitik die Zusage zurückgenommen, vier Millionen Euro für den Erweiterungsbau des Goethe-Museums zur Verfügung zu stellen. Eine von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) unterstützte Initiative von Bürgern, bei der das ehemalige Stadtoberhaupt Petra Roth (CDU) und der Bankier Friedrich von Metzler federführend sind, hatte sich nach dem Rückzug der Stadt aus der Finanzierung des Museums gebildet, um Privatleute zur finanziellen Förderung des Vorhabens zu bewegen.

          Wegen der Absage Frankfurts wird das Land Hessen „die Rolle des koordinierenden Zuwendungsgebers“ übernehmen, steht in dem Brief aus Berlin. Dies sei schon mit Wiesbaden abgestimmt worden. Hessen hatte ebenfalls vier Millionen Euro für das Romantik-Museum zugesagt. „Kulturstaatsminister Bernd Neumann“, heißt es in dem Schreiben aus Berlin in aller Deutlichkeit, „steht weiterhin zu seiner bereits vor dem Beschluss der Stadt Frankfurt gegebenen politischen Absichtserklärung, sich für die Mitfinanzierung des geplanten Romantik-Museums durch den Bund in Höhe von vier Millionen Euro einzusetzen.“

          Wegen der noch unsicheren Gesamtfinanzierung ist die Summe noch nicht in den Bundeshaushalt aufgenommen worden. In kulturpolitischen Berliner Kreisen wird der Brief jedoch als unmissverständliches Zeichen für den Willen des Bundes gewertet, das Romantik-Museum auf den Weg zu bringen.

          Quelle: F.A.Z.

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