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Zeugen Jehovas in der Commerzbank-Arena : Taufe im Schwimmbecken

  • -Aktualisiert am

Andächtig: Zeugen Jehovas singen in der Commerzbank-Arena. Bild: Wolfgang Eilmes

Prediger auf dem Fußballplatz: An diesem Wochenende treffen sich die Zeugen Jehovas in der Commerzbank-Arena zur Bezirkskonferenz.

          Hat der Gast erst einmal einen Sitzplatz gefunden in der Commerzbank-Arena, fühlt er sich gleich wie zu Hause auf der Bezirkskonferenz der Zeugen Jehovas. Man weiß wie die Nachbarn heißen, denn sie tragen ihre Namen in goldenen Schmucklettern auf dem Umschlag ihrer Bibeln. Der Herr von rechts reicht sein Gesangbuch herüber. Männer tragen Anzug, die Frauen Rock und Bluse, die Kinder sind artig und still. Nette Leute, die man an der Haustür nicht abweisen würde.

          Aber an diesem Tag geht kein Zeuge Jehovas mit dem „Wachtturm“ in der Hand durch Frankfurt. Genau 20 898 Gläubige sind nach Angaben der Veranstalter im Frankfurter Stadion zum Bezirkskongress „Bleibt Jehova nahe!“ zusammengekommen. Darunter so gut wie alle Mitglieder der hessischen Gemeinden, aber auch Gäste aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland.

          Auf dem Anstoßkreis wird gepredigt

          Sie füllen Ost- und Westkurve sowie die Haupttribüne und hören sich Vorträge über Abraham und Ruth, Kommunikation in der Familie und „Satans versteckte Angriffe“ an.

          Unten auf dem Rasen, ungefähr dort wo sonst der Anstoßkreis aufgemalt ist, steht ein weißer Pavillon. Im Schatten steht „Bruder“ Rolf Lang und predigt über Jesus. Von den Rängen ist er kaum auszumachen, durch die großen Boxen hört man, dass er seine Vokale gern langzieht: von einer „grooßen Einsicht“ erzählt er, und von Jesus, der „genauu tut was der Vater getan hätte“. Seine Zuhörer schreiben eifrig mit und wenn Lang eine Bibelstelle erwähnt, haben sie die entsprechende Passage in Sekundenschnelle aufgeblättert.

          Mit Spenden finanziert

          Für die meisten wird das bis zum Sonntag so gehen, sie werden um halb zehn zum Morgengebet ins Stadion kommen und nach dem Abendgebet um 17 Uhr wieder gehen. Anstrengend sei das nicht, sagt Erika Krämer, Pressesprecherin der Zeugen Jehovas, sondern ein Festtag: „Darauf freuen wir uns monatelang.“ Man ziehe sich schick an, treffe Freunde und gehe zu den Vorträgen.

          Das leicht verzweifelt klingende Motto „Bleibt Jehova nahe!“ habe nichts mit einem Mitgliederschwund oder Glaubenskrisen in ihrer Gemeinde zu tun. „Es geht darum, zu zeigen, dass die Nähe zu Gott wichtig ist.“ Die Frankfurter Gemeinde von Jehovas Zeugen wachse beständig und habe derzeit ungefähr 2000 Mitglieder. An diesem Wochenende werden um die 100 dazukommen: Am Spielfeldrand steht ein großes Schwimmbecken für die Ganzkörpertaufe bereit.

          Bereits zum fünften Mal richten die Frankfurter den Bezirkskongress in der Frankfurter Arena aus; ungefähr 6000 Freiwillige sind während der drei Tage im Einsatz. Zu den Kosten wollten die Veranstalter nichts sagen, außer dass alles mit Spenden finanziert wird. Ungefähr 450.000 Euro Miete zahlt man für drei Tage in der Commerzbank-Arena – gut, dass zwei Etagen tiefer schon ein Karton für Scheine und Kartenleser für das „electronic donating“ bereitstehen. rick.

          Quelle: F.A.Z.

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