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WM-Programm Hochhaus-Inszenierung und Fußball in der "Main-Arena"

13.10.2005 ·  Mit einem aufsehenerregenden Rahmenprogramm will die Stadt die Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr auch abseits der Commerzbank-Arena zu einem unvergeßlichen Ereignis machen. Rund sechs Millionen ...

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Mit einem aufsehenerregenden Rahmenprogramm will die Stadt die Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr auch abseits der Commerzbank-Arena zu einem unvergeßlichen Ereignis machen. Rund sechs Millionen Euro sollen unter anderem für die spektakuläre nächtliche Illumination von elf Hochhäusern und für ein Open-Air-Stadion am Main ausgegeben werden, das auf Tribünen, Stehplätzen und Rasenflächen bis zu 15 000 Menschen die Chance bietet, alle im Fernsehen übertragenen Spiele live und unentgeltlich auf einer Leinwand im Fluß zu verfolgen. Mit einem 16 mal neun Meter großen Bild werde der Frankfurter Videoschirm voraussichtlich der größte Deutschlands sein, sagte der Geschäftsführer der Tourismus und Congress GmbH Frankfurt, Günter Hampel, bei der Vorstellung des Programms.

Am Pfingstwochenende des nächsten Jahres, eine Woche vor dem Eröffnungsspiel in Berlin, werde in Frankfurt das inoffizielle Startzeichen zur Fußball-WM gegeben, kündigte Sportdezernent Joachim Vandreike (SPD) an. Am Samstag, 3., Sonntag, 4. und Montag, 5. Juni sollen jeweils von 23 Uhr an für eine Dreiviertelstunde untermalt von Musik die Konterfeis von Sportlern sowie Licht-, Laser- und Video-Objekte auf die mit Folien versehenen Wände der Hochhäuser gestrahlt werden. 40 Großprojektoren lassen bis zu 1000 Quadratmeter große Fotos und Bildsequenzen entstehen. Für den künstlerischen Teil ist die Belgierin Marie-Jo Lafontaine verantwortlich, die unter anderem durch Video-Installationen bei der Documenta in Kassel bekannt ist. Die Regie der Gesamtinszenierung übernimmt Philipp Stölzl, der sich mit Musikvideos für Stars wie Madonna, Luciano Pavarotti, Anastacia und "Die Ärzte" einen Namen gemacht hat.

Vom südlichen Mainufer aus sollen Zehntausende das Spektakel verfolgen können. Die dazu erklingende Live-Musik werde vom Hessischen Rundfunk gleichzeitig im Radio übertragen, so daß auch weiter entfernt stehende Beobachter in Sachsenhausen und in der Innenstadt in den Genuß der gesamten Inszenierung kämen, hieß es.

Die "Main-Arena" soll für die vierwöchige WM, bei der fünf Spiele in Frankfurt stattfinden, zwischen Alter Brücke und Ignatz-Bubis-Brücke entstehen. In der Mitte des Mains, knapp neben der Fahrrinne für die Schiffe, wird Hampel zufolge ein 800 000 Euro teurer LED-Großbildschirm so verankert, daß die WM-Spiele von beiden Seiten des Flusses zu sehen sind. Am nördlichen Ufer entsteht eine Tribüne mit 6000 Sitz- und 2000 Stehplätzen, weitere 7000 Menschen finden auf den angrenzenden Wiesen Platz. Der südliche Uferabschnitt bleibt für die WM-Sponsoren und deren Ehrengäste reserviert. Am Nordufer sind zudem zwei Kleinfußballfelder für Turniere geplant, im Süden soll zwischen Eisernem Steg und Städel ein langer "Beach Club" mit Restaurants und Bars Besucher anlocken.

Frankfurt werde mit seinem WM-Programm Maßstäbe setzen, sagte Vandreike. Er machte keinen Hehl daraus, daß es bei der nächtlichen Hochhaus-Illumination vor allem darum gehe, "schöne Bilder" für die internationalen Fernsehsender zu produzieren. Die WM biete Frankfurt die einmalige Gelegenheit, weltweit für sich als Reiseziel und Wirtschaftsstandort zu werben, meint auch Hampel. "Ein Fest aus Fußball, Kunst, Licht und Bewegung" verspricht sich Sylvia von Metzler, Vorsitzende des Kuratoriums zur Vorbereitung des WM-Rahmenprogramms.

Rund 3,4 Millionen Euro soll allein das nächtliche Schauspiel vor der Skyline kosten, drei Millionen Euro davon seien bereits von Wirtschaftsunternehmen der Region versprochen, sagte Stadtrat Vandreike gestern. Die für die "Main-Arena" zusätzlich erforderlichen 1,5 Millionen Euro würden hoffentlich weitgehend von den offiziellen WM-Sponsoren aufgebracht. Andernfalls müsse die Summe aus Steuermitteln zur Verfügung gestellt werden. Für alle Fälle seien im städtischen Doppelhaushalt 2005/2006 drei Millionen Euro für das kulturelle Rahmenprogramm, die Verbesserung des Stadtbildes zur WM sowie für Kommunikation und Werbung eingeplant. (ler.)

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