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Zwischenfall : „Sauberes Frankfurt“: Kunstwerk als Sperrmüll verbrannt

  • Aktualisiert am

Als Kunst gedacht, als Müll erkannt: Skulptur von Michael Beutler Bild: dpa/dpaweb

Schwere Zeiten für die Kunst im öffentlichen Raum: Für eine abstrakte Skulptur des Künstlers Michael Beutler hat sich die Frankfurter Müllabfuhr zuständig gefühlt und das Kunstwerk entsorgt.

          Die Stadt Frankfurt hat ein Kunstwerk als vermeintlich wild abgestellten Sperrmüll verbrannt. Der von Oberbürgermeister Petra Roth (CDU) persönlich bestellte Leiter der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“, Peter Postleb, übernahm am Montag die Verantwortung für das Vorgehen. Er selbst habe die gelben Plastikteile der Skulptur für Müll gehalten und ihren Abtransport veranlaßt. Der Künstler Michael Beutler zeigte sich erfreut über Postlebs Offenheit und will keinen Schadensersatz verlangen.

          Der Städel-Absolvent Beutler hatte unter dem Titel „nicht innen sondern außen - nicht drinnen sondern draußen“ für den Frankfurter Kunstverein über das ganze Stadtgebiet zehn Skulpturen verteilt, die er aus gelbem Betonschalmaterial fertigte. Die nur per Exkursion zu besichtigende Arbeit besteht nun nur noch aus sieben Teilen, da laut Kunstverein zwei weitere Werke auf unbekanntem Wege verschwunden sind. Die Ausstellung dauert noch bis zum 16. Januar.

          Künstler bleibt gelassen

          „So was gehört halt irgendwie dazu“, kommentierte der inzwischen in Berlin lebende Städel-Schüler Beutler die Aktion. Seine Arbeit sei von vornherein als vorübergehend geplant gewesen, das vom fränkischen Hersteller Peca zur Verfügung gestellte Baumaterial sollte anschließend entsorgt oder von anderen weiterverwendet werden. Ein Wiederaufbau habe keinen Sinn, da die Diskussion um das verschwundene Werk interessanter sei.

          Postleb war nach eigenem Bekunden erst aufgrund eines Zeitungsfotos auf seinen Fehler aufmerksam geworden. „Da war kein Schild dran und die Einzelteile waren vom Wind zerfleddert“, entschuldigte er sich. Er habe angenommen, daß sich Leiharbeiter einen Unterstand aus den Schalteilen gebaut hätten. In den vergangenen Jahren sei zweimal der Abtransport von ähnlichen Werken in letzter Minute verhindert worden, berichtete Postleb. Dabei habe es sich um ein mit Sand gefülltes Auto und eine an einen Baum gekettete Badewanne gehandelt.

          Beim Kunstverein habe man schon geschmunzelt, daß ausgerechnet die Stadt vorher genehmigte Kunstwerke abräume, sagte Sprecherin Katja Schroeder. „Damit hat keiner gerechnet.“ Mit Postleb habe sie vereinbart, daß die Stadt die ohnehin geplante Entsorgung des Materials übernehme.

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