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Zweiter Anlauf Genug Bewerbungen für EZB-Neubau

01.07.2009 ·  Die Europäische Zentralbank ist zufrieden mit der Resonanz auf die zweite Ausschreibung für ihren Neubau in Frankfurt. Doch ob und wann der Doppelturm an der Großmarkthalle gebaut wird, entscheidet sich erst Ende des Jahres.

Von Rainer Schulze
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Erste Hindernisse auf dem Weg zum Neubau der Europäischen Zentralbank im Frankfurter Ostend sind nach Angaben der EZB beseitigt. Das Ausschreibungsverfahren für den in einzelne Gewerke unterteilten Bau des spektakulären Doppelturms an der Großmarkthalle ist zwar auf ein Jahr angelegt, doch die Bewerbungsphase für die einzelnen Bauleistungen ist größtenteils abgeschlossen. Wie Sprecherin Andrea Jürges auf Anfrage sagte, sind genügend Bewerbungen eingegangen, auf deren Grundlage nun ausgewählte Unternehmen eingeladen würden, ein Angebot abzugeben. „Dass wir ausreichend Bewerbungen für alle Lose erhalten haben, zeigt, dass es sich gelohnt hat, das Bauprojekt nach Gewerken aufzuschlüsseln“, sagte Jürges.

Nachdem im vergangenen Jahr die Suche nach einem Generalunternehmer erfolglos geblieben war, hatte sich die Notenbank entschlossen, den Bau in einzelne Gewerke unterteilt neu auszuschreiben, um somit für mehr Wettbewerb zu sorgen. Das Budget von 500 Millionen Euro soll auf diese Weise eingehalten werden. Bei dem gescheiterten ersten Versuch der Ausschreibung war nur ein Angebot eingegangen, das dem Vernehmen nach mit 1,4 Milliarden Euro den Rahmen bei weitem gesprengt haben soll. Die Bewerbungsphase für jene acht Pakete, die 70 bis 75 Prozent der Baukosten ausmachen, ist nun abgeschlossen. Darunter sind auch die wichtigen Bauleistungen Rohbau und Fassade, die wiederum in bis zu zehn Einzellose unterteilt sind. Für jedes dieser Lose wird die EZB nun fünf bis acht mögliche Anbieter auswählen.

Baukosten auf 500 Millionen zu begrenzen?

„Die Bewerbungen werden jetzt ausgewertet“, sagte Jürges. Die Bank rechnet damit, dass bis zum Herbst die Angebote vorliegen. Für die Rohbauarbeiten endet die Abgabefrist im August. Im Herbst und Winter schließt sich dann eine Verhandlunsgphase an; mit einer Entscheidung ist laut EZB nicht vor dem Winter zu rechnen. „Das klären wir bis Ende des Jahres“, sagte Jürges. Der Innenausbau, die Außenanlage und Teile der technischen Gebäudeausrüstung werden erst 2010/2011 ausgeschrieben.

In der Bewerbungsphase für die Bauleistungen musste noch kein konkreter Preis genannt werden. Die Unternehmen waren lediglich dazu aufgerufen, ihre Qualität unter Beweis zu stellen und mit Umsatzzahlen zu belegen, dass sie prinzipiell in der Lage sind, die geforderten Arbeiten auszuführen.

Dass es der Bank gelingen wird, die Baukosten auf 500 Millionen Euro zu begrenzen, wird in der Baubranche bezweifelt. „Es wäre ein Erfolg, wenn die Kosten unter einer Milliarde bleiben“, sagte ein Bauunternehmer. Allerdings könnte die Wirtschaftskrise dazu beitragen, dass sich die Preisvorstellungen der Bauunternehmen und des Bauherrn annähern. Schon jetzt ist absehbar, dass Firmen, die derzeit noch mit laufenden Aufträgen versorgt sind, die Anschlussprojekte wegbrechen. Neue Bürobauten sind in Frankfurt derzeit kaum in Sicht.

Zeitpunkt für Ausschreibung attraktiv

„Was 2011 gebaut werden soll, müsste eigentlich jetzt angestoßen werden. Aber es ist sehr ruhig auf dem Markt“, sagte ein Unternehmer. Vom Konjunkturpaket II für Sanierung und Umbau von öffentlichen Schulen profitierten vornehmlich Handwerksbetriebe, da in der Regel nur kleinere Bauvorhaben wie Fassadendämmungen oder Heizungsarbeiten gefördert würden. Nach den jüngsten Höhenflügen sind auch die Rohstoffpreise wieder gesunken; so ist der Stahlpreis inzwischen auf einem durchschnittlichen Niveau angelangt.

Aus diesen wirtschaftlichen Gründen gilt der Zeitpunkt für die Ausschreibung als attraktiv, zumal die EZB als öffentlicher Auftraggeber eine gewisse Verlässlichkeit bietet. „Unser Projekt ist für die Unternehmen interessant, denn wir sind ein guter Bauherr“, meint Jürges. Der Baubeginn ist für 2010 angesetzt, als Umzugstermin wird das zweite Quartal 2014 genannt. rsch.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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