Home
http://www.faz.net/-gzg-rfke
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Frankfurter Altstadt Schwarz sieht sich weiter als Herr des Verfahrens

10.11.2005 ·  Der Frankfurter Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) will sein Konzept für die Neubebauung der ehemaligen Altstadt unbeirrt von den jüngsten Turbulenzen und Entwicklungen weiterverfolgen. Schwarz hob ...

Artikel Lesermeinungen (0)

Der Frankfurter Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) will sein Konzept für die Neubebauung der ehemaligen Altstadt unbeirrt von den jüngsten Turbulenzen und Entwicklungen weiterverfolgen. Schwarz hob im Gespräch mit dieser Zeitung hervor, daß seine Fachleute gemeinsam mit den Architekten des Büros KSP Engel und Zimmermann den Siegerentwurf des städtebaulichen Ideenwettbewerbs überarbeiteten. Die revidierte Fassung solle Ende nächster Woche in einem Hearing vorgestellt werden.

Wie berichtet, hatte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) angekündigt, daß sich ein Sonderausschuß der Stadtverordnetenversammlung mit den Planungen beschäftigen und sich dafür der Unterstützung von Architekten und Stadtplanern versichern solle. Roth wollte damit den verbreiteten Eindruck entkräften, daß die zuständigen Dezernenten die emotionalisierte Diskussion um eine mögliche Rekonstruktion der Altstadt nicht ausreichend steuerten. Schwarz sagte, er lasse die Dinge von seinen Planern zügig abarbeiten, wolle aber nicht jeden Tag eine "neue Sau durchs Dorf treiben". Er habe nichts gegen einen solchen Ausschuß. Er ließ aber außer Zweifel, daß er das Heft des Handelns in der Hand behalten und seine eigenen Experten benennen werde. Diese Äußerung steht in einem gewissen Gegensatz zu einem Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion. Dem zufolge soll der zehn Mitglieder zählende Sonderausschuß die Gestaltung des Areals zwischen Dom und Römer steuern.

"Einen Dissens innerhalb der CDU" will denn auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling erkannt haben. Die Berufung eines Sonderausschusses vor der Kommunalwahl sei nicht sinnvoll. Bis dahin täten es Sondersitzungen des Planungsausschusses. Nach der Wahl könnte ein Sonderausschuß berufen werden. Nach Ansicht von Oesterling ist die Überarbeitung des KSP-Entwurfs nicht mehr sinnvoll. Denn diesem habe noch die Überlegung zugrunde gelegen, die Fläche des Technischen Rathauses anders zu verteilen. Mittlerweile werde jedoch eine neue, reduzierte Baumasse diskutiert. Deshalb müsse der Wettbewerb "wieder aufgemacht werden".

"Alles fließt derzeit in dieser Diskussion", so Schwarz. Der Planungsdezernent bekräftigte seine Absicht, noch vor der Wahl eine städtebauliche Lösung zur Diskussion zu stellen. Er hob hervor, daß wirtschaftliche Überlegungen nicht mehr Priorität hätten. Er will jedoch dem gewählten Verfahren treu bleiben und den KSP-Entwurf weiterverfolgen. Laut Schwarz sind die Anregungen des Preisgerichts eingearbeitet worden. So befinden sich der Krönungsweg wieder an seinen ursprünglichen Ort. Die von KSP vorgeschlagenen sechs Baufelder seien zugunsten einer kleinteiligen Bebauung untergliedert worden. Die Baumasse werde auf 20000 bis 25000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche reduziert.

Schwarz will weiterhin den Abriß der modernen Bauteile des Historischen Museums prüfen. Er lasse sich keine Denkverbote auferlegen. Auch die Verlagerung in einen Neubau über dem Archäologischen Garten werde weiter untersucht; das gelte auch für die Idee, ein Hotel am heutigen Standort zu errichten und die denkmalgeschützten Gebäude wie den Rententurm zu integrieren. Den Vorwurf von Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff (SPD), er wolle die Saalhof-Kapelle zu einer Salatbar umfunktionieren, wies Schwarz als Wahlkampfpolemik zurück. (ale.)

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Karlsruher Konzern unter Druck

Von Manfred Köhler

Der Energieversorger ENBW im Rhein-Main-Gebiet? Neu wäre das nicht. Der Karlsruher Konzern ist mit 15,1 der Mannheimer MVV Energie beteiligt, die wiederum 48,6 Prozent am Offenbacher Energieversorger EVO hält. Mehr